The Lego Movie 2 Review

The Lego Movie 2 – Filmkritik

„Bauklötze mit Plüsch“

The Lego Movie 2 Review
© Warner Bros.

Der Brunnen der Kreativität in der Filmindustrie scheint langsam zu versiegen. Wir sprechen jetzt nicht von der x-ten Fortsetzung oder einem Remake erfolgreicher Klassiker, sondern von grundsätzlichen Ideen für eine gute Geschichte. Die Lösung war einfach: Da nehmen wir jetzt einfach Spielzeug. Die Produzenten waren gleich begeistert, weil die Bekanntheit ja schon da ist, die Kinder bereits Marken-infiziert sind und keine große Werbetrommel gerührt werden muss. Das prominenteste und erfolgreichste Beispiel dafür ist TRANSFORMERS. Aber vielleicht erinnern sich noch manche an Flops wie G.I. JOE oder TROLLS. Lego hat sich jedoch etwas länger bitten lassen und 2014 kam THE LEGO MOVIE in die Kinos, der alle begeisterte. Das Tempo, die Kreativität mit jedem Baustein, die plastische Animation und die spannende wie auch anspruchsvolle Story faszinierten nicht nur Kinder sondern die ganze Familie und Filmfans zugleich. Das Regieteam Phil Lord und Christopher Miller schwammen ab da auf der Erfolgswelle. Ein THE LEGO BATMAN MOVIE kämpfte sich 2017 erfolgreich in die Kinocharts und ein THE LEGO NINJAGO MOVIE lief mittelmäßig im Schatten des Fledermausmanns hinterher. Fünf Jahre sollte es dauern bis zu THE LEGO MOVIE 2. Leider haben Christopher Miller und Phil Lord nicht mehr die Regie übernommen, wir erinnern uns an den „kreativen Rauswurf“ bei SOLO: A STAR WARS STORY, aber sie durften immerhin das Drehbuch LEGO 2 schreiben. Hier durfte Mike Mitchell (FÜR IMMER SHREK, TROLLS) allein auf dem Regiestuhl Platz nehmen.

Auf ein Sequel des wohl coolsten Spielzeug-Animationsfilms der 2010er Jahre fünf Jahre zu warten, hat sich gelohnt. Ach, was möchte man diesen Satz so gern in der trüben Jahreszeit in diesen Text schreiben und alle Filmfans ins Kino schicken, damit sie in die bunte Steinewelt eintauchen können. Es bricht einem ein paar 4er- und 2er Steine aus dem Lego-Herzen, aber leider ist der Film keine Garantie für zwei Stunden bunte, sorglose und kreative Lebensfreude.

The Lego Movie 2 Review
© Warner Bros.

Handlung

Und dabei fängt THE LEGO MOVIE 2 so verdammt spannend an: Nach dem Angriff der Wesen vom Planeten Duplo ist die Legostadt völlig zerstört und die letzten Überlebenden haben sich in die Apokalypstadt zurückgezogen. Es herrschen raue Sitten und nur der Stärkste kann in diesem MAD-MAX-Szenario überleben. Davon lässt sich unser stets positiver Emmet Brickowski, der den Morgen immer mit einem Lächeln beginnt, nicht anmerken. Er bringt seiner liebsten Wyldstyle täglich den Kaffee und baut das Haus seiner Träume inklusive Toaster-Zimmer und Doppeldecker-Veranda-Schaukel. In diese Welt für harte Outlaw-Typen dringt ein hochentwickeltes Raumschiff ein. Generalin Mischmasch (im Original: Captain Mayhem) mischt den Laden ordentlich auf und selbst Batman wird der überlegenen Kämpferin, mit explodierenden Herzen und Sternen, nicht Herr. Die Meister-Bauer werden von Mischmasch in ihr Raumschiff gestopft und weg ist sie. Zurück bleibt Emmet, der von ihr als zu schwach angesehen wird und sie außerdem nur Platz für fünf Extra-Passagiere hat. Jetzt muss Emmett über sich hinauswachsen und seine Freunde vor Mischmaschs Chefin Königin Wasimma Si-Willis retten.

Trailer

Girl’s Day

Ja, hier sagt man zu recht: Was soll das denn? Ein simpler Entführungs-Plot und Emmett, der wieder über sich hinauswachsen muss, um diese zu retten? Ja, so ist es. Da hilft auch der coole Rex mit seinem Raumschiff „Rexplorer“ nicht weiter, welches nur mit Raptoren besetzt ist. Deren untertiteltes Gegrunze ist so minimal witzig, dass wohl nur die ganz jungen Zuschauer lachen werden. Aber es sind nicht nur die Witze, die nicht zünden wollen. Es ist das ganze Setting: Die Aufkleber, die Stoffe und der Glitzer der Sternenwelt, in der sich Emmet und die Meister-Bauer befinden, ist einfach zu gewollt anders und schrill, wie eine Nummer 3 der Pop-Musik-Charts.

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© Warner Bros.

Auch wenn dies alles eine wohl durchdachte Täuschung ist, um zum moralischen Finale auszuholen, bleibt es wie der besagte Popsong eben nur nervig. Es wirkt als ob sich der Plan von Köngin Wasimma auch auf das Filmvergnügen ausgewirkt hätte. Abgesehen von den spärlichen, knackig eingeschoben Witzen (Bruce Willis), zieht THE LEGO MOVIE 2 sich wie Kaugummi auf seine zwei Stunden Laufzeit. Vor allem die ins Deutsche übersetzen Lieder machen kaum Spaß, entwickeln den Reiz einer quälend langen Mitfahrt bei Fremden und sind wie der neue Song: „Alles ist gar nicht super“. Was jedoch am wenigsten ausgenutzt wird, ist das Science-Fiction-Setting, wo wesentlich mehr Zukunftstechnologie mit einfachen Bauklötzen hätte erscheinen können. Was wohl Spaceman Benny am meisten stören sollte, aber gut, dass er eine Sonnenbrille in Sternenform verpasst bekommen hat.

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© Warner Bros.

Fazit

Leider fühlt sich THE LEGO MOVIE 2 selbst nach dem sinnvoll erarbeiteten Ende und dem kleinen Aha-Effekt gar nicht so spaßig wie sein Vorgänger an. Die moralische Aussage, Vorurteile abzubauen, ist sicherlich immer einen Kinderfilm wert, aber am Ende fühlt es sich dann doch nur wie eine elterliche Anweisung an: „Ihr spielt jetzt zusammen.“ Unter Druck kann leider keine Kreativität entstehen. Da hätte man gern noch weitere fünf Jahre auf eine bessere Fortsetzung gewartet.

Titel, Cast und CrewThe Lego Movie 2 (2019)
OT: The Lego Movie 2: The Second Part
PosterThe Lego Movie 2 Review

Release
ab dem 07.02.2019 im Kino
RegisseurMike Mitchell
Trailer
OriginalstimmenChris Pratt (Emmet Brickowski / Rex Dangervest)
Elizabeth Banks (Wyldstyle / Lucy)
Will Arnett (Batman)
Tiffany Haddish (Königin Wasimma Si'Willis)
Stephanie Beatriz (General Mischmasch)
Alison Brie (Unikitty / Ultrakitty)
Nick Offerman (Metallbart)
Charlie Day (Benny)
Will Ferrell (Präsident Business / Dad)
Maya Rudolph (Mom)
DrehbuchPhil Lord
Christopher Miller
MusikMark Mothersbaugh
Art DirectionKristen Anderson
Nick Dudar
Yeva McCloskey
SchnittClare Knight
Filmlänge106 Minuten
FSKab 0 Jahren

 

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