Murphys Gesetz Mediabook Charles Bronson

Murphys Gesetz Filmkritik & Review zum Mediabook

„Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.“

Das ist die Kurzversion einer Lebensweisheit, die besagt, dass wenn die Möglichkeit für eine Katastrophe oder ein Versagen besteht, diese auch eintreten wird.

Inhalt „Murphys Gesetz“

Einer der populärsten Actionhelden des Kinos, Charles Bronson, spielt Jack Murphy, einen von Selbstmitleid zerfressenen Polizisten in Los Angeles, dem diese Lebensweisheit zum Verhängnis wird und der jeglichen Ärger magisch anzieht. Seine Frau ist mit einem Stripteaseclub-Besitzer durchgebrannt und setzt alles ein, um Mitarbeiterin des Monats in seinem gut besuchten Etablissement zu werden. Murphy sucht daraufhin den Sinn seines Lebens auf dem Boden von zahlreichen Whiskeyflaschen bis die Diebin Arabella McGee, gespielt von Kathleen Wilhoite, seinen Weg kreuzt. Sie sorgt ab sofort für eine reichhaltige Palette an Schimpfwörtern und Kommentaren zur Handlung, ganz im Gegensatz zum wortkargen Jack Murphy. Eine Psychopathin und die Mafia haben es obendrein auch noch auf den LAPD-Cop abgesehen, welcher einen Weg aus Blut und Patronenhülsen hinterlassen wird. Murphy ist genau der Richtige, um Katastrophen aufzuhalten, denn er macht seine eigenen Gesetze.


© capelight pictures

Charles Bronson Formatware

Der Höhepunkt der Karriere von Charles Bronson ist zur Enstehungszeit von „Murphys Gesetz“ (1986) bereits vorbei. Seine populärsten Rollen in „Spiel mir das Lied vom Tod“ (1968) und „Ein Mann sieht rot“ (1974) haben ihm weltweites Ansehen verliehen. Bronson war jedoch nie ein Schauspieler, der sich um künstlerische Herausforderungen riss und wollte im hohen Alter seiner wortkargen Kultfigur keine neuen Facetten abgewinnen, wie es zum Beispiel Clint Eastwood oder Sean Connery getan haben. Er sprach einmal über sich selbst in einem Interview wie folgt: „Ich bin ebenso eine Ware wie ein Stück Seife, die so gut wie möglich verkauft werden sollte.“ Das passte auch hervorragend zum Konzept des Filmproduktions-Studios Cannon Films, die ganz nach dem Motto produzierten: Hohes Action-Budget trifft auf niedrige Ansprüche in der Filmhandlung. Cannon sorgte für eine Karriere Bronsons im hohen Alter und steuerte wesentliche Beiträge in den Filmografien von Chuck Norris, Sylvester Stallone oder Jean-Claude Van Damme bei.


© capelight pictures

Kritik zum Film

„Murphys Gesetz“ liefert genau das, was man erwartet und versprüht dabei jede Menge Charme der 80 Jahre-Actionfilme. Mich begeistert hierbei vor allem der geschichtliche Blick in die dunklen und schmutzigen Städte, hier ist es L.A. wie es auch bei „Colors“ (1988) der Fall war. Diese Filme wurden auf den Straßen, in den Restaurants und Gebäuden der Stadt gedreht. Keine Straßenzüge sind in großen Filmstudios nachgebaut worden. Der Showdown des Films findet sogar in einem Gebäude statt, das ebenfalls in „Blade Runner“ (1982) und „The Artist“ (2011) verewigt wurde. Zusätzlich bekommt man als Zuschauer noch jede Menge lockere One-Liner zu hören und die Figur der Arabella sorgt für eine schräge Erweiterung des eigenen Schimpfwort-Vokabulars. Außerdem ist die Besetzung von Joan Freeman (Carrie Snodgress) als weibliche Psychopathin und Endgegnerin, eine Entscheidung abseits der 0815-Filme dieser Zeit. Große spektakuläre Wendungen in der Handlung kann man hierbei nicht erwarten und der ein oder andere Logikfehler schmückt diesen B-Movie, aber das zeichnet eben diese Art von Filmen aus. Charles Bronson zählt auch nicht zu den wandlungsreichsten Schauspielern, er bleibt das selbsternannte Stück Seifenware.


© capelight pictures

Mediabook zu „Murphys Gesetz“

Die Limited Collector´s Edition aus dem Hause capelight pictures (die letzten Releases „Ein Fremder ohne Namen“ und „Runaway Train“) umfasst den ungeschnittenen Film auf DVD und Blu-Ray. Es enthält ein informatives Booklet mit Texten von Christoph N. Kellerbach, welches einen Überblick von dem Produktionsstudio, über die Schauspieler bis hin zur Synchronisation auf 24 Seiten bereithält. Das Bild der Blu-Ray ist scharf und kontrastreich, selbst in den vielen dunklen Szenen kann alles gut erkannt werden. Beim Finale des Films, wo viel Wert auf Licht und Schatten in den Szenen gelegt wurde, zeigt sich die volle Qualität dieser guten Masterabtastung. Der Ton liegt nur in Stereo vor, welche ich auf der heimischen Couch bevorzuge. Der Laustärkepegel schwankt etwas zwischen Action- und Dialogszenen, verleitet aber nicht zur ständigen Nachjustierung mit der Fernbedienung. „Murphys Gesetz“ hatte ich in der deutschen Synchronisation begonnen, wechselte jedoch auf Grund der unpassenden deutschen Stimme der Kathleen Wilhoite, zur englischen Tonspur. Ihre Originalstimme verleiht der Figur Arabella wesentlich mehr Sympathie. Leider verpasst man dadurch deutsche Synchronstimmen von Bruce Willis und Bud Spencer („Sie nannten ihn Spencer”) in den Nebenrollen. Das Cover hat ein starkes Artwork und das Bild auf der Rückseite möchte sich jeder Bronson-Fan gern an die Wand hängen. Das Material des Mediabooks hat eine Art matte Aktenordner-Oberfläche, welches eine tolle Entscheidung in Bezug auf das Designkonzept ist.

Fazit

Der Film funktioniert für mich als lockeres Actionkino mit viel Wehmut für die 80er Kinojahre. Mit einer ordentlichen Portion Trashigkeit in manchen Szenen sorgt „Murphy´s Law“ (Originaltitel) für mich für viel Spaß, trotz meiner mangelnden Begeisterung für die Kultfigur Charles Bronson. Das Mediabook ist allein schon wegen des Designs ein Pflichtkauf für Bronson-Fans, für alle anderen ist „Murphys Gesetz“ eine unterhaltsame Reise in die Filmlizenzen des legendären Cannon-Filmstudios, als es noch hieß: „Erst schießen, dann Fragen nach dem Sinn stellen!“

Titel

Murphys Gesetz (1986)
OT: Murphy´s Law

Regisseur

J. Lee Thompson

Poster

Murphys Gesetz Poster

Veröffentlichung

Limitiertes Mediabook und DVD von Capelight Pictures - bei Amazon kaufen

Schauspieler

Charles Bronson (Jack Murphy)
Kathleen Wilhoite (Arabella McGee)
Carrie Snodgress (Joan Freeman)
Robert F. Lyons (Art Penney)
Richard Romanus (Frank Vincenzo)

Trailer

Drehbuch

Gail Morgan Hickman

Kamera

Álex Philips Jr.

Musik

Marc Donahue
Valentine McCullum

Schnitt

Peter Lee-Thompson
Charles Simmons

Filmlänge

100 Minuten

Technische Daten der Blu-ray

Ton: PCM 2.0 Deutsch und Englisch
Bild: 1,85:1 (1080p)
Untertitel: Deutsch
Typ: BD 50
Regionalcode: B
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Chefredakteur

Kann bei ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT mitsprechen / Liebt das Kino, aber nicht die Gäste / Hat seinen moralischen Kompass von Jean-Luc Picard erhalten / Soundtracks auf Vinyl-Sammler / Stellt sich gern die Regale mit Filmen voll und rahmt nur noch seine Filmposter

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