Friedhof der Kuscheltiere (2019) – Filmkritik und Vergleich zum Original

Prolog

Wie rezensiert man einen Film, den man direkt nach dem Abspann am liebsten zerfetzt hätte? Ist es gerecht all denjenigen, die dem Film unvoreingenommen eine Chance geben möchten, den Kinobesuch bereits im Vorfeld zu vergraulen? Vielen meiner Mitbesucher während der Pressevorführung scheint der Film sogar gefallen zu haben. Also nähere ich mich dem Film noch einmal aus einer gewissen zeitlichen Entfernung und versuche jedem selbst die Möglichkeit zu geben auf die Dinge zu achten, die mir im Zusammenhang mit Stephen King und der zweiten Verfilmung seines Kultschockers wichtig erscheinen.

Jeté Laurence als Ellie // © 2019 Paramount Pictures. All rights reserved.

Eine schwere Hypothek

Filmische Remakes haben immer mit der undankbaren und oft ungerechten Widrigkeit zu kämpfen, dass man sie automatisch mit dem Original vergleicht. Basiert das Original dann auch noch auf einem Buch, muss sich der Film gleich mit zwei Vorlagen messen lassen. Ist die Vorlage dann auch noch von Stephen King wird die Herausforderung nicht gerade leichter. Der amerikanische Bestsellerautor gilt durch sein literarisches Können nicht umsonst als Master of Horror. Ein herausragendes Beispiel für seine Kunst bietet sein zeitloser Bestseller FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE von 1983.

Louis (Jason Clarke) and Jud (John Lithgow) // © 2019 Paramount Pictures. All rights reserved.

Die Handlung (des Romans)

Der Arzt Louis Creed zieht aus beruflichen Gründen mit seiner Frau Rachel, den Kindern Ellie und Gage, sowie Kater Church von Chicago in den Provinzort Ludlow. In ihrem neuen Haus mit weitläufigem Grundstück und angrenzender Natur sollen ihre Kinder in einer gefahrloseren Umgebung als in der Großstadt aufwachsen. Doch ihr familienfreundliches Heim wird durch erste beängstigende Vorzeichen zerstört. Ihr Haus liegt an einer Schnellstraße, die von rücksichtslos dahinrasenden Tanklastern in hoher Frequenz befahren wird. Ein Jugendlicher wird am helllichten Tag beim Joggen von einem Auto erfasst und stirbt grausam verwundet in den Armen von Louis. Dieser verfolgt ihn seitdem in dessen Träumen, um ihn vor einem gefährlichen Ort zu warnen. Ein in direkter Nähe zu ihrem Haus liegender und unheimlich wirkender Tierfriedhof fördert besonders bei Mutter Rachel ein gestörtes Verhältnis zum Tod hervor. Als sie selbst noch ein junges Mädchen war, gaben ihre Eltern ihr die Schuld am Tod ihrer schwer kranken Schwester. Von ihrem verwitweten Nachbarn Jud erfahren sie, dass der Friedhof vor langer Zeit für die von den Tanklastern überfahrenen Haustiere der umliegenden Familien angelegt wurde. Besonders Tochter Ellie hat nun Sorge um ihren geliebten Kater Church.

John Lithgow als Jud und Jeté Laurence als Ellie // © 2019 Paramount Pictures. All rights reserved.

Tatsächlich wird der in den nächsten Tagen tot neben der Schnellstraße aufgefunden. Um seine Tochter nicht mit dessen Tod belasten zu müssen, will Louis ihn heimlich auf dem Tierfriedhof begraben. Doch Nachbar Jud schlägt Louis vor den Kater woanders zu beerdigen. Hinter dem Tierfriedhof befindet sich ein alter, schwer zugänglicher Indianerfriedhof. Dort sei der richtige Ort für das geliebte Tier. Ganz im Rausch das Unheil von seiner Tochter abwenden zu können begräbt Louis den Kater dort. Als wäre nichts geschehen kehrt der tote Kater noch in der gleichen Nacht von dort zurück. Doch er wirkt verändert. Seine Aggressivität scheint nur Louis aufzufallen. Ellie macht ihre Liebe zu ihrem Haustier jedoch blind gegenüber genau dieser Veränderung. Der scheinbar abgewendete Tod von seiner Familie sucht sich jedoch seinen Weg zurück. Als auf tragische Weise ihr kleiner Sohn auf die Straße läuft, passiert das Schlimmste was Eltern passieren kann. Der kleine Gage wird von einem Tanklaster erfasst und getötet. Dieses unfassbare Grauen droht die Familie zu verschlingen. Um sie alle vor diesem unfassbaren Schmerz zu erlösen, bringt Louis wieder besseren Wissens die Leiche seines Sohnes auf den Indianerfriedhof. Doch Louis’ Handeln macht alles nur noch schlimmer, denn der Tod lässt sich nicht überlisten.

Louis (Jason Clarke) // © 2019 Paramount Pictures. All rights reserved.

Die Themen

Die Kraft dieser Geschichte und ihren tragischen Wendungen liegt in den sich scheinbar ausschließenden Phänomen Liebe, Schuld und Tod. Unsere geliebten Kinder dürfen nicht sterben, weil durch ihren Tod etwas in uns selber sterben wird. Und da unser Überlebensinstinkt stärker ist, als jede Vernunft, lassen wir uns zu unfassbaren Taten hinreißen, um dieses Sterben aufzuhalten. Die Liebe zu seiner Familie und seine Schuldgefühle, stürzen den Familienvater in eine einerseits nachvollziehbare Handlung, die aber in ihrer Auswirkung noch viel schlimmer ist, als das was sie rückgängig machen soll. Seine Liebe tötet. Diesen paradoxen Kreis schlingt Kings Geschichte unnachgiebig um seine Figuren und gleichzeitig um seine Leser, dass einem schlecht wird. Der Tod des eigenen Kindes ist so unfassbar grausam, dass dieser uns dazu bringen kann, jegliche Grenzen der Ethik zu überschreiten. Die Familie als intim verletzlicher Ort, der gerade durch seine Fragilität anfällig für allergrößtes Leid sein kann.

Gage (Lucas Lavoie) und Rachel (Amy Seimetz) // © 2019 Paramount Pictures. All rights reserved.

Ein weiteres Motiv ist das der Erde. Sie gibt auf der einen Seite wertvolle Schätze preis. Zum Beispiel Öl, welches dann in Lastern über die Straßen des Landes transportiert wird. Dass diese Laster zu todbringenden Monstern werden, ist sicher auch eine subtile Botschaft gegen rücksichtslose Umweltverschmutzung. Erst sterben Tiere, dann unsere Kinder und am Ende sind alle Menschen in Gefahr. Also sollten wir behutsam und verantwortungsvoll mit dem umgehen, was in der Erde liegt. Ein Mensch, der in ihr seine letzte Ruhe findet, sollte bei allem Schmerz auch dort verbleiben. Kommt er aus ihr zurück, weil wir den Tod als Teil unseres Lebens nicht akzeptieren können, durchbricht das sämtliche Naturgesetze und wird im Chaos enden. Somit könnte man die Rückkehr der Toten von dem Indianerfriedhof als eine Rache der Natur gegen ihre Regeln interpretieren.

Ein ambitionierter Filmemacher hätte hier also einen reichen Schatz an Themen, die nach einer filmischen Entsprechung schreien.

© 2019 Paramount Pictures. All rights reserved.

Die Verfilmung von 1989

Das Mondo-Steelbook zum Originalfilm

Stephen King schrieb für die Erstverfilmung das Drehbuch selbst. So entwickelte er ein dem Buch sehr nah stehendes Szenario. Also beste Voraussetzungen für eine gelungene Verfilmung? Grundsätzlich machte der Film in vielen Dingen sehr vieles richtig. Er blieb nicht nur sehr nah an der Vorlage, er nahm sich auch Zeit den aufkommenden Horror langsam in einer idyllisch wirkenden Umgebung wachsen zu lassen. Regisseurin Mary Lambert (SIESTA, 1987) setze zusammen mit Kameramann Peter Stein mit einigen sehr schön fotografierten Bildern an realen Schauplätzen einen friedlichen Kontrast zum aufkommenden Horror. Auch auf der Tonebene setze sie mit Grillenzirpen und Blätterrauschen auf eine friedliche Natur. Lediglich die alptraumhaft gekonnte Musik von Elliot Goldenthal (ALIEN III, INTERVIEW MIT EINEM VAMPIR) setzte hier zu Anfang mit einem Kinderchor in Moll einen gelungenen Kontrapunkt. Auch die im Hintergrund vorbeirauschenden Laster waren eine subtile Anspielung auf das kommende Unglück. Leider löste Lambert den Film dann weitestgehend in klassischen Einstellungen auf. So entstanden kaum Szenen, die durch eine Kamerafahrt, einen Schwenk, oder einer dramatischen Inszenierung der Figuren im Raum die innere Spannung eines echten Augenblicks einfangen konnten. So entstand oft der Eindruck einer eher ambitionierten TV-Produktion als einem großen Kinofilm zu folgen. Außer Fred Gwynne als tragischer Nachbar, wirkten zudem alle übrigen Darsteller überfordert oder schlicht fehlbesetzt. Allen voran Hauptdarsteller Dale Midkiff, dem ich zumindest keinen seiner dramatischen Momente wirklich abnehmen konnte. So wirkt die Verfilmung trotz beeindruckender Make-Up-Effekte, einiger sehr schöner Außenaufnahmen und einem recht spannend inszenierten Schluss eher halbgar und der Vorlage gegenüber nur oberflächlich gewachsen.

Eine Neuverfilmung hätte also die Chance, die oben genannten Themen filmisch ambitionierter, inhaltlich noch tiefer gehender und zwischenmenschlich noch glaubhafter umzusetzen.

Ellie (Jeté Laurence) // © 2019 Paramount Pictures. All rights reserved.

Die Verfilmung von 2019

Das Drehbuch von David Kajganich (SUSPIRIA, 2018) und Jeff Buhler, sowie die Regie des amerikanischen Duos Kevin Kölsch und Dennis Widmeyer (STARRY EYES, 2014) geht von vorneherein einen anderen Weg. Der Film beginnt mit einer Vorausschau auf das Ende. Ein brennendes Haus, Blut auf der Veranda und ein offen stehendes leeres Auto, dazu ein Soundteppich aus dissonantem Rauschen und einem kaum als Musik wahrnehmbaren Score von Christopher Young. Dieser von vielen hoch geschätzte Komponist, der sich u. a. mit den grandiosen Orchesterscores zu HELLRAISER und HELLBOUND einen ewigen Platz im musikalischen Horrorolymp sichern konnte, darf lediglich ganz am Anfang ein paar Noten zu einer Art Melodie zusammensetzen. Ab dann ergießt er sich in endlosen Synthieloops, die sich nun fast über den kompletten Film einem penetrant überlauten Soundbrei unterordnen müssen. Ob das nun seine eigene Entscheidung war oder die der Regisseure, die dem Aspekt der Musik somit null Beachtung schenkten, wissen aktuell nur die Beteiligten selber. Schade um die verschenkte Möglichkeit.

© 2019 Paramount Pictures. All rights reserved.

Nur weil komplex verfremdetes und ständig variierendes Heizungsrauschen in David Lynchs Kult-Horror ERASERHEAD als bahnbrechendes Stilmittel funktionierte, muss das noch lange keine Legitimation für eine nahezu Non-Stop-Lärmbelästigung in diesem Film sein. Das zerstört bereits früh sehr viel und hinterlässt den Eindruck, dass uns die Macher als Zuschauer sehr wenig zutrauen. Horror muss demnach laut und nach den immer gleichen Grundsätzen funktionieren. Allein auf der Bildebene enttäuscht dieser Film immens. Gerade die nächtlichen Szenen, die natürlich alle im Nebel spielen müssen, wirken wie aus einer Studiokulisse eines Hammer Film der 60er Jahre. Gerade die langsame und subjektive Veränderung eines Ortes durch die persönliche Krise einer der Figuren, hätte bei einer filmischen Neuauflage interessiert. Da war die Erstverfilmung, trotz ihrer konventionellen Auflösungsstruktur deutlich näher dran.

© 2019 Paramount Pictures. All rights reserved.

Das Hauptaugenmerk der Macher schien darauf zu liegen mit der Erwartungshaltung der Zuschauer vom ersten Film zu spielen. Tatsächlich führen sie mit ähnlichen Einstellungen und einem dann doch anderen Ablauf der Ereignisse die Zuschauer ein ums andere Mal in die Irre. Das ist erst einmal legitim und teilweise auch wirklich überraschend. Auch, dass sie mit einer kultisch agierenden Kindergruppe dem Film ein weiteres mystisches Element zufügen, ist erstmal kein Grund für negative Kritik. Dass sie es aber dann bei diesen Veränderungen belassen, ohne sie in einen dramaturgisch sinnvollen Ablauf münden zu lassen, ist da schon eher befremdlich. Die Kinder verbleiben so hinter Tiermasken als stumme, fast dämonengleiche Wesen ohne auch nur einmal eine wirklich relevante Handlung mitzugestalten. Eine Interaktion mit Tochter Ellie hätte hier durchaus spannende Wege ebnen können.

© 2019 Paramount Pictures. All rights reserved.

Noch sträflicher erscheint mir jedoch, dass die Macher den Tanklastern keine durchgehende Beachtung mehr schenken. Tatsächlich fragt man sich, allerdings in beiden Filmen, wie die Eltern im Wissen um diese Straße ihre Kinder so frei und sorgenfrei draußen spielen lassen können. Da hätte die Neuverfilmung mehr Gewicht drauf legen können, um den Charakter eines verfluchten Ortes mehr herauszustellen. Denn gerade wenn die Eltern alles für die Sicherheit ihrer Kinder getan hätten, z. B. durch die Errichtung eines weiteren Zauns, einem öffentliche Protest, oder gar einem Sabotageakt und dann dennoch das Unglück passiert, wäre die Fallhöhe eine ganz andere. Apropos Unglück, der Unfall als DER Wendepunkt der Geschichte wird hier wenig inspiriert umgesetzt. Zwar hält er inhaltlich eine wirkliche Überraschung bereit, ist aber ansonsten filmisch sehr konventionell umgesetzt. Teilweise sichtbar vor Green-Screen gedreht, hat man hier fast den Eindruck, dass der Zuschauer geschont werden sollte, statt ihn auf emotionaler Ebene mal richtig ausknocken zu wollen.

© 2019 Paramount Pictures. All rights reserved.

Auch das Abgründige der einzelnen Figuren bleibt entweder außen vor, oder verliert sich wie die Visionen der Mutter über den Tod ihrer Schwester in effekthascherischen Schockmomenten, die wir bereits aus den THE RING-Filmen kennen. Hier misstraut FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE wiederum seiner starken Vorlage und dem Potential seiner Figuren. Gerade die durchweg guten Schauspieler hätten mit einem besseren Drehbuch dem Film wirklich das geben können, was Verfilmung eins nicht gelingen wollte. Jason Clarke als Familienvater ist da seinem Vorgänger um mindestens fünf Talentstufen voraus. Einige seiner inneren Filme lassen zumindest auf eine wirklich reale, mit sich ringende Figur schließen. Amy Seimetz als Mutter dagegen bleibt fast noch weniger greifbar als Denise Crosby im Original. Die durfte sich dort laut Drehbuch zum Finale hin wenigstens aktiv um das Schicksal ihrer Familie bemühen und wirkte so deutlich weiter als die 2019er Version.

© 2019 Paramount Pictures. All rights reserved.

Eine echte Entdeckung ist dagegen Jete Laurence als Tochter Ellie. Sie ist ihrer Vorgängerin an Natürlichkeit und Ausstrahlung deutlich überlegen. Doch auch sie wird von einem erschreckend schwachen Drehbuch allein gelassen. Hier wäre deutlich mehr drin gewesen. Gerade nach dem Unfall wäre ein wenig mehr Schauspielführung, statt noch lauterer Toneffekte passender gewesen. Dennoch ist sie durch ihr Spiel und die Skizze ihrer Figur das eigentliche Herzstück des Films. Eine Bank dagegen ist wie immer John Lithgow als Nachbar Jud. Er lässt wirklich sehr tief in einen gebrochenen Charakter blicken. Da ist er zumindest auf Augenhöhe mit Fred Gwynne.

Fazit zur Verfilmung

Bis auf einige Überraschungen und einem optisch sehr originellen Schlussmoment hat die Neuverfilmung der Erstverfilmung wenig voraus und ist in manchen Punkten sogar schwächer. In einem sind sie sich aber gleich: sie werden der literarischen Vorlage nicht im Ansatz gerecht.

© 2019 Paramount Pictures. All rights reserved.

Die King Hypothek

Zum Schluss noch etwas zum Autor.

Stephen Kings besondere Stärke liegt in der fast bildlich greifbaren Darstellung menschlicher Ängste und Abgründe. Oft ist das Sezieren der Psyche seiner Figuren grausamer als seine oft nahezu spürbar brutalen Gewaltszenerien. Gerade sein tiefes Eintauchen in die menschliche Natur macht seine Figuren für den Leser zu realen Begleitern durch seine fast körperlich erlebbaren Szenerien. Wir können die Orte und Gegenstände in seinen Geschichten fast, fühlen, riechen, hören oder schmecken. Dadurch erreicht er eine unmittelbare Augenhöhe mit seinen Figuren, dass ihre Ängste zu unseren werden. Die von ihm beschriebenen Gefahren werden fast in unseren eigenen Augenwinkeln sichtbar und die Furcht der Figuren manifestiert sich in Gänsehaut auf unseren ganzen Körpern. Vielleicht liegt gerade daran das häufige Scheitern der meisten Verfilmungen seiner Werke.

Ein kurzer Exkurs sei mir hier noch erlaubt. Es gibt aus meiner Sicht nur ganz wenige Beispiele in denen es Filmemacher geschafft haben eine King-Vorlage zu einem wirklich guten Film zu machen. Da sind zum einen die Adaptionen seiner Kurzgeschichten wie STAND BY ME (Rob Reiner, 1986), DIE VERURTEILTEN (1994) oder DER NEBEL (2007), beide von Frank Darabont, in denen es den Filmemachern gelingt den Geist der Geschichte in einer oft weiterentwickelten Handlung umzusetzen. Bei einem ganzen Roman ist das aus meiner Sicht nur MISERY (1990), wiederum unter Rob Reiners Regie, CARRIE (Brian de Palma, 1976) und dem Fortsetzungsroman THE GREEN MILE (1999), unter der erneuten Führung von Frank Darabont, gelungen. Hier versuchten Autoren wie Regisseure möglichst nah an der literarischen Vorlage zu bleiben. Allein das Entwickeln einer bildlichen Entsprechung von Stephen Kings Worten ist da schon Meisterleitung genug. Warum sich fast alle Filmprojekte weigern dieser Herausforderung zu stellen, bleibt mir bis heute ein Rätsel. King schreibt ja quasi Filme, die beim Lesen vor unsere Augen entstehen. Ihre Bildhaftigkeit muss eigentlich nur noch Wort für Wort filmisch umgesetzt werden.

Bei dem vielleicht besten Film, der auf einem seiner Roman basiert, entfernte sich der Macher zwar deutlich von der eigentlichen Intention des Autors, schuf aber mit SHINING (Stanley Kurbrick, 1980) eine Filmsprache die der Kraft von Kings Worten zumindest ebenbürtig ist. Hier emanzipiert sich der Film bewusst vom Autor und transportiert dennoch dessen Geist in beängstigende Bilder und traumatisierende Klangskulpturen. Auch wenn es Stephen King selber bisher nicht so sehen kann, ist SHINING ein richtiger Weg sich Kings Wahnsinn der menschlichen Psyche zu nähern. Hier gibt es eine bewusste Entscheidung auf welchen Aspekt der Geschichte er sich konzentrieren möchte, um diese dann konsequent in eine eigene Filmsprache zu übersetzen. Von einem richtigen Weg sich erneut FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE zu nähern, sind die Macher der aktuellen Verfilmung leider meilenweit entfernt.

Vielleicht sind der guten Dinge ja drei und wir erleben in vielleicht 10 Jahren mal eine Version, die das Niveau von SHINING oder MISERY erreichen kann. So könnte einem außergewöhnlichen Stück Literatur vielleicht doch ein filmisch adäquates Pendant an die Seite gestellt werden.

Titel, Cast und CrewFriedhof der Kuscheltiere (2019)
OT: Pet Sematary
Poster
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Release
ab dem 04.04.2019 im Kino
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RegisseurKevin Kölsch
Dennis Widmyer
Trailer
DarstellerJason Clarke (Louis)
Amy Seimetz (Rachel)
John Lithgow (Jud)
Jeté Laurence (Ellie)
Hugo Lavoie (Gage)
Lucas Lavoie (Gage)
DrehbuchJeff Buhler
MusikChristopher Young
KameraLaurie Rose
SchnittSarah Broshar
Filmlänge101 Minuten
FSKFSK 16

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