Die letzten beißen die Hunde Mediabook Review

Die Letzten beißen die Hunde – Filmkritik & Review zum Mediabook

„Der Traum vom weißen Cadillac“

Wer glaubt, dass Regisseure erst heutzutage gern Kinogenres vermischen und gekonnt mit den Erwartungen der Zuschauer spielen, wird mit „Die Letzten beißen die Hunde“ eine Überraschung erleben. Der Film aus dem Jahr 1974 tarnt sich als Road-Movie, schlingert dann langsam Richtung Buddy-Comedy, findet als Heist-Movie mit einem Banküberfall seinen Showdown und endet mit der Liebe zur Freiheit in den USA. Diese Perle mit Clint Eastwood und einem äußerst jungen Jeff Bridges hat es jetzt endlich zu einem hochauflösenden Release als Mediabook und DVD in die heimischen Mediatheken gebracht. „Die Letzten beißen die Hunde“ ist nicht nur etwas für 70er-Jahre-Filmfans und Eastwood-Verehrer.


© capelight pictures

Inhalt „Die Letzten beißen die Hunde“

Der untergetauchte Thunderbolt, gespielt vom kargen Film-Griesgram Clint Eastwood („Gran Torino“, „Erbarmungslos“), kreuzt auf der Flucht vor Gangstern den Weg des charismatischen Taugenichts Lightfoot, gespielt von einem strahlenden Jeff Bridges („The Big Lebowski“, „Crazy Heart“). Beide sind sich in ihrem lockeren Umgang mit dem Gesetz auf Anhieb sympathisch. Lightfoot will als ständiger Kleinkrimineller endlich eine großen Coup landen und freut sich, den Panzerknacker-Spezialist Thunderbolt nun seinen Freund nennen zu können. Sie müssen aber die Banditen Red Leary und Eddie Goody mit in ihre Bankraub-Crew aufnehmen, obwohl die Beiden sie vorher noch umbringen wollten.


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Newcomer trifft auf alten Hasen

Eastwood war 1974 bereits ein Superstar. Die „Dollar Trilogie“ von Sergio Leone und damit die Verwandlung dieses wortkargen Western-Heldens zum schießwütigen Polizisten Harry Callahan in der „Dirty Harry- Filmreihe“, war an der Kinokasse mehr als erfolgreich. Eastwood konnte bereits erste vielversprechende Arbeiten als Regisseur und Produzent („Ein Fremder ohne Namen“) verbuchen. Überraschend war, dass er dem Regieneuling, des noch frisch von der Uni kommenden, Michael Cimino den Regiestuhl überließ. Eastwood konnte sich dadurch besser auf seine Hauptrolle und die Aufgaben als Produzent konzentrieren. Cimino erfüllte die Aufgabe und zeigte seine visuellen Talente bereits auf erstaunliche Art. Er schwamm mit seinen Bildern nicht einfach im Kielwasser von „Easy Rider“ (1969) mit, sondern zeigte seine Liebe zu seinem Heimatland ohne großen Pathos. Und nebenbei, auf ganz natürliche Art und Weise, wurde das Duo Bridges/Eastwood bzw. Lightfoot/Thunderbolt zu einem der coolsten Gangsterpaare der 70er Jahre. Die lässigen Sprüche, die sich beide gegenseitig zuwerfen, möchte man sich am liebsten gleich merken. Um den Persönlichkeiten noch etwas Charakterarbeit zu geben, sind die Rollen der anderen Bankräuber Leary und Goody talentiert besetzt. George Kennedy, viele werden ihn wohl als Partner von Frank Drebin in „Die Nackte Kanone“ kennen und Geoffrey Lewis, der hinter seinen blauen Augen den Schalk im Nacken sitzen hat. So sind alle Bereiche, von den Schauspielern bis zum Kameramann Frank Stanley, mit Unikaten versehen, so dass man sich keinen Ersatz für sie vorstellen vermag.


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Das Mediabook in der 2-Disc Limited Collector’s Edition

Capelight hat zeitgleich mit „Heaven’s Gate” zwei Michael Cimino-Filme von MGM in sehr schönen Mediabooks herausgebracht. Bei „Die Letzten beißen die Hunde“ ist im Vergleich zu „Heaven’s Gate“ leider kaum Bonusmaterial enthalten. Dafür hat das Bild tolle Farben; Laufspuren und Staub wurden vom analogen Master sauber retuschiert. Wer einen Vergleich sehen möchte, sollte sich den Originaltrailer auf der Blu-Ray anschauen. Die Aufnahmen haben trotzdem ein ordentlich körniges Bild behalten, was dem Charme eines 70er-Jahre-Films gerecht wird. Der Ton liegt in Deutsch und Englisch in einer Stereo-Abmischung vor. Ich habe den Film in der deutsch synchronisierten Fassung gesehen, die ein klares Klangbild hat. Vor allem die freie Übersetzung gibt dem Film noch einmal eine Extra-Portion Charme und mit der Musik von Dee Barton kommt Bud Spencer und Terrence Hill-Feeling auf. Das Gespann Eastwood und Bridges hat jedoch genug Eigenständigkeit und der Showdown spricht dann ernste Töne an. Das 24-seitige Booklet ist stilvoll designt und Stefan Jung gibt dem Film einen schönen filmhistorischen Rahmen.


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Fazit

Dieses Mediabook ist ein bedenkenloser Kauf für Freunde Eastwoods und knalliger alter Kleinganoven-Filme. Michael Ciminos Aufnahmen sorgen für kunstvolle Bilder in der Landschaft von Montana. Die Chemie zwischen Jeff Bridges und Clint Eastwood stimmt einfach und sorgt für gute Unterhaltung. Wer bei einem der coolsten Genre-Mixe der 70er Jahre mitfahren will, sollte bei den Beiden ruhig einsteigen!

Titel

Fargo (1996)

Regisseure

Joel Coen
Ethan Coen

Poster

Kinoposter Fargo Mediabook

Veröffentlichung

Mediabook von FILMCONFECT - bei Amazon kaufen

Schauspieler

Francis McDormand (Marge Gunderson)
William H. Macy (Jerry Lundegaard)
Steve Buscemi (Carl Showalter)
Harve Presnell (Wade Gustafson)
John Carroll Lynch (Norm Gunderson)
Peter Stormare (Gaear Grimsrud)

Trailer

Drehbuch

Ethan Coen
Joel Coen

Kamera

Roger Deakins

Musik

Carter Burwell

Schnitt

Ethan Coen (als Roderick Jaynes)
Joel Coen (als Roderick Jaynes)

Technische Daten der Blu-ray

Ton: Dolby Digital 5.1 & Stereo Deutsch und Englisch
Bild: 1,85:1 (1080p)
Untertitel: Deutsch und Englisch
Laufzeit: 98 min

Altersfreigabe

ab 16 Jahren
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