ROAD TO PERDITION

Road to Perdition | FuturePak – Review

“Keiner von uns wird den Himmel sehen.”

 

Das organisierte Verbrechen genießt in der Popkultur eine andauernde Faszination. Besonders die amerikanischen Anfänge zwischen 1920 und 1960 sind immer wieder Gegenstand von Verfilmungen. Streifen wie DER PATE oder ES WAR EINMAL IN AMERIKA sind zu zeitlosen Klassikern geworden. Die Darstellung der kriminellen Organisationen ist dabei im Gegensatz zu der Realität oft sehr romantisiert. Der neu auf Blu-ray erschienene, leider oft vergessene, Film ROAD TO PERDITION nimmt sich die spannende Zeit der Prohibition als Setting. Im Werk von Sam Mendes (AMERICAN BEAUTY, JAMES BOND – SKYFALL) wird der Schwerpunkt weniger auf die Organisation, sondern mehr auf die ständige Gefahr eines Ganoven und sein Leben im Haifischbecken gesetzt.

ROAD TO PERDITION
©Dreamworks LLC

Inhalt

Die Prohibition ist 1931 gerade auf ihrem Höhepunkt. Ziel des Gesetzes ist eine Senkung von Straftaten in Zusammenhang mit Alkoholkonsum. Zum Missmut der US-Regierung bildet es nur den Nährboden für kriminelle Banden und Organisationen, die durch den illegalen Vertrieb von Alkohol zu unglaublicher Macht und großem Reichtum heranwachsen. Johnny Torrio und Al Capone werden zu Leitfiguren einer ganz neuen Untergrundgesellschaft. Doch nicht nur in Großstädten organisieren sich Familien, auch in kleineren Orten bilden sich Clans. In der Kleinstadt Rock Island herrscht die irische Bande um John Rooney (Paul Newman). Unter ihm arbeiten viele Männer, jedoch bildet Mike Sullivan (Tom Hanks) hier eine Ausnahme. Von dem Oberhaupt der Rooney Familie aufgenommen, hat sich Mike über die Jahre den Respekt und das Vertrauen aller Mitglieder erarbeitet. Dadurch kann er sich und seiner Familie ein gutes Leben garantieren. Seine Arbeit als Krimineller hält er allerdings vor seiner Familie streng geheim. So ist er zwar dankbar für alles, was er durch die Organisation aufgebaut hat, wünscht sich aber für seine beiden Söhne ein sicheres Leben. Dies führt dazu, dass die Söhne oft einem Vater gegenüberstehen, der schweigsam und autoritär ist. Als einer der Söhne sich heimlich mit auf einen Auftrag seines Vaters schleicht, wird er hautnah Zeuge der schmutzigen Geschäfte. Als ungewollter Beobachter außerhalb der Organisation, löst dieser Vorfall tragische Folgen für die Familie Sullivan aus. Besonders der Sohn des Clan-Oberhaupts Connor Rooney (Daniel Craig) nutz dies, um den in seinen Augen größten Widersacher Mike loszuwerden.

Road to Perdition blu-ray FuturePak Steel-Edition Filmconfect
Cover der Steel-Edition im FuturePak © FilmConfect

 

Viel Inhalt in verbesserungswürdiger Verpackung

Die neue Blu-ray wird von FilmConfect als FuturePak angeboten. Man erhält eine Blu-ray mit ordentlich Bonus-Material. Insgesamt sind über 60 Minuten zusätzlicher Inhalt verfügbar. Dazu gehört neben dem Audiokommentar von Sam Mendes auch eine 26-minütige Dokumentation über den, leider kurz nach Erscheinen des Films, verstorbenen Kammeramann Conrad L. Hall. Es gibt eine interaktive Materialsammlung aus Original-Dokumenten und Bildern der damaligen Zeit, hinzukommen entfallende Szenen mit Audiokommentar. Dem Metall-Case der Disc wurde dafür leider weniger Liebe zum Detail gewidmet. Hier schmälern die Plastikscharniere am Rücken und der glatte Aufdruck etwas den Gesamteindruck. Dafür gibt es die Blu-ray jedoch für einen fairen Preis. Der Film startet mit einem optionalen Vorwort von Sam Mendes. in dem er nicht nur der Arbeit von Conrad L. Hall dankt, sondern auch die optischen Verbesserungen der Blu-ray hervorhebt.

©Dreamworks LLC

 

Jeder Regentropfen ist erkennbar

Die wirklich gute Bildqualität ist besonders in den Augenblicken in denen es regnet zu erkennen. Hier sieht man wirklich jeden Tropfen auf dem schwarzen, schweren Mantel von Mike Sullivan. Wasser spielt laut eigener Aussage von Regisseur Mendes generell eine wichtige Rolle im Film. Die hohe Auflösung und die klaren Bilder kommen allem voran den wunderbaren Kameraeinstellungen von Conrad L. Hall zugute. Nicht ohne Grund hat ROAD TO PERDITION auch den Oscar 2003 für die beste Kamera erhalten. Der für einen Oscar nominierte Ton sowie die Filmmusik (Thomas Newman) werden in der Neuauflage wunderbar klar und voll wiedergegeben. Abgeschlossen wird das Ganze nur noch durch den hochkarätigen Cast. Tom Hanks (DIE VERLEGERIN, EIN HOLOGRAM FÜR DEN KÖNIG) ist wie immer eine sichere Angelegenheit und spielt den Familienvater grandios, aber auch die Nebencharaktere lassen sich nicht in den Schatten spielen. Jude Law und Paul Newman erzeugen eine dichte und spannende Atmosphäre, die bis zum Ende hält. Etwas schwach wirkt gegenüber diesen Schauspielleistungen die von Daniel Craig. Die Klasse und Ausstrahlung ständiger Gefahr, die bei seinen Kollegen immer spürbar ist, fehlt. Der junge Tyler Hoechlin geht zusätzlich etwas im Schauspielduell unter. Als Michael Sullivan Jr. hat er verhältnismäßig viel Screentime, hinterlässt aber eher wenig Eindruck. Da hilft auch nicht der Roadmovie Abschnitt in der Mitte des Films, in dem sich Vater und Sohn näherkommen.

ROAD TO PERDITION
Kameramann Conrad L. Hall und Regisseur Sam Mendes © Dreamworks LLC

Fazit

ROAD TO PERDITION ist ein Film, der leider schnell unter dem Radar verschwunden ist. Umso besser ist die Neuauflage dieses wirklich hervorragenden Gangsterstreifen. Mit 117 Minuten ist der Film schon eine kleine Hausnummer. Besonders für Fans von Gangsterfilmen der alten Schule ist die Neuauflage trotzdem empfehlenswert. Die zusätzlichen Inhalte bieten hierbei ein besonderes Extra, aber der Film allein ist schon klasse genug.

Titel, Cast und Crew

(2002)
OT: Road to Perdition

Poster

Kinostart/
Veröffentlichung

05.09.2002 /
seit 25.05.2018 als FuturePak von FilmConfect

Regisseur

Sam Mendes

Trailer

Besetzung

Tom Hanks (Michael Sullivan)
Paul Newman (John Rooney)
Daniel Craig (Connor Rooney)
Jude Law (Harlen Maguire)
Tyler Hoechlin (Michael Sulivan Jr.)
Jennifer Jason Leigh (Annie Sullivan)
Ciarán Hinds (Finn McGovern)

Drehbuch

David Self

Comicvorlage

Comic "Road to Perdition" von May Allan Collins & Richard Piers Rayner

Kamera

Conrad L. Hall

Musik

Thomas Newman

Schnitt

Jill Bilcock

Filmlänge

117 Minuten

FSK

ab 16 Jahren
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