Dredd (2012) – Filmkritik und Review der 4K-UHD-Disc

Wer kennt ihn nicht? Sylvester Stallones Auftritt als Judge Dredd, in dem gleichnamigen Science-Fiction-Film aus dem Jahre 1995. Wobei ich jedoch gleich anmerken muss, dass mir die damalige Verfilmung nicht so recht zugesagt hat. Der Film hatte seine Längen und nahm sich viel zu ernst. Alles in allem kam er auch viel zu sauber und äußerst handzahm daher. Die Neuverfilmung aus dem Jahr 2012 von Regisseur Pete Travis mit Karl Urban in der Hauptrolle, kommt wesentlich düsterer, realistischer und viel härter rüber. Umso mehr hat mich das ganze Spektakel von der ersten Minute an gefesselt. Das war genau der Judge Dredd, den ich mir immer gewünscht hatte.

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„Einspruch abgelehnt.“

Beim Ansehen von DREDD sollte man nicht den Fehler machen und davon ausgehen, dass man es mit einem Remake der 95er-Version zu tun hat. Es sind zwei komplett verschiedene Filme mit unterschiedlichen Ansätzen und Interpretationen der gleichen Comicvorlage. Wo in der 1995er viel verändert und verwässert wurde, ist in der 2012er-Version nichts mehr davon zu spüren. Hier sind wir so nah wie noch nie an dem echten Judge Dredd und seiner zynischen und kompromisslosen Art. Die ganze Story bei DREDD ist  simpel und hat nur das Nötigste ohne jeden Ballast und Nebenstories. Wir beobachten lediglich einen Judge bei der Ausübung seines Jobs.

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Inhalt

Mega City One – Eine gigantische Stadt in einem strahlenverseuchten Amerika. Hier herrschen Armut, Angst, Chaos und brutale Gewalt. Lediglich die Judges (Cops, Richter und Vollstrecker in einer Person) stellen sich dem Zusammenbruch der Zivilisation entgegen. Die Menschen leben in gigantischen Hochhäusern, welche bis zu 200 Stockwerke hoch sind. In einem dieser Hochhäuser, Peach Trees, herrscht der Ma-Ma Clan. Angeführt von der brutalen Herrscherin Ma-Ma (Lena Headey), flutet die Bande den Drogenmarkt mit dem neuesten Produkt, genannt Slo-Mo. Dadurch will Ma-Ma den Markt an sich reißen und ihre Macht ausbauen. Judge Dredd (Karl Urban), der Härteste und Beste der Judges, bekommt für einen Tag die Rekrutin Anderson (Olivia Thirlby) an seine Seite, um ihre Fähigkeiten zu beurteilen. Wegen eines Dreifachmords kommen sie nach Peach Trees und verhaften bei der folgenden Untersuchung einen von Ma-Ma‘s wichtigsten Männern Kay (Wood Harris). Daraufhin lässt Ma-Ma alle Tore schließen und fordert die Bewohner von Peach Trees auf, die Judges zu jagen und zu töten. Es kommt zu einem gnadenlosen Kampf, bei dem es keine Kompromisse geben kann.

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„Benötigen Sie Verstärkung?“, „Nein!“

Regisseur Pete Travis hat mit DREDD keinen hoch geistigen Film inszeniert, ganz im Gegenteil. Der Film ist pure Unterhaltung ohne Kompromisse, schnörkellos und geradlinig. Besonders eindrucksvoll sind diesmal auch die visuellen Effekte ausgefallen. Das düstere und dreckige Design der Mega City One wie auch der Hochhäuser überzeugt auf ganzer Linie. Nun muss ich einfach mal die deutsche Synchronisation lobend erwähnen, was selten genug vorkommt. Denn was Synchronsprecher Tobias Kluckert dem Schauspieler Karl Urban in den Mund legt, ist fantastisch. Ich kann mir keine bessere Stimme für einen Judge Dredd vorstellen als ihn. Auch die restlichen Synchronsprecher sind auf den Punkt und passen zu ihren Akteuren auf dem Bildschirm. Wo wir gerade bei Karl Urban (THOR 3, STAR TREK, 2009) sind: Ich wüsste auch kein besseres Kinn als seines, dass den Dredd spielen könnte. Eine klasse Leistung, die ich ihm so nicht zugetraut hätte. Ebenso können Olivia Thirlby als Rekrutin und vor allem Lena Headey (GAME OF THRONES, 300) als psychopathische Ma-Ma voll überzeugen.

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Noch ein Wort zur Verpackung: Das Titelbild auf der Standard Version war schon klasse, doch bei der neuen 4K-Version ist es noch eine Nummer besser geworden, düsterer und brachialer. Positiv an der Standard-Version war, dass es ein Wendecover gab, was nicht immer die Norm ist. Umso mehr verwundert es, warum eben jenes bei der 4K-Version weggefallen ist und man stattdessen den riesigen FSK-Aufkleber auf dem neuen Motiv ertragen muss. Gelungen finde ich auch die Idee, das Motiv von der Verpackung in das Film-Menü der jeweiligen Version zu übernehmen.

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„Die Sitzung ist geschlossen.“

Die 4K-UHD von © LEONINE

Jetzt habe ich doch mehr über den Film geschrieben, als ich eigentlich vorhatte. Denn die eigentliche Frage ist doch: Lohnt sich das Update auf die 4K-Version? Schon die Blu-ray von 2013 hatte ein feines Bild, kräftige Farben und eine umwerfende Soundkulisse. Doch was hier nun geboten wird, ist nochmal eine Stufe besser: Glasklare Bilder, eine Schärfe, die schon fast schmerzt, satte Farben und einen Kontrast, der über jeden Zweifel erhaben ist. Egal, ob in schnellen Actionszenen, im hellen Licht oder in dunklen Einstellungen, hier passt alles. Wer Zuhause eine Heimkinoanlage mit den passenden Boxen betreibt, kann den kompletten Spaß der DTS-HD-Master-5.1-Soundkulisse von DREDD genießen. Aber bitte mit der vollen Kapelle, denn für solche Filme wurde diese Technik gebaut.

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Trotz allem stellt sich die Frage, warum sind die 4K-Versionen eigentlich immer noch so verdammt teuer (fast 30 € für DREDD)? Ok, es gibt zu dem 4K-Film eine Blu-ray. Aber wenn ich mir die 4K-Version kaufe, habe ich in der Regel nicht vor mir die Blu-ray-Fassung anzuschauen. Natürlich verstehe ich, dass eine neue Technik zu Beginn etwas mehr Aufwand und Einsatz erfordert und somit auch etwas teurer wird. Aber so langsam sollte eine gewisse Routine bei 4K-Produktionen eingekehrt sein. Es bleibt nur zu hoffen, dass sich der Preis in den kommenden Monaten weiter verringern wird. Denn auf lange Sicht wird dieser enorme Preisunterschied der 4K-Technologie das Genick brechen.

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„Wegen 99% werde ich niemanden hinrichten.“

Gibt es eine Fortsetzung? Im Netz tauchen immer wieder Gerüchte um einen zweiten Teil zu DREDD auf. Karl Urban jedenfalls scheint bereit dafür zu sein, wie er in mehreren Interviews ausdrücklich mitteilte. Ebenso hält sich das Gerücht hartnäckig, dass es eine Serie mit dem Titel MEGA CITY ONE geben könnte. Aber bei beiden faszinierenden Ideen steht und fällt das Ganze mit der Finanzierung. DREDD wurde zwar vielerorts positiv aufgenommen, aber an den Kinokassen blieb der Erfolg aus und das macht es schwierig, eine Finanzierung für eine Fortsetzung auf die Beine zu stellen, wie Produzent Alex Garland sagte. Also ich bin bereit, wie auch Karl Urban, für DREDD 2.

Titel, Cast und CrewDredd (2012)

Poster

Release
ab dem 12.04.2019 auf 4K-UHD mit Blu-ray erhältlich
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RegisseurPete Travis
Trailer
DarstellerKarl Urban (Judge Dredd)
Olivia Thirlby (Anderson)
Wood Harris (Kay)
Lena Headey (Ma-Ma)
Warrick Grier (Caleb)
DrehbuchJohn Wagner
Carlos Ezquerra
Alex Garland
MusikPaul Leonard-Morgan
KameraYoichi Manoda
SchnittMark Eckersley
Filmlänge95 Minuten
FSKab 18 Jahren

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