Flash Gordon (1980) – Filmkritik

Nur sehr ungern benutze ich Etiketten wie „Trash“ oder „B-Movie“. Zum einen, weil sie in den letzten Jahren exorbitant in aller Munde sind. Zum anderen, weil sie meist in einem komplett falschen Kontext gesetzt werden. Das gleiche Schicksal teilt auch der „Klassiker“, ebenso wie der „Kult“. Einschlägige Filmseiten und diverse Filmgruppen schleudern dem interessierten Leser auf Anhieb Dutzende von Filmen entgegen, die gedankenlos mit solchen Schildern behangen wurden. Das der Drang zur Übertreibung uns Menschen angeboren ist, ist unbestritten, doch warum greifen wir nicht zu Auszeichnungen wie „gut“, „Klasse“ oder „ein überaus spannender Film“? Das Gegenteil wäre „Schlecht“, „nicht gut“ oder „Langweilig“. Scheinbar zählen heutzutage nur noch Superlativen, es gibt nur Hop oder Top, Sekt oder Selters, Schwarz oder Weiß, was sehr schade ist. Der hier vorliegende FLASH GORDON hat auch schon so ziemlich jedes, der oben erwähnten Auszeichnungen bekommen, ganz besonders die negativen. Bei solch einer Bandbreite von Meinungen benutze ich am liebsten das wunderbare „polarisiert“. Denn dieser Film teilt Zuschauer wie Kritiker in ihrer Meinung von der ersten bis zur letzten Minute. Eines sollte jedem klar sein, dass FLASH GORDON sich selbst zu keiner Zeit ernst nimmt und das sollte der Rezipient auch nicht.

© Studiocanal

Handlung

Der mächtige Imperator Ming (Max von Sydow) hat große Teile des Weltraums unter seiner Kontrolle. Alle tausend Jahre (!) unterzieht Ming den darin lebenden Völker einen gefährlichen Test. Er entfesselt schreckliche Katastrophen, die zur Vernichtung ganzer Planeten und deren Bewohner führen können. Wenn die dort lebenden Völker diese Katastrophen für Naturphänomene halten, sind sie in Mings Augen ungefährlich. Wenn sie jedoch erkennen, dass es ein Angriff ist, werden sie für den Imperator eine Bedrohung und er vernichtet sie. Nun ist die Erde für solch einen Test auserwählt worden. Unser Planet wird mit Erdbeben und einem Feuerhagel gemartert, danach verschwindet die Sonne hinter einem undurchdringlichen Nebel. Im selben Moment wird der Mond aus seiner Umlaufbahn gezerrt und stürzt langsam auf die Erde zu.

Zur gleichen Zeit laufen sich zufällig drei Menschen über den Weg: Der Footballspieler Flash Gordon (Sam J. Jones), Dr. Zarkov (Chaim Topol) und die Reiseleiterin Dale Arden (Melody Anderson). Zarkov glaubt, dass die Erde in Gefahr schwebt und eine außerirdische Macht dahintersteckt. Die drei entkommen in letzter Sekunde in Zarkovs selbst gebauter Rakete. Kurz nach dem Start geraten sie in ein Wurmloch, das sie auf direktem Weg zum Planeten Mongo bringt, wo Ming mit seiner Tochter Prinzessin Aura (Ornella Muti) lebt. Kurzerhand lässt Ming die Erdlinge festnehmen. Flash soll sofort sterben, Dr. Zarkov mit einer Gehirnwäsche gefügig gemacht werden und Ming nimmt Dale zu seiner neuen Frau. Doch die Zeit wird knapp, denn unser Mond nähert sich immer weiter der Erde und droht alles Leben für immer auszulöschen. Gibt es noch eine Rettung?

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Es war einmal…

Comic-Cover von 1950

Die Geschichte eines der bekanntesten und dienstältesten Superhelden der USA begann im Jahre 1934. Auf der letzten Seite der Sonntagsausgabe einer Tageszeitung aus dem „King Features Verlag“ erblickte am 7. Januar „Flash Gordon“ als Comic das Licht der Welt, gezeichnet von einem gewissen Alex Raymond. Flash war als direkte Konkurrenz zum einige Jahre zuvor erschienen Science-Fiction-Comic „Buck Rogers“ entworfen worden. Innerhalb kürzester Zeit hatte Flash seinen Weltraum-Konkurrenten Rogers hinter sich gelassen. In den Jahren 1975 – 1983 brachte der österreichische Pollischansky-Verlag Auszüge von Raymonds Comics in deutscher Sprache auf den Markt. Etwas später folgten der Heyne- wie auch der Norbert Hethke Verlag mit eigenen Veröffentlichungen. Ab dem Jahr 2018 brachte der Hannibal Verlag eine auf sechs Bände angelegte Flash-Gordon-Reihe.

Als der uns bekannte Science-Fiction-Film noch in den Kinderschuhen steckte, startete im US-amerikanischen Fernsehen eine eigene Serie über den blonden Weltraum-Helden. Von 1936 bis 1940 lief die beliebte Serie und begeisterte Jung und Alt. In die wichtige Rolle des Flash Gordon schlüpfte Buster Crabbe. Der war ein überaus erfolgreicher Schwimmer, unter anderem wurde er Olympiasieger und hielt lange 35 nationale Rekorde und 16 Weltrekorde im Schwimmen. Als Schauspieler wirkte er in über 100 Filmen mit, unter anderem in verschiedenen Produktionen so auch in BUCK ROGERS und TARZAN.

Ab den 1940er verließ Crabbe das phantastische Genre und wechselte zum Western. Der berüchtigte SciFi Channel versuchte sich im August 2007 mit einem modernisierten Flash Gordon. Insgesamt gibt es nur eine Staffel, die aus 21 Episoden besteht. Im September desselben Jahres startete sie auf dem deutschen Sender RTL2, allerdings nur für 4 Folgen, danach war Schluss. 1974 gab es eine Porno-Parodie unter dem Titel FLESH GORDON, die 1989 eine Fortsetzung bekam: FLESH GORDON – SCHANDE DER GALAXIS. Daneben gab es Zeichentrick-Serien, Hörspiele und auch Romane über Flash Gordon zu bestaunen.

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Die Crew

Der britische Regisseur und Drehbuchautor Mike Hodges erblickte im Jahre 1932 in Bristol, England das Licht der Welt. Seine ersten Erfahrungen sammelte er mit britischen Fernsehserien, ehe er 1971 mit dem Thriller JACK RECHNET AB (GET CARTER) sein Debüt im Kino feierte. In den Hauptrollen sehen wir Michael Caine und Britt Ekland. Im Jahre 1978 begann Hodges mit den Dreharbeiten von DAMIEN – OMEN II (DAMIEN: OMEN II) der Fortsetzung zu Richard Donners Klassiker DAS OMEN (THE OMEN, 1976). Kurz darauf kam es zu schweren Differenzen und Hodges verließ das Projekt. An seiner Stelle übernahm Don Taylor die Regie. FLASH GORDON ist sicherlich Hodges bekanntestes Werk in seiner kleinen Filmografie.

Für Sam J. Jones, der bürgerliche Name ist Samuel Gerald Jones, war FLASH GORDON erst sein dritter Auftritt vor der Kamera. Der 1954 in Chicago geborene US-Amerikaner hat sich bis heute eine ansehnliche Filmografie erarbeitet, auch wenn überwiegend günstige Film- sowie TV-Produktionen darunter sind. Unter anderem war er in einer kleinen Rolle in dem bekannten TED (2012) und TED 2 (2015) neben Mark Wahlberg zu sehen. In der Juni-Ausgabe des Jahres 1975 zog sich Jones für die Zeitschrift Playgirl, und zur Freude der weiblichen Fans, komplett aus. Allerdings ist er da mit dem Namen Andrew Cooper III betitelt.

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Seine Schauspielpartnerin in FLASH GORDON Melody Anderson, die Ende der 1990er ihre Filmkarriere an den Nagel hing, hat eine etwas kürzere Filmografie vorzuweisen. Überwiegend war sie für das Fernsehen tätig und machte nur sehr wenige Ausflüge nach Hollywood, wie z.B. 1986 neben Chuck Norris und Louis Gossett Jr. In FEUERWALZE (FIREWALKER).

Über die Herrschaften Max von Sydow, Ornella Muti und Timothy Dalton erübrigt sich jedes Wort. Wer diese verdienstvollen Schauspieler nicht kennt, sollte sich schämen und dringend Filme mit ihnen nachholen.

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Zwar hat er in FLASH GORDON nur eine kleine Rolle, aber den Engländer Philip Stone möchte ich gerne besonders hervorheben. Dieser wunderbare Charakterdarsteller war auf allen Bühnen Zuhause. Egal ob Theater, Film oder Fernsehen, er fühlte sich überall wohl. Neben Joe Turkel ist Stone der einzige Darsteller, der in drei Stanley Kubrick-Filmen auftreten durfte: UHRWERK ORANGE (A CLOCKWORK ORANGE, 1971), BARRY LYNDON (1975) und natürlich als Delbert Grady in SHINING (THE SHINING, 1980). Daneben war er unter anderem auch in DIE SCHRECKEN DER MEDUSA (THE MEDUSA TOUCH, 1978), INDIANA JONES UND DER TEMPEL DES TODES (INDIANA JONES AND THE TEMPLE OF DOOM, 1984) oder HITLER – DIE LETZTEN ZEHN TAGE (HITLER: THE LAST TEN DAYS, 1973) zu sehen. Sein einzigartiges Schauspiel und seine unnachahmliche Art vor der Kamera zu erscheinen, machten ihn unverwechselbar. Leider schaffte Stone nie den großen Durchbruch, sehr oft blieben nur die kleinen, dafür sehr markanten, Nebenrollen übrig. Er verstarb 2003 im stolzen Alter von 79 Jahren in London an einem Herzinfarkt.

Verantwortlich für die Kamera bei FLASH GORDON ist niemand Geringeres als Gilbert Taylor. In seiner Filmografie stehen solch beeindruckende Werke wie DR. SELTSAM ODER: WIE ICH LERNTE, DIE BOMBE ZU LIEBEN (DR. STRANGELOVE OR: HOW I LEARNED TO STOP WORRYING AND LOVE THE BOMB, 1964), EKEL (REPULSION, 1965), DAS OMEN (THE OMEN, 1976) oder auch KRIEG DER STERNE (STAR WARS, 1977). Mittlerweile ist auch dieser unnachahmliche Künstler von uns gegangen. Im unglaublichen Alter von 99 Jahren verstarb er schließlich im August 2013 in Newport, England.

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Und dann wäre da noch der unvergleichliche Soundtrack der Rock-Gruppe Queen, abgerundet durch viele bezaubernde Stücke von Howard Blake (Soundtrack liegt auf CD der Limited Collector‘s Edition bei). Zusammen mit dem sechs Jahre später entstandenen Soundtrack zu HIGHLANDER (1986) schuf die legendäre Rock-Gruppe zwei unvergleichliche Highlights in der Filmmusik, die auch wunderbar ohne Film funktionieren und zum immer und immer wieder hören einladen.

Farbenrausch

Auf unserer phantastischen Reise durch das Reich des Imperators Ming treffen wir auf jede Menge skurriler Charaktere und seltsamer Völker; rot-goldene Weltraum-Samurais, Menschen mit Flügeln wie klassische Engel, Roboter und Androiden in allen Ausführungen; bezaubernde Frauen in knappen Gewändern, allen voran Ornella Muti, die nie besser ausgesehen hat als hier. Fantastische Kostüme, wo hin man sieht, präsentiert auf riesigen Sets mit bezaubernden Requisiten, alles verpackt in einem wahnwitzigen Farbenrausch, wie er nur selten zu sehen ist. Vor allem das allgegenwärtige Rot, das jede Szene beherrscht und verzaubert, brennt und strahlt mit einer unglaublichen Kraft und Leidenschaft.

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Auch wenn Teile der Raumschiffsmodelle an den vier Jahre später erschienen DUNE – DER WÜSTENPLANET (DUNE, 1984) von David Lynch erinnern, sind die Effekte für das Jahr 1980 größtenteils gelungen. Ausführender Produzent bei DUNE war übrigens De Laurentiis Tochter Raffaella, während Dino nur als „executive producer“ gelistet wurde. Raffaella hatte zuvor mit CONAN, DER BARBAR (CONAN THE BARBARIAN, 1982) und der Fortsetzung CONAN DER ZERSTÖRER (CONAN THE DESTROYER, 1984) erste Erfolge gefeiert.

Prompt werden in Deutschland Stimmen laut, die in der Geheimpolizei von Ming einen Verweis auf die SS-Truppen der Nazizeit sehen. Zum einen sollte nicht vergessen werden, aus welcher Zeit die ursprünglichen Comics von Alex Raymond stammen. Zum anderen bestätigt John Bloomfield, der die ersten Kostümentwürfe anfertigte, dass sie bewusst in Richtung des Faschismus gezielt hatten, um die Geheimpolizei entsprechend darzustellen. 1981 wurde FLASH GORDON in den Kategorien bestes Kostüm, bester Science-Fiction-Film und bester Nebendarsteller für den „Saturn Award“ nominiert. Weiterhin gab es drei Nominierungen für den „British Academy Film Award“ in den Kategorien: beste Kostüme, beste Filmmusik und bestes künstlerisches Design. Darüber hinaus wurde Flash Gordon Darsteller Sam J. Jones für die „Goldene Himbeere“ als schlechtester Darsteller nominiert. Seine Erstaufführung in Deutschland feierte FLASH GORDON am 25. Februar 1981.

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Imperator Dino De Laurentiis

Die Produzentenfamilie De Laurentiis ist ein bekannter Name im Film-Business wie auch in Hollywood. Dino De Laurentiis, gebürtig als Agostino de Laurentiis 1919 in Torre Annunziata, Italien geboren, produzierte in seiner langen Karriere Unmenge an großartigen und bekannten Filmen. Bei einem geschätzten Budget von ca. 20.000.000 US-Dollars kann man erahnen, dass es sich bei FLASH GORDON nicht gerade um eine kleine Produktion handelt. Zu Beginn soll es sogar Verträge und Ideen über insgesamt drei Flash-Gordon-Filme gegeben haben. Als Auslöser für die Verfilmung des FLASH GORDON können wir ganz klar Georg Lucas Space Opera KRIEG DER STERNE ausmachen, der damals einen gewaltigen Sci-Fi-Hype auslöste. Das lustige an der Sache ist jedoch, dass George Lucas FLASH GORDON vor seinem KRIEG DER STERNE verfilmen wollte, doch er konnte die hohe Summe für die Rechte nicht aufbringen. Also drehte Lucas kurzerhand seine eigene Version von Flash Gordon, die dann unter dem Namen KRIEG DER STERNE weltweit Rekorde brach und gleichzeitig die Verfilmung von FLASH GORDON in seinem Kielwasser ermöglichte. Wer ein wenig aufpasst, wird viele Ähnlichkeiten zu den ersten drei STAR WARS (1977, 1980, 1983) Filmen in FLASH GORDON wiederfinden.

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Aber es sollte auch erwähnt werden, dass Dino nicht nur der generöse Geldgeber war, sondern ein sehr schwieriger Mensch, mit dem es immer wieder zu Reibereien kam. Er mischte sich in alle Aspekte der Produktion ein und setze mit aller Macht seinen Willen durch, wenn Filme nicht seinen Vorstellungen entsprachen, egal wie bekannt der Regisseur auch wahr. Sehr gerne manipulierte er Personen zu seinen Gunsten oder spielte sie gegeneinander aus. Ursprünglich sollte Nicolas Roeg, WENN DIE GONDELN TRAUER TRAGEN (DON‘T LOOK NOW, 1973), die Regie bei FLASH GORDON übernehmen. Die Vorproduktion war schon in vollem Gange, als er von De Laurentiis vom Film abgezogen wurde, weil ihm die Richtung nicht gefiel, die Roeg und sein Team einschlugen. Der Engländer war an einer ernsthaften Verfilmung des Comics interessiert, während De Laurentiis eher eine Komödie wollte. Ganz sicher wäre es äußerst interessant gewesen die Version des Ausnahmekünstlers Roeg auf der Leinwand zu sehen, vor allem wenn man all die Storyelemente und Storyboards in Betracht zieht, die noch existieren. Drehbuchautor Michael Allin, der zusammen mit Roeg die eigentliche Story konzipierte, distanziert sich von dem fertigen Film, da er laut seinen Aussagen nicht mehr das geringste mit der ursprünglichen Idee gemein hat. Ausführlich wird das Thema in der Dokumentation „Lost in Space: Nic Roeg‘s Flash Gordon“ besprochen, die auf der „Limited Collector‘s Edition“ und dem 4K-Steelbook von Studiocanal verfügbar ist. Aber auch Regisseur Mike Hodges kam nicht ohne größere Probleme und Diskussionen mit seinem Produzenten davon. Das ging so weit, dass Hodges irgendwann De Laurentiis vom Set jagte. Noch schlimmer traf es den Hauptdarsteller Sam J. Jones, der ausführlich über seine schwere Zeit während und nach der Produktion von FLASH GORDON in der sehenswerten Dokumentation „Life After Flash“ spricht.

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Unterschiedliche Veröffentlichungen

4K-UHD-Steelbook

Wer besonderen Wert auf Bonusmaterial legt, sollte sich vor dem Kauf genau überlegen, was er möchte. Am spärlichsten ausgestattet, was das Bonusmaterial angeht, ist die DVD-Version: Audiokommentare mit Regisseur Mike Hodges & Brian Blessed (Prinz Vultan); Behind the scenes; Fotogalerie; Storyboard Galerie; Originaltrailer; Wendecover.

Etwas umfangreicher ist da schon die 4K-Version im Steelbook: Neue Dokumentation: „Lost in Space: Nic Roeg’s Flash Gordon“; Audiokommentare mit Regisseur Mike Hodges & Brian Blessed (Prinz Vultan); Behind the scenes; Fotogalerie; Storyboard Galerie; Originaltrailer.

Cover Limited Collector’s Edition

Den größten Umfang hat jedoch die Limited Collector‘s Edition, die aber ohne 4K-Scheibe auskommen muss: Booklet; Poster; 4 Artcards; Flash Patch zum Aufnähen; Dokumentation in Spielfilmlänge: „Life After Flash“ (2017); Bonus-CD: Original Soundtrack mit der Musik von Queen; Neue Dokumentation: „Lost in Space: Nic Roeg’s Flash Gordon“; Audiokommentare mit Regisseur Mike Hodges & Brian Blessed (Prinz Vultan); Behind the scenes; Fotogalerie; Storyboard Galerie; Originaltrailer; Interview mit Mike Hodges; Interview mit Comic-Autor Alex Ross; Interview mit Drehbuchautor Lorenzo Semple, Jr.; Episode 24 der Zeichentrickserie Flash Gordon (1979-1982): Das Überlebensspiel / Kobolds schönste Stunde; Die schauspielerischen Anfänge von Sam Jones; Featurette: Flash Gordon Merchandise; Bob Lindenmayer über Deleted Scenes und Alternatives Ende; Featurettes: Greenroom zum 35-jährigen Jubiläum & Reunion zum 35-jährigen Jubiläum; Interview mit Poster-Artist Renato Casaro ; Anekdoten mit Brian Blessed ; Träumereien mit Melody Anderson; Der Soundtrack – mit Brian May & Howard Blake (Queen); Easter Eggs.

Collector’s Edition Inhalt

Warum die „Limited Collector‘s Edition“ ohne 4K Scheibe auf den Markt kommt, hat schon für hitzige Diskussionen in diversen Foren gesorgt. Ehrlich gesagt, ich kann es auch nicht ganz nachvollziehen. Wer also das komplette Bonusmaterial plus einer 4K Version möchte, muss zwei Mal kaufen. Was die Qualität der Neuveröffentlichung angeht, gibt es keinen Grund für Beschwerden. Laut Studiocanal wurde der Film Digital restauriert in 4K, was sofort nach dem Start sichtbar wird. Das Bild ist gestochen scharf, der Kontrast wie auch die Farbpalette sind perfekt ausgewogen und lassen keine Wünsche offen, egal ob auf DVD, Blu-ray oder in hochauflösendem 4K. Das schließt auch den glasklaren Ton mit ein, der in DTS-HD 2.0 vorliegt. Neben der englischen Originalfassung packte Studiocanel auch die deutsche und die französische Synchronfassung auf die Scheiben. Alle drei sind auf Wunsch mit Untertitel verfügbar.

Bei aller Freude über das umfangreiche Bonusmaterial, wird dem ein oder anderen Filmfreund sehr schnell das Lachen im Hals stecken bleiben, wenn er die „Limited Collector‘s Edition“ das erste Mal in der Hand hält. Schon allein die Haptik verrät, dass hier am Material gespart wurde. Anstatt einer robusten Verpackung wurde ein Hauchdünner Pappkarton gewählt. Ergebnis: Der kleinste Druck auf die Verpackung erzeugt unschöne Knicke. Bei so einer hochwertigen Edition an der Verpackung zu sparen ist wie ein Schlag ins Gesicht. Auch aufgeklappt ist die „Limited Edition“ sehr instabil, was nicht gerade zur Freude beiträgt. Da heißt es für Studiocanal nachsitzen und lernen, die Konkurrenz ist in puncto Verpackungen meilenweit voraus. Mit glänzenden Augen erinnern wir uns an die kürzliche Veröffentlichung von DER HEXENTÖTER VON BLACKMOOR (IL TRONO DI FUOCO, 1970) aus dem Hause Koch Films, oder an die ROLLERBALL (1975) „5-Disc Ultimate Edition“ von Capelight. Genau so muss eine „Limited Edition“ sein, hochwertig, robust und ein Blickfang in jedem Filmregal.

Fazit

Die „Limited Collector‘s Edition“ zum 40-jährigen Jubiläum hat es in sich. Hier findet der interessierte Fan wie auch Filmfreund alles Wissenswerte zum blonden Weltraum-Helden und noch viel mehr. Auch wenn die Veröffentlichungspolitik von Studiocanel in Deutschland nicht ganz schlüssig erscheint, ist sie doch sehenswert und ganz sicher ihr Geld wert. Abstriche gibt es allerdings bei der unwürdigen Verpackung. Dort, wo KRIEG DER STERNE ernst bis in die Fußspitzen ist, zaubert FLASH GORDON ein fettes Grinsen in das Gesicht seiner Zuschauer. Hier wird das Genre der Space Opera gehörig auf den Arm genommen, ein bezauberndes und unterhaltsames Fantasy-Spektakel mit jeder Menge Augenzwinkern inklusive. Flash Gordon ist Kult, wie auch der Film und das zu Recht.

© Stefan F.

Titel, Cast und CrewFlash Gordon (1980)
Poster
Releaseab dem 14.08.2020 auf UHD, Blu-ray und DVD erhältlich.

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RegisseurMike Hodges
Trailer
BesetzungSam J. Jones (Flash Gordon)
Melody Andreson (Dale Arden)
Max von Sydow (Imperator Ming)
Chaim Topol (Dr. Hans Zarkov)
Ornella Muti (Prinzessin Aura)
Peter Wyngarde (Klytus)
Timothy Dalton (Prinz Barin)
Philip Stone (Zogi, der Hohepriester)
DrehbuchLorenzo Semple Jr.
Michael Allin
KameraGilbert Taylor
FilmmusikHoward Blake
Queen
SchnittMalcolm Cooke
Filmlänge111 Minuten
FSKab 12 Jahren

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