Die Schlange im Regenbogen 1988 Review Mediabook

Die Schlange im Regenbogen – Filmkritik

Was ich von Wes Craven und seinen Filmen halte, habe ich schon in meiner letzten Filmkritik zu seinem DAS HAUS DER VERGESSENEN zum Ausdruck gebracht. Daran hat sich auch nichts geändert. Christian Keßler hat es in seinem neusten Buch ENDSTATION GÄNSEHAUT wunderbar formuliert:

„Vielleicht hat es Wes Craven hier (es geht um SCREAM) geschafft seine stagnierende und zuweilen peinliche Regiekarriere neu zu beleben: Was er ganz sicher tat, war, dem Horror- und Slasherfilm den Todesstoß zu versetzen. Alles Meta, alles cool. Unsere Ängste und (Sehn)Süchte sind nur noch ein Witz auf der Leinwand.“

Wie ich finde, beschreibt das perfekt Cravens Arbeit. Jedoch gibt es eine Ausnahme in seiner Filmografie.

Die Schlange im Regenbogen 1988 Review Mediabook
© Koch Films

Inhalt

Dennis Alan (Bill Pullman) reist im Auftrag eines Pharmaunternehmens nach Haiti um ein Pulver zu finden, das angeblich Menschen in Zombies verwandelt. Die Psychiaterin Marielle Duchamps (Cathy Tyson) soll ihm bei seinen Recherchen helfen und ihn vor Ort in die Welt des Voodoo einführen. Doch Alans Nachforschungen sind dem Polizeichef und Magier Dargent Peytraud (Zakes Mokae) ein Dorn im Auge. Er hetzt ihm die Tonton Macoute auf den Hals, eine brutale Schlägertruppe der Polizei. Alan lässt sich jedoch nicht einschüchtern und sucht weiter nach dem Pulver, bis ihm der Polizeichef eine Falle stellt.

Die Schlange im Regenbogen 1988 Review Mediabook
© Koch Films

Der klassische Zombie

Im Gegensatz zu vielen anderen Filmen, die auch das Thema Voodoo und Zombie zum Inhalt haben, ist hier jederzeit zu spüren, dass die Autoren genau wissen, über was sie schreiben. Voodoo wird als ernsthafte Religion und Lebensstil konsequent dargestellt, im positiven wie auch im negativen Sinn. Dies ist vergleichbar mit dem Klassiker ICH FOLGTE EINEM ZOMBIE aus dem Jahre 1943. Das Drehbuch in Cravens Film basiert auf dem ausführlichen Bericht des Harvard-Wissenschaftlers Wade Davis, der seinerzeit den Voodoo-Kult untersuchte. Gleich zu Beginn geht es richtig zur Sache, wenn der Zuschauer mit seinen schlimmsten Urängsten konfrontiert wird: Lebendig begraben, ohne Chance auf Rettung, anonyme Hände, die aus der Erde nach dem Protagonisten greifen und ihn in die Finsternis reißen. Wunderbar, weiter so!

Die Schlange im Regenbogen 1988 Review Mediabook
© Koch Films

Regisseur Wes Craven schafft es endlich einmal, eine Story stringent zu inszenieren. Sie zieht den Betrachter von Anfang an in ihren Bann. Die uns fremde Atmosphäre eines exotischen Landes wird in Bildern der Angst verpackt, um selbst unglaublichste Vorstellungen real erscheinen zu lassen. Auch wenn das Finale in einigen Szenen und Momenten an dem im Vorjahr erschienen HELLRAISER erinnert, ist es spannend in Szene gesetzt. Während der gesamten Laufzeit hat man das Gefühl, dass etwas schreckliches im Hintergrund lauert und die Bestie nur darauf wartet, anzugreifen. Der hervorragende Soundtrack von Brad Fiedel verstärkt dieses ungute Gefühl und trägt enorm zur Spannung bei. Aber auch der Cast kann komplett überzeugen und ist mit Stars gespickt. Neben Bill Pullman, Zakes Mokae, Paul Winfield und Cathy Tyson, glänzt außerdem in einer kleinen Nebenrolle der Altstar des britischen Horror-Filmes Michael Gough.

Die Schlange im Regenbogen 1988 Review Mediabook
© Koch Films

Fazit

Essenziell bei solch einem schwierigen Thema ist es, dem Zuschauer das Gefühl zu vermitteln, die unglaublichen Geschehnisse auf der Leinwand könnten die Realität sein. Genau das, schafft Craven hier ganz hervorragend und wie schon weiter oben erwähnt: DIE SCHLANGE IM REGENBOGEN ist die besagte geniale Ausnahme in seiner Filmografie. Die Story ist geradlinig und bleibt durchgehend seiner genuinen Linie treu, was nur positiv zu bewerten ist. DIE SCHLANGE IM REGENBOGEN kann ich somit uneingeschränkt weiterempfehlen.

Das Mediabook

Die Schlange im Regenbogen 1988 Review Mediabook
Das Mediabook von Koch Films

Etwas enttäuscht war ich jedoch vom restaurierten Bild das Koch Films hier präsentiert. Größtenteils sehe ich keinerlei Unterschied gegenüber der DVD von 2002. Ich vermute, dass das Ausgangsmaterial so schlecht war, dass nicht mehr bei der Überarbeitung herauszuholen war. Denn bisher hat Koch Films immer hervorragende Arbeit geleistet, wenn es darum ging alte Filme auf Blu-ray upzugraden.

Im Gegensatz zur Vorankündigung liegt uns der Ton nicht im DTS-HD Master Audio 2.0 vor, sondern nur als LPCM Stereo 48k. Möglich, dass sich das bis zur Veröffentlichung noch ändert. Positiv ist allerdings, dass es die originalen Tonspuren in Deutsch und Englisch sind, wahlweise auch mit Untertitel. Bei den Extras hat Koch Films erneut gute Arbeit geleistet, es gibt eine Bildergalerie, englischer Trailer, TV-Spots, Audiokommentar von Bill Pullman, ein Making of, The Directors: Wes Craven, Vintage Making of, Profile von Wes Craven und Wade Davis.

 

Titel, Cast und CrewDie Schlange im Regenbogen (1988)
OT: The Serpent and the Rainbow
PosterDie Schlange im Regenbogen 1988 Review Mediabook

Release
Ab dem 28.02.2019 im Mediabook (Blu-ray + 2DVDs) von Koch Films
Bei Amazon kaufen

RegisseurWes Craven
Trailer Englisch
DarstellerBill Pullman (Dennis Alan)
Cathy Tyson (Marielle Duchamp)
Zakes Mokae (Dargent Peytraud)
Paul Winfield (Lucien Celine)
Brent Jennings (Louis Mozart)
Conrad Roberts (Christophe)
Michael Gough (Schoonbacher)
DrehbuchWade Davis
Richard Maxwell
Adam Rodman
MusikBrad Fiedel
KameraJohn Lindley
SchnittGlenn Farr
Filmlänge98 Minuten
FSKab 18 Jahren
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20

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