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Life in Space (2021) – Filmkritik

Der Mars, vierter Planet in unserem Sonnensystem und äußerer Nachbar der Erde. Kaum ein anderes Objekt wie der Rote Planet hat seit Anbeginn der Zeit die menschliche Fantasie so sehr angeregt. Als Kriegsgott in einigen antiken Religionen verehrt, heute als Namensgeber für Schokoriegel oder Raumsonden bekannt. Über viele Jahre Heimatplanet der kleinen grünen Männchen, die immer wieder unsere Erde erobern wollten, man denke nur an den legendären Klassiker von 1953 KAMPF DER WELTEN (THE WAR OF THE WORLDS) oder INVASION VOM MARS (INVADERS FROM MARS) aus dem gleichen Jahr. So verwundert es nicht, dass seit einiger Zeit die raumfahrenden Nationen der Erde endlich einen Fuß auf die Marsoberfläche setzen wollen. Doch auch große Filmstudios auf der ganzen Welt brachten immer wieder ihre Darsteller auf unseren mysteriösen Nachbarn. Wie etwa Arnold Schwarzeneggers Ausflug zum Roten Planeten in TOTAL RECALL aus dem Jahre 1990. Oder MISSION TO MARS (2000), RED PLANET (2000), THE LAST DAYS ON MARS (2013), DER MARSIANER (THE MARTIAN, 2015) wie auch die spektakuläre französische TV-Serie MISSIONS (2017 – ). Doch das waren nur ein paar der fast schon unzähligen Filme, die sich den Mars zum Thema auserkoren haben. Und mit LIFE IN SPACE stößt nun ein weiteres Mitglied zu dieser erlauchten Gruppe hinzu.

© Koch Films

Handlung

Das Jahr 2078: Der Mars wurde bewohnbar gemacht, eine Generation mutiger Siedler hat den Roten Planeten als ihre neue Heimat erwählt. So auch die Familie um Reza (Johnny Lee Miller), Ilsa (Sofia Boutella) und Remmy (Brooklynn Prince), die sich mit harter Arbeit eine Existenz auf der öden Welt aufgebaut hat. Als plötzlich drei Fremde auftauchen und die kleine Familie mit Waffengewalt auffordern, den Platz zu räumen, nimmt alles eine unerwartete Wendung.

© Koch Films

Warum Mars? Warum Science-Fiction?

Wir befinden uns weit in der Zukunft: Der Mars hat eine Atmosphäre durch Terraforming bekommen und eine Handvoll Menschen können dort leben. Die ehemals lebensfeindliche Welt hat sich in einen halbwegs für Menschen geeigneten Ort gewandelt. Doch trotz aller hochgesteckten Ideale und Ziele schafft der Mensch es nicht, über seinen Schatten zu springen. Immer wieder holen ihn Neid, Streitigkeiten und die daraus resultierenden Konflikte mit seinesgleichen ein, die unweigerlich in Krieg, Leid und Zerstörung münden. Wer nun ein groß angelegtes Action-Movie erwartet, wird hier enttäuscht werden. Bis auf die ersten Minuten ist die Handlung sehr, sehr ruhig und extrem dialoglastig. Und nur durch diese ausufernden Dialoge erfährt der Rezipient etwas mehr von den eigentlichen Bedingungen, die in jener düsteren Zukunft herrschen. Es gab wohl einmal große Städte auf dem Mars, die jedoch im Krieg mit der Erde für immer verloren gingen. Und auch der Planet Erde scheint nicht mehr lebenswert zu sein. So verwundert es nicht weiter, wenn die neuen Marsbewohner nicht wie Siedler wirken, sondern eher wie ausgestoßene verlorene Seelen, Überlebende oder gar Verbrecher.

© Koch Films

Die Story, die sich Regisseur Wyatt Rockefeller für LIFE IN SPACE erdachte, bietet nichts Neues und wurde schon mehrfach in den unterschiedlichsten Konstellationen aufgeführt. Warum die Handlung nun unbedingt auf den Mars verlegt werden musste, erschließt sich mir nicht. Der ruhige Ablauf ist stellenweise äußerst zäh und langwierig, fast ist man versucht langweilig zu schreiben. Was uns hier unter dem Mantel eines Science-Fiction-Films angeboten wird, ist nichts weiter als ein Drama, das vor einer Kulisse dargeboten wird. Denn diese Kulisse hätte es keineswegs benötigt, nur um uns umständlich vor Augen zu führen, wie aus dem Mädchen Remmy eine Frau wird.

© Koch Films

Der Mars, so wie er uns hier präsentiert wird, hat mit der Besiedlung der Menschen all seine Geheimnisse und Mysterien auf immer verloren. Er ist zu einer armseligen und dreckigen Kopie der Erde verkommen. Die Kulisse, Kostüme und Sets bieten dagegen viel und vermitteln ein Gefühl, wahrhaftig auf einem fremden Planeten zu sein. Doch damit hat sich das Thema Science-Fiction schon wieder erledigt. Alles andere hätte zu jeder Zeit auch in einem abgelegenen Winkel auf der Erde stattfinden können.

Fazit

Und so darf die Frage erlaubt sein: Warum spielt LIFE IN SPACE auf dem Mars? Und warum eigentlich Science-Fiction? Auch wenn in einigen Gesprächen der Hinweis auf einen großen Krieg fällt, am Ende bleibt nur ein fahler Geschmack. Zu keiner Zeit schwappt das bedrohliche Gefühl des Unterganges der Menschheit zum Rezipienten, zu sehr fokussiert sich das Kammerspiel auf seine Protagonistin. Und so haben wir einen Film, der weder Fisch noch Fleisch ist und nur für Kopfschütteln sorgen wird.

© Stefan F.

Titel, Cast und CrewLife in Space (2021)
OT: Settlers
Poster
Releaseseit dem 24.02.2022 auf UHD-BD, BD und DVD

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RegisseurWyatt Rockefeller
Trailer
BesetzungSofia Boutella (Ilsa)
Ismael Cruz Cordova (Jerry)
Brooklynn Prince (Junge Remmy)
Nell Tiger Free (Alte Remmy)
Jhonny Lee Miller Reza
Natalie Walsh (Fremde Frau)
Matthew Van Leeve (Fremder Mann)
DrehbuchWyatt Rockefeller
KameraWillie Nel
MusikNitin Sawhney
SchnittJohnny Daukes
Filmlänge104 Minuten
FSKab 16 Jahren

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