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Ghosts of War (2020) – Filmkritik

Krieg, egal wann und wo, ist schlimmer als jeder existierende Horrorfilm, das bedarf hoffentlich keiner weiteren Erläuterungen. Genauso klar ist, dass der Horror- wie auch der Kriegsfilm trotz aller Schrecken eine interessante Kombination darstellen. Die Fusion beider Genres geschah überaus erfolgreich vor einiger Zeit. Seitdem gab es Dutzende von Filmen, die sich der Thematik verschrieben haben, mehr oder weniger erfolgreich. Der US-Amerikaner Eric Bress versuchte sich in seinem neusten Film GHOSTS OF WAR ebenfalls an dieser spannenden Kombination. Dass Bress Erfahrungen im Horror-Genre gesammelt hat, dokumentieren seine Drehbücher zu verschiedenen Folgen der FINAL DESTINATION-Reihe. Daneben ist Bress vor allem für seinen Debüt-Film BUTTERFLY EFFECT (2004) bekannt, wo er neben dem Drehbuch auch für die Regie verantwortlich war.

© Capelight Pictures

Handlung

Frankreich 1944: Fünf junge US-Soldaten, Chris (Brenton Thwaites), Tappert (Kyle Gallner), Butchie (Alan Ritchson), Kirk (Theo Rossi) und Eugene (Skylar Astin) erhalten den Auftrag, ein altes, französisches Anwesen zu bewachen. Die vorherrschende Freude über den Auftrag fern der Front schlägt schnell in Angst und Schrecken um, als die erste Nacht hereinbricht. Abgeschnitten von der Außenwelt werden die Soldaten Zeuge von mysteriösen und unerklärlichen Vorfällen – eine unsichtbare, bösartige Macht hält das Haus in seiner Gewalt und verlangt nach weiteren Opfern.

© Capelight Pictures

Anachronismen

Es beginnt wie ein waschechter Kriegsfilm, doch Moment… alle Soldaten liegen um das Lagerfeuer und schlafen, doch niemand hält Wache? Ein seltsames Verhalten, und es kommen weitere seltsame Momente hinzu. Wenn plötzlich die Sprache auf die beiden Filme ABBOTT AND COSTELLO MEET THE MUMMY (1955) sowie I WAS A TEENAGE WEREWOLF(1957) kommt, befinden wir uns schon mitten in einem Anachronismus. Oder gibt uns Regisseur Eric Bress Hinweise und Zeichen, die wir zu diesem Zeitpunkt leider noch nicht entschlüsseln können? Wie auch immer, nach zwei Drittel des Films erfolgt ein gewagter Twist. Ganz sicher werden am Ende die meisten Fragen beantwortet und das seltsame Verhalten zu Beginn erklärt. Ob das Finale allerdings als außergewöhnliche Wendung oder ein misslungener Griff in die Trickkiste anzusehen ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Keine Angst, wir verraten hier keine Details.

© Capelight Pictures

Krieg vs. Horror

Thematisch kommen mehrfach die Schrecken des Krieges zur Sprache wie auch die psychischen Ausnahmesituationen, denen die Soldaten in ihren Einsätzen unmittelbar ausgesetzt sind. Jeder von ihnen geht mit dieser Belastung anders um. Sie verarbeiten die Erlebnisse verschieden oder zerbrechen im schlimmsten Fall daran. Wer jetzt immer noch glaubt, mit GHOSTS OF WAR einen neuen Nazizombie-Splatter-Film wie OPERATION: OVERLORD (2018) oder FRANKENSTEIN‘S ARMY (2013) vor sich zu haben, der irrt sich gewaltig. Ganz im Gegenteil: GHOSTS OF WAR schließt sich eher Filmen wie THE BUNKER – DER FEIND IST NICHT DORT DRAUSSEN (2001), DEATHWATCH (2002), HOUSE – WILLKOMMEN IN DER HÖLLE (HUSET, 2016) oder THE SQUAD (EL PÀRAMO, 2011) an. Leider sind bei Eric Bress die gleichen Vorurteile präsent, wie sie schon in unzähligen anderen Kriegsfilmen zum Thema Zweiter Weltkrieg auftauchen. Pauschal werden alle deutschen Soldaten als böse und mit dem Teufel im Bunde gebrandmarkt. Es gibt keine Ausnahmen. Dass es auch anders geht, zeigt uns beispielsweise der Klassiker DIE KANONEN VON NAVARONE (THE GUNS OF NAVARONE, 1961).

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Vor und hinter der Kamera

Kameramann Lorenzo Senatore, THE EXPENDABLES 3 (2014), JAMES BOND 007: SPECTRE (2015), WONDER WOMAN (2017) fängt sehr stimmungsvolle wie auch gruselige Momente ein, gerade innerhalb des alten Gebäudes. Vor allem glänzt der sorgfältig ausgewählte Cast. Jeder Charakter der Gruppe wird überzeugend und mit ausreichender Tiefe dargestellt. Neben dem bekannten Billy Zane (ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT (BACK TO THE FUTURE, 1985), TODESSTILLE (DEAD CALM, 1989), TITANIC (1997)), der hier nur eine kleine Rolle hat, überzeugt vor allem Kyle Gallner (AMERICAN SNIPER (2014), A NIGHTMARE ON ELM STREET (2010)) in seiner Rolle als Scharfschütze Tappert.

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Doch auch der Rest der Gruppe überzeugt, allen voran der Australier Brenton Thwaites (MALEFICENT – DIE DUNKLE FEE, 2014 und PIRATES OF THE CARIBBEAN: SALAZARS RACHE, 2017). Ebenso wie die restlichen Mitglieder seiner kleinen Gruppe die aus Alan Ritchson (DIE TRIBUTE VON PANEM – CATCHING FIRE (THE HUNGER GAMES: CATCHING FIRE, 2013), TEENAGE MUTANT TURTLES: OUT OF THE SHADOWS, 2016)), Theo Rossi (BAD HURT, 2015 und MARVEL‘S LUKE CAGE, 2016-2018) und Skylar Astin (PITCH PERFEKT (2012), PITCH PERFEKT 2 (2015) besteht. Der gelungene Score für GHOSTS OF WAR stammt von Michael Suby, der schon mehrfach mit Eric Bress zusammengearbeitet hat, unter anderem bei BUTTERFLY EFFECT. Daneben dürfte Suby besonders Serien-Junkies bekannt sein, vor allem durch die hierzulande sehr beliebte Serie THE VAMPIRE DIARIES (2009-2017). Neben seiner ausfüllenden Arbeit an zahllosen Serien zog es ihn immer wieder zurück zum Film, so auch hier.

© Capelight Pictures

Fazit

GHOSTS OF WAR bietet gute Unterhaltung, es kommt zu keiner Zeit Langeweile auf. Ganz sicher wird er nicht jedem Filmfreund munden, aufgrund des unerwarteten Finales. Trotz allem ist er besonders durch seine Optik, den großartigen Kulissen und der spannenden, wilde Haken schlagenden Story, über dem Durchschnitt im Sub-Genre der Geisterfilme einzuordnen.

© Stefan F.

Titel, Cast und CrewGhost of War (2020)
Poster
RegisseurEric Bress
Releaseab dem 23.10.2020 auf Blu-ray und DVD

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Trailer
BesetzungBrenton Thwaites (Chris)
Kyle Gallner (Tappert)
Alan Ritchson (Butchie)
Theo Rossi (Kirk)
Skylar Astin (Eugene)
Billy Zane (Dr. Engel)
DrehbuchEric Bress
FilmmusikMichael Suby
KameraLorenzo Senatore
SchnittPeter Amundson
Filmlänge95 Minuten
FSKab 16 Jahren

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