Die Mumie (2017) – Filmkritik

„Eine Mumie kommt selten allein“

Die Mumie hat eine so reichhaltige filmische Auswertung erfahren, dass wir uns nicht wundern, dass sie im 21. Jahrhundert immer noch aus dem Sarg steigt. Größter Erfolg war der Trilogieauftakt 1999 mit Brendan Fraser in der Hauptrolle. Bei dieser Version der Mumie gab es jede Menge Action für die ganze Familie und ein paar Witze inklusive.

Die allgemeinen Filmveröffentlichungen heutzutage bestehen zu 90 % aus Fortsetzungen, Remakes, Fortsetzungen, Prequels, Fortsetzungen, Buchverfilmungen, Fortsetzungen und […] Fortsetzungen. Um sich in diesen stetigen Wiederholungen hervorzuheben, muss es dann schon mindestens ein Big-Player in der Hauptrolle sein. Desweiteren muss die PR-Maschine gleich so aufgedreht werden, dass ein Cinematic Universe (Erklärung: verschiedene Filme, die aber alle in demselben fiktiven Universum spielen; bestes Beispiel: Marvel) dabei rausspringt.

© Universal Pictures

Zurück zur Mumie!

Also dann mal los in die Planung: Eine Mumie funktioniert heutzutage im Prinzip wie ein Zombie mit magischen Fähigkeiten. Gut, das wird als Bedrohung für die Hauptfiguren reichen. Es kann natürlich auch gern, zum Ende des Films, das Überleben der Menschheit auf der Kippe stehen. Tom Cruise ist trotz privater Eskapaden auf der Leinwand immer noch sympathisch und fördert den Umsatz an der Kinokasse. Außerdem macht er seine Stunts meist selbst, das spart den Stuntman. Die Nebenrollen werden mit aufstrebenden „die kenne ich doch“-Stars besetzt, denn ein bisschen Geld muss auch noch für das umfangreiche Effektteam übrigbleiben. Der Filmanbieter Universal Pictures hat glücklicherweise noch viele Filmlizenzen wie Dracula, Frankenstein, Der Unsichtbare Mann, Das Phantom der Oper etc. – Achtung Füße anheben, der kommt flach – im Keller liegen.

DIE MUMIE (2017)

© Universal Pictures

Warum nicht diese Figuren komplett neu auflegen und miteinander kombinieren? Die Idee des „Dark Universe“ ist geboren. Mit diesen wirtschaftlichen Gedanken wurde uns im Jahr 2017 ein neuer Film mit dem Titel DIE MUMIE präsentiert. Okay, klingt nach durchschnittlicher Filmkost, aber der Film macht trotzdem Spaß!

Handlung

Aber zunächst kurz zur Handlung des Films: Vor knapp 3.200 Jahren im alten Ägypten soll Prinzessin Ahmanet, gespielt von der schönen und sportlichen Sofia Boutella, das Erbe des Pharaos antreten. Als dessen Zweitfrau doch noch einen Sohn und damit den rechtmäßigen Erben des ägyptischen Reichs zur Welt bringt, schließt sie einen Pakt mit dem dunklen Gott Seth. Sie tötet daraufhin den Säugling, dessen Mutter und ihren Vater. Als Opfer muss die Prinzessin den Körper ihres Geliebten für Seth hergeben. Dies misslingt jedoch, die Prinzessin wird gefangen genommen, lebendig mumifiziert und begraben.

DIE MUMIE (2017)

© Universal Pictures

Im Jetzt und Heute treffen US-Soldaten auf dieses Grab. Sie werden von Nick Morton (Tom Cruise) und der Archäologin Jenny Halsey (Annabelle Wallis) unterstützt. Der wertvolle Sarkophag, inklusive seiner dämonisch besessenen Gebeine, wird nach London geflogen. Die Transportmaschine entkommt nur knapp einem gewaltigen Sandsturm, was jedoch nur einen lockeren Auftakt für den Kampf mit der magischen Mumie Ahmanet und dem unfreiwilligen Team Nick & Jenny darstellt.

DIE MUMIE (2017)

© Universal Pictures

Kritik

Von DIE MUMIE kann sicherlich kein kreativer Geniestreich erwartet werden. Die oben genannten Faktoren lassen zu wenig Möglichkeiten für etwas Einzigartiges zu. Jedoch kann ich von mir selbst sagen, dass ich sehr viel Spaß bei dem Film hatte und gut unterhalten wurde. Die Handlung schlägt sicherlich keine großen Ecken und Kanten, ist jedoch vor allem durch Tom Cruise angenehm kurzweilig. Man kann über ihn viel Negatives sagen, aber er ist und bleibt ein charismatischer Leinwandheld. Unfreiwillig komisch wird sein Auftreten durch sein passives Verhalten in dieser ganzen Geschichte. Die von ihm gespielte Person Nick Morton will permanent seinen eigenen finanziellen Vorteil aus der Geschichte ziehen und läuft auch gern einfach mal weg, trotz der in Gefahr schwebenden Jenny.

© Universal Pictures

Ein paar ins Drehbuch geschriebene Jokes sind jedoch Rohrkrepierer. Dafür entschädigt ein äußerst cooler Auftritt von Russel Crowe, den man, wenn es denn mit dem „Dark Universe“ weitergehen soll, auch wiedersehen wird. Die Effekte sind gut eingesetzt und die Mumien/Zombies haben in den dunklen Gängen und Gewässern eine erstaunlich gruselige Wirkung auf uns Zuschauer, was jedoch auch die FSK-12-Freigabe etwas in Frage stellt.

Fazit

DIE MUMIE ist kein Meilenstein im Fantasy-Action-Familien-Unterhaltungsprogramm, aber weiß – dank Tom Cruise – gut zu unterhalten und wäre ein solider Start für die nächsten Neuauflagen aus den dunklen Ecken der Filmgeschichte.

© Christoph Müller

Titel, Cast und CrewDie Mumie (2017)
OT: The Mummy
Poster
RegisseurAlex Kurtzman
ReleaseKinostart: 08.06.2017
seit dem 19.10.2017 auf Blu-ray, DVD und UHD

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Trailer
BesetzungTom Cruise (Nick Morton)
Russell Crowe (Henry Jekyll)
Annabelle Wallis (Jenny Halsey)
Sofia Boutella (Ahmanet)
Jake Johnson (Sgt. Vail)
Courtney B. Vance (Colonel Greenway)
Marwan Kenzari (Malik)
DrehbuchDavid Koepp
Christopher McQuarrie
Dylan Kussman
FilmmusikBrian Tyler
KameraBen Seresin
SchnittGina Hirsch
Paul Hirsch
Andrew Mondshein
Filmlänge110 Minuten
FSKAb 12 Jahren

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