Die Frau im Eis (2018) – Filmkritik

„Eiskalt und erbarmungslos“

Krimi und Thriller, besonders aus dem Norden, haben sich mittlerweile als eigene Filmkategorie etabliert. Als „Nordic-Noir“ bezeichnet, verzichten diese Werke auf große phantastische Geschichten und setzen ganz auf eine kalte, erdrückende und bodenständige Erzählweise. Auch der über Koch Films vertriebene Thriller DIE FRAU IM EIS erfüllt diese markanten stilistischen Mittel und bietet damit nicht nur für Genre-Fans spannende Unterhaltung. Seit dem 28.03.19 gibt es DIE FRAU IM EIS für das heimische Kino.

Inhalt

Die beiden Brüder Erik (Gísli Örn Gardarsson) und Atli (Baltasar Breki Samper) könnten nicht unterschiedlicher sein. Erik, der erfolgreiche Rechtsanwalt und Atli, der arbeitslose Ex-Häftling. Trotzdem verbindet beide ein gemeinsames Problem: Das Geld. Beide verstecken auf die ein oder andere Art einen großen Schuldenberg. Einen legalen Ausweg aus der Krise gibt es nicht. Die Brüder gehen deswegen auf ein Drogengeschäft ein. Der Deal ist simpel: Erik besorgt die Connections und Atli sorgt dafür, dass die junge Kurierin Sofia (Anna Próchniak) ins Land einreisen kann. So einfach wie gedacht, läuft der Deal jedoch nicht ab und die beiden Brüder geraten in einen Wettlauf mit der Polizei und der Zeit.

Die Frau im Eis – Sofia ©Koch Films

Starker Einstieg

Die Blu-ray von © Koch Films

Der bisher durch seine TV-Produktionen bekannte Regisseur Börkur Sigpórsson (TRAPPED – GEFANGEN IN ISLAND) lieferte 2018 mit DIE FRAU IM EIS seinen ersten Spielfilm ab. Seine Serien und TV-Erfahrung nutzt Börkur, um den Zuschauer schnell und zielsicher in seinen Bann zu ziehen. Ab Minute Eins durchzieht DIE FRAU IM EIS eine beklemmende und dichte Atmosphäre. Maßgeblich hierfür ist der düstere Score von Ben Frost. Dieser hat erst kürzlich für die Erfolgsserie DARK komponiert und beweist abermals sein Gespür für dramatische Sound-Untermalung mit minimalistischen Einsatz. Reduziert ist auch eine gute Beschreibung für den Cast. Dieser ist verhältnismäßig überschaubar. Bis auf die drei Hauptakteure Sofia, Atli und Erik, gibt es niemanden der intensiver von der Story beleuchtet wird. Glücklicherweise haben die drei genügend eigene Geschichten zu erzählen, so dass auch einem als Zuschauer die Charaktere näherkommen. Besonders Schauspielerin Anna Próchniak lässt den Zuschauer mit ihrer Sofia gefühlvoll mitleiden. Die beiden Brüder mit ihren unterschiedlichen Facetten bieten zusätzlich interessante Persönlichkeiten. Das müssen sie auch, denn die gesamte Handlung lässt sich leicht in zwei Sätzen zusammenfassen. So nimmt sich DIE FRAU IM EIS die meiste Zeit für seine Charaktere.

© Koch Films

Keine Dynamik

Das wäre kein Problem, wenn sich an der Geschwindigkeit auch irgendwann während der Laufzeit etwas ändern würde. Leider schafft es der Regisseur nach seiner starken Einführung nicht eine abwechslungsreiche Dynamik zu entwickeln. Vielmehr schlendert DIE FRAU IM EIS auf das abrupte Finale zu. Die Versuche, links und rechts von der Handlung noch einmal einen Abstecher zu unternehmen, wollen auch nicht richtig greifen. Vielmehr wirken, besonders bei Erik, die wahnhaften Erinnerungsstücken von einer Frau nur aufgesetzt. Hier verpasst der Film seine Möglichkeit mehrdimensional zu werden. Das Zusammenspiel zwischen Atli und Sofia ist hierbei eine willkommene Unterbrechung. Alles in allem, wird der sehr geringe Inhalt auf eine Laufzeit von 95 Minuten gestreckt.


©Koch Films

Fazit

Trotz seines guten Starts verliert DIE FRAU IM EIS schnell an Spannung und verläuft sich in Belanglosigkeiten. Dabei bieten die durchaus engagierten Schauspieler und die reduzierte Geschichte Potenzial für einen spannenden Thriller. Der Nordic-Noir bleibt auf dem solidem Niveau eines Sonntagnachmittag-Krimis ohne wesentliche Aufregung und Action.

Titel, Cast und CrewDie Frau im Eis (2018)
OT: Vargur
Poster
Release Blu-Rayab dem 04.05.2018 im Kino
ab dem 28.03.2019 auf Blu-ray
Bei Amazon kaufen:
RegisseurBörkur Sigpórsson
Trailer
BesetzungAnna Próchniak (Sofia)
Gísli Örn Gardarsson (Erik)
Baltasar Breki Samper (Atli)
Marijana Jankovic (Lena)
DrehbuchBörkur Sigpórsson
KameraBergsteinn
Björgúlfsson
MusikBen Frost
SchnittSigvaldi J. Kárason
Elísabet
Ronaldsdóttir
Filmlänge95 Minuten
FSKab 16 Jahren

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