Squirm – Filmkritik

Invasion der Bestien

Nach DER WEIßE HAI

Mit SQUIRM liegt uns ein typischer Vertreter der Tier-Horror-Film-Welle aus den 70er Jahren vor, die nach DER WEIßE HAI (1975) die Kinos überrollte. Koch Films hat SQUIRM nun als achten Teil in ihrer CREATURE FEATURE-Reihe, in der wir bisher sehr gute Filme wie z. B. MÖRDERSPINNEN, PIRANHAS und CAPRONA – DAS VERGESSENE LAND zu sehen bekamen, eine Neuveröffentlichung spendiert. Ich kannte den Würmer-Horror bisher nur vom Namen her und durch einige populäre Szenenfotos, daher war ich echt gespannt was mich erwartet. SQUIRM war übrigens Jeff Liebermans erster echter Spielfilm als Regisseur. Vier Jahre zuvor, hatte er mit dem Kurzfilm THE RINGER sein Regiedebüt gegeben.

© Koch Films

Inhalt

Irgendwo in den Südstaaten der USA liegt der kleine Ort Fly Creek. Ein heftiges Gewitter hat die Starkstrommasten im Sumpfland umstürzen lassen. Die Elektrizität wurde dadurch ins Erdinnere geleitet und veranlasste alle Würmer auf die Erdoberfläche zu kriechen. Unliebsamer Nebeneffekt dabei: Die kleinen Viecher haben jetzt auch noch einen enormen Appetit auf Menschenfleisch. Genau zu dieser Zeit, treibt es Mick (Don Scardino) nach Fly Creek, um seine Freundin Geri (Patricia Pearcy) zu sehen. Nicht nur die Dorfbewohner sind Mick, der aus der Großstadt kommt, gegenüber sehr zurückhaltend, auch der Dorfsheriff Reston (Peter MacLean) reagiert sehr allergisch auf den Urlauber und seine lockere Art. Dann ist da auch noch der Dorftrottel Roger (R. A. Dow), welcher ebenfalls in die holde Geri verliebt ist.

© Koch Films

Die Würmer kriechen Amok

Der ganze Film ist sehr behäbig und die Story schreitet nur langsam voran. In der ersten Hälfte dreht sich alles um das Dreiecksverhältnis zwischen Mick, Geri und Roger, sowie den Problemen die Mick mit und wegen dem Sheriff hat. Das ist alles nicht wirklich spannend oder witzig, eher ermüdend. Mick, der „Super-Intelligente“ Stadtbewohner, der auf alles eine Antwort hat, Geri, die ihn anschmachtende Dorfschönheit und Roger, der Dorftrottel, welcher von allen nur ausgenutzt wird. Ein tolles Film-Trio! Die Charaktere sind jedoch reine Abziehbilder, Stereotypen ohne jegliche Tiefe. Was auffällt, sind die zum Teil unlogischen Handlungsweisen der Protagonisten – ist man bei Horror-Filmen eigentlich gewohnt – dies jedoch in ausgeprägter Art, weil sich ihr Verhalten auch noch laufend selbst widerspricht. Die Dialoge wirken streckenweise verkrampft und langweilig. Was mich jedoch am meisten nervte, waren die schreienden Würmer. Ja genau, bei jeder Nahaufnahme der armen Viecher wurde ihnen ein übler Schrei in den Mund gelegt. Das ist wie bei dem trashigen Machwerk ARACHNOPHOBIA aus dem Jahre 1990, wo wir schreiende Spinnen hatten. Eigentlich müssten alle Protagonisten im Film taub sein, wenn zum Ende eine Flut von schreienden Würmern über sie herfällt.

© Koch Films

Echter Horror taucht recht selten in SQUIRM auf, außer man ekelt sich vor den kleinen Kriechtieren. Die wohl beste Szene ist der Wurmangriff auf Roger im Ruderboot, der daraufhin den Rest des Filmes mit jeder Menge von den Viechern im Gesicht agieren muss. Und natürlich die legendäre Szene, die ich schon oft auf vielen Fotos gesehen habe, in der Roger in einem Berg von Würmern versinkt. Das Ende hingegen ist vollkommen belanglos und unglaubwürdig.
Bei dem Film wurden über 250.000 echte Würmer benutzt, heute würde man das alles wohl mit CGI erledigen. Die Make-up-Effekte stammten vom jungen Rick Baker der später für seine Arbeit bei AMERICAN WEREWOLF IN LONDON einen Oscar erhielt.

Fazit

Die Fans von Tier-Horror-Filmen werden an SQUIRM ihren Spaß haben, zumal wir es hier mit einer Tiergattung zu tun bekommen, die normalerweise eher selten in solchen Filmen antreten müssen. Der Rest wird sich eher langweilen, weil der Streifen doch recht behäbig ist und der Grusel, selbst für damalige Verhältnisse, harmlos daherkommt.

© Koch Films

Zur Blu-ray

Cover Design der Blu-ray © Koch Films

Für etwas Verwirrung sorgte bei mir die Angabe auf dem Blu-ray-Cover über die Laufzeit: Dort steht nämlich ca. 97 Minuten, jedoch zeigt mein Player nur knapp 93 Minuten Laufzeit an, vermutlich nur ein Druckfehler. Der Ton liegt in gutem DTS-HD Master Audio 2.0 vor. Das Bild kann durchgehend mit guten Farb- und Kontrastwerte überzeugen, lediglich der Vorspann mit Gewitter ist von der Bildqualität nicht ganz optimal. Im Film selbst gibt es einige kleine, nicht synchronisierte Teile, die dann mit einem deutschen Untertitel versehen sind. Als Bonusmaterial liegen der deutsche und amerikanische Trailer, sowie TV- und Radio Spot vor. Weiterhin ist eine Bildergalerie, ein Audiokommentar vom Regisseur, eine Super-8-Fassung auf Deutsch und Englisch, ein Making-of, Q & A mit Jeff Lieberman und Don Scardino, Eureka! mit Jeff Lieberman und ein Bahnhofskino Podcast enthalten.

Titel, Cast und Crew

Squirm - Invasion der Bestien (1976)
OT: Squirm

Poster


Release

Ab dem 22.11.2018 remastered auf Blu-ray und DVD erhältlich.
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Regisseur

Jeff Lieberman

Trailer

Darsteller

Don Scardino (Mick)
Patricia Pearcy (Geri Sanders)
R. A. Dow (Roger Grimes)
Fran Higgins (Alma Sanders)
Peter MacLean (Sheriff Jim Reston)
Jean Sullivan (Naomi Sanders)

Drehbuch

Jeff Lieberman

Musik

Robert Prince

Kamera

David Gurfinkel

Schnitt

Brian Smedley-Aston

Filmlänge

93 Minuten

FSK

ab 16 Jahren
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20

Ohne Kaffee geht hier gar nix / Liebt den Phantastischen Film in Wort und Bild / Vor allem alles was vor 2000 entstanden ist / Lieber ein neues Regal mit Filmen als einen Schrank mit Klamotten

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