Die besten Horrorfilme der 1970er Jahre

Die besten Horrorfilme der 70er Jahre | Platz 16-30

Die besten / wichtigsten Horror-Filme der Jahre 1970-1979

Weiter geht es mit unserem wilden Ritt durch die Horrorfilm-Geschichte. Dieses Mal befinden wir uns in den 70ern. Als besonderen Gast möchte ich jedoch zuerst einmal meinen Namensvetter und sehr geschätzten Kollegen Stefan Jung begrüßen. Gemeinsam haben wir diese äußerst fruchtbare Zeit für das Horror-Genre bearbeitet und unsere Top-Favoriten mühsam herausgesiebt. Letztendlich schufen wir mit der folgenden Liste die Essenz der wichtigsten Filme aus jener Zeit, die wir hier für euch in ihrer ganzen Pracht präsentieren dürfen. Viel Spaß beim Lesen und (Wieder)Entdecken.

Weltgeschichte

Wie immer starten wir mit einem kurzen Blick auf die wichtigsten Ereignisse weltweit sowie mit einem Überblick auf die restlichen Filmproduktionen. Im Jahr 1972 wird das erste kommerzielle Videospiel namens PONG veröffentlicht. Auch der PC startet in diesem Jahrzehnt ordentlich durch. Sein Siegeszug wird noch durch die Gründung der Firmen Apple und Microsoft beschleunigt. Bei den Olympischen Sommerspielen 1972 schockiert die Geiselnahme der israelischen Mannschaft durch eine palästinensische Terrororganisation die Welt. 1973 überzieht eine Ölkrise die Welt, ausgelöst durch den arabisch-israelischen Krieg, die Deutschland einige autofreie Sonntage bescherte. 1974 stürzt der US-amerikanische Präsident über die Watergate-Affäre und tritt zurück. Ein Jahr später wird offiziell der Vietnamkrieg für beendet erklärt. Im selben Jahr beginnt der libanesische Bürgerkrieg, Auslöser war ein Anschlag auf einen Bus in Ost-Beirut. Im darauf folgenden Jahr findet zum ersten Mal der G-7-Gipfel in Frankreich statt. Im Deutschen Herbst 1977 wütet die RAF im ganzen Land und überzieht die Bundesrepublik mit Anschlägen. Im Nahostkonflikt wird 1978/1979 der israelisch-ägyptische Friedensvertrag unterzeichnet. Ende der 70er Jahre wird die Partei „Die Grünen“ gegründet. Wie immer war das nur ein kurzer Abriss der politischen Ereignisse weltweit.

Francis Ford Coppola beim Dreh von APOCALYPSE NOW (1979)

Das Kino der 70er

Abgesehen von den Horror-Filmen, hatte auch das Kino der 70er Einiges zu bieten und es entstanden wahrlich große Meisterwerke. Allen voran TAXI DRIVER 1976, APOCALYPSE NOW 1979, GETAWAY 1972, PAPILLON 1973, DIRTY HARRY 1971 oder auch DER MANN, DER KÖNIG SEIN WOLLTE 1975. Sogar die Oscar-Gewinner waren große Filme, nicht so Lachnummern wie heutzutage: ROCKY von 1976, DER STADTNEUROTIKER 1977 und DIE DURCH DIE HÖLLE GEHEN im Jahr 1978. Erwähnenswerte deutsche Produktionen haben wir auch auf der Liste, da wären unter anderem DER SEEWOLF 1971, MICHAEL STROGOFF – DER KURIER DES ZAREN 1975 und NOSFERATU – PHANTOM DER NACHT, DIE BLECHTROMMEL und FLEISCH alle drei von 1979. Eine sehr interessante Vampir-Verfilmung gab es mit JONATHAN aka VAMPIRE STERBEN EINSAM von 1970 und einen fesselnden Serienmörder-Streifen mit DIE ZÄRTLICHKEIT DER WÖLFE von 1973. Auch das Science-Fiction-Genre nahm am großen Aufschwung der Filmindustrie teil und startete mit einer ganzen Reihe von neuen Produktionen und Themen durch wie z.B. FLUCHT IN DIE ZUKUNFT 1979, LAUTLOS IM WELTRAUM 1972, COLOSSUS-THE FORBIN PROJECT 1970, ANDROMEDA-TÖDLICHER STAUB AUS DEM ALL, DER OMEGA MANN und A CLOCKWORK ORANGE alle von 1971, SOLARIS 1972, WESTWORLD 1973, PHASE IV und ZARDOZ beide 1974, ROLLERBALL 1975 oder auch UNHEIMLICHE BEGEGNUNG DER DRITTEN ART von 1977 und natürlich dem KRIEG DER STERNE, der im selben Jahr entstand. Ein Jahr später betrat KAMPSTERN GALACTICA die Bühne und noch ein weiteres Jahr darauf folgte ein neues Highlight, aber nicht aus Hollywood, sondern aus Down Under: MAD MAX.

Mel Gibson in MAD MAX (1979)

Die Fernsehlandschaft

Selbst im deutschen TV gingen große Veränderungen vor sich, 1973 wurde die SESAMSTRASSE gestartet, 1977 folgte DIE MUPPET SHOW. Außerdem startete der TATORT 1970 wie auch einige sehr bekannte Spielshows z.B. DALLI DALLI 1971, DER GROSSE PREIS und AM LAUFENDEN BAND 1974. Wo wir gerade beim TV sind: Krimi-Serien waren in diesen Jahren sehr beliebt. Da wären vor allem zu nennen DIE STRASSEN VON SAN FRANCISCO und KOJAK – EINSATZ IN MANHATTEN, beide ab 1974. Ich könnte diese Liste noch ewig weiterführen, denn die 70er Jahre waren eine sehr produktive Zeit für die Filmindustrie als Ganzes, in allen Genres.

Das Hammer-Studio

Noch ein paar Worte zu den Hammer-Studios, die wir schon in den letzten Ausgaben begleitet haben: Anfang der 70er war Hammer frohen Mutes, doch die Zeichen des Untergangs verstärkten sich mehr und mehr, auch wenn sie niemand sehen wollte. Ihr Zugpferd, die DRACULA-Reihe, sollte neue Impulse bekommen und an den aktuellen Zeitgeist angepasst werden. Das versuchte man mit den Filmen WIE SCHMECKT DAS BLUT VON DRACULA 1970, DRACULA JAGT MINI-MÄDCHEN 1972 und DRACULA BRAUCHT FRISCHES BLUT 1973. Doch alle Bemühungen scheiterten, das Publikum lehnte die Filme ab. 1974 versuchte Hammer mit CAPTAIN KRONOS-VAMPIRJÄGER etwas ganz Neues, aber auch das führte nicht zum Erfolg. Ebenso erging es der FRANKENSTEIN-Reihe, sie wurde 1972 mit FRANKENSTEINS HÖLLENMONSTER beendet. Die kreativen Köpfe bei Hammer hatten die neuen Ideen und Impulse im Genre verpasst und zu lange auf das alte Pferd des gotischen Horrors gesetzt. Dafür bekamen sie nun die Quittung der Zuschauer. Aber es gab auch ein paar sehenswerte Neuproduktionen bei Hammer, unter anderem DR. JEKYLL UND SCHWESTER HYDE von 1971 wie auch die spannende „Jack the Ripper-Version HÄNDE VOLLER BLUT aus demselben Jahr.

DARK STAR (1974)

Zudem betrat ein neuer, sehr kreativer und höchst ambitionierter Regisseur die große Bühne, der in den folgenden Jahren von sich Reden machen sollte: John Carpenter. 1974 startete sein erster Spielfilm mit dem Namen DARK STAR in den Kinos. Eine Science-Fiction-Komödie, die Carpenter mit viel Leidenschaft und tatkräftiger Unterstützung einiger seiner Studienkollegen (u. a. Dan O’Bannon) produziert hatte. Schon zwei Jahre später, 1976, sollte DAS ENDE aka ASSAULT-ANSCHLAG BEI NACHT (ASSAULT ON PRECINCT 13) folgen, seine erste große Produktion.

Die jungen Wilden aus Italien

Machen wir nun noch einen kleinen Ausflug zu unseren italienischen Nachbarn, die am Anfang des Jahrzehntes für mächtig Schlagzeilen sorgten, als sie die sogenannten Ex- und Sexploitation-Filme von der Stange produzierten, die an Sadismus und Brutalität kaum zu überbieten waren. (Eines noch vorneweg: Egal wie und warum, echte Tiertötungen für einen Film lehne ich kategorisch ab. Da mache ich keine Gefangenen, der Film ist für mich unten durch. Bei dem, was hier in den nächsten Jahren folgte, wurde öfters die Grenze überschritten.) Auf der Suche nach neuen Themen nahmen die Filmschaffenden in Italien kein Blatt vor den Mund, respektive vor die Kamera. Folterungen, Misshandlungen, Vergewaltigungen, Kannibalismus, kein Thema war ihnen zu schade und jede kranke Idee zog gleich eine ganze Reihe von Nachfolgern nach sich. Das war „Torture Porn“ in Reinkultur, lange bevor der Begriff den Weg in die Öffentlichkeit fand. Wie üblich waren und sind Frauen die bevorzugten Opfer solch übler Machenschaften. Bevorzugte Locations wurden Gefängnisse, gerne mit etwas Nazi-Hintergrund, aber auch Kloster und die darin lebenden Nonnen mussten leiden.

IL PAESE DEL SESSO SELVAGGIO (1972)

Der absolute Reißer, was die Gewalt betraf, waren die Mondo-Filme (Mondo bedeutet Welt). In angeblichen Dokumentationen (wie schon beim Torture Porn sind auch diesmal die Italiener wieder schneller als alle anderen, heute haben solche Streifen ihre eigene Genre Bezeichnung: Mockumentary) wurden die abartigsten Bilder, angeblich weltweit gesammelt und reißerisch präsentiert. Viele werden sich vor allem noch an die GESICHTER DES TODES-Reihe erinnern können, die in den achtzigern für Schlagzeilen sorgte. Das ganze splittete sich in diverse Sub-Genres, die ich hier nicht alle aufführen möchte, bis auf den Kannibalen-Film der bis heute noch Schlagzeilen macht. Anfang der 70er startete dieses kuriose und äußerst brutale Sub-Genre mit: MONDO CANNIBALE (IL PAESE DEL SESSO SELVAGGIO) von 1972. Ab hier werden immer wieder Exploitation- und Splatterfilm vermischt, zusätzlich mit Horror-, Abenteuer-, Thriller- und etwas Sexfilm. Im Laufe der folgenden Jahre kamen diverse Begegnungen mit Zombies dazu z.B. ZOMBIES UNTER KANNIBALEN (ZOMBI HOLOCAUST, 1980). Der Kannibalenfilm hatte seine Hauptzeit von ca. 1972 bis Anfang der 80er (MONDO CANNIBALE 4 – NACKT UNTER WILDEN / EL TESORO DE LA DIOSA BLANCA, 1983) und wurde vorwiegend von italienischen Filmemachern abgearbeitet. Dass all diese Filme bevorzugte Opfer der Staatsanwaltschaften diverser Länder wurden, sollte jedem klar sein. Da half auch kein beherzter Schnitt oder eine Neufassung mehr. Viele Filme mussten ganz aus dem Verkehr gezogen werden und wurden gnadenlos beschlagnahmt. Aber wie das eben so war zu jener Zeit, es gab immer mal den ein oder anderen, der kannte auch wieder jemanden und der (…),  der dann eine schlechte Kopie besorgen konnte, die man sich heimlich mit Freunden im stillen Kämmerlein ansah.

Wie immer gilt auch diesmal: Die nachfolgende Liste erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, sie soll lediglich anhand der wichtigsten Filme die Entwicklung des Horrorfilmes verdeutlichen. Zudem ist die Reihenfolge nicht zwingend als „in Stein gemeißelt“ zu verstehen. (SF)

 

Die Plätze 30 – 16

 

Platz 30: HEXEN BIS AUFS BLUT GEQUÄLT (MARK OF THE DEVIL, 1970)

Im saftig-grünen Sommer 1969 in Österreich gedrehter Kultfilm, der seinesgleichen sucht: Feuer und Folter im (Vor-)Alpengebiet. Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen – wohl dem, der sie noch hat! – wir haben hier einen international besetzten Exploitationfilm, der aufgrund seiner garstigen Gewaltdarstellung jahrzehntelang, teilweise noch heute, in diversen Ländern verboten, zensiert, indiziert und weiß Gott was noch alles ist. MARK OF THE DEVIL zeigt en detail, freilich selektiv wie auch inszenatorisch zugespitzt, wie die Hexenjagden in Mitteleuropa ausgesehen haben könnten. 1970 waren die Effekte simpel, doch das reichte, um bis heute markerschütternd zu schocken. Torture Porn braucht keinen Eli Roth, bereits hier werden Qual und Pein in abnormen Ausmaßen ästhetisiert. Nun scrollen die Zartbesaiteten unter uns wohl bereits zum nächsten Titel. Halt – weiterlesen!

Das Mediabook von Turbine

Im Fahrwasser des inszenatorisch hervorragenden DER HEXENJÄGER (THE WITCHFINDER GENERAL, 1968) von Michael Reeves und mit Vincent Price entstanden zahlreiche Hexen(jäger)-Filme, wozu auch dieser Titel zählt. Herbert Lom, Udo Kier, Herbert Fux, sie alle sind dabei in MARK OF THE DEVIL. Wenn einerseits der Barock prachtvoll inszeniert wird – in leuchtenden Kostümen und dann in der Verkettung von kreierter und originärer Ausstattung (eindrucksvolle Burgen, Schlosshöfe) – dann kommt zum anderen die grausame Zote, dieser pure Akt der Verstümmelung derart sadistisch rüber, dass man oft einfach nur wegschauen möchte. Hier wird malträtiert und geschändet, dass es ganz aus ist. Natürlich ist das dann bewusstes Effekte-Kino, ein stechendes, bohrendes Kabinett des Schreckens, ein wahres Théâtre du Grand Guignol. Besonderes Augenmerk verdient das Spiel der Darsteller (Höhepunkt: Reggie Nalder, bürgerlich Alfred Reginald Natzler, als Hexenjäger-Albino). Die schwitzig-schmutzigen Nahaufnahmen mancher Gesichter verstärken das Gefühl des Unwohlseins beim Zuschauer, übertragen die seelische Verrottung einiger Figuren direkt ins Bewusstsein des Betrachters. Michael Armstrong, der als alleinig genannter Regisseur etwa nur die Hälfte des Films selbst gedreht hatte, griff auf die direktive Unterstützung des Produzenten Adrian Hoven zurück, der im Film auch eine Nebenrolle als Marionettenspieler verkörpert. Oder war es Hoven, der Marionettenspieler, der bei Michael Armstrong letztlich die Fäden zog…? Ein schmerzhafter Film. Aber ein sehenswerter.

Holt Euch die Edition dieses Films, via Turbine Medien wegweisend restauriert (sogar Arrow Video in England griff auf das deutsche Re-Master zurück), mittlerweile FSK-freigegeben und mit zahlreichen, interessanten Extras. Am besten ist das Interview mit Gaby Fuchs, die es in ihrer Nebenrolle als Gefolterte sogar auf das Kinoplakat des Films schaffte. (SJ)

Platz 29: JUNGES BLUT FÜR DRACULA (COUNT YORGA, VAMPIRE, 1970)

Graf Yorga (Robert Quarry) hält Séancen auf seinem Anwesen in Los Angeles. Bei einer dieser Séancen soll der Graf die angeblich verstorbene Mutter von Donna (Donna Anders) beschwören. Der Graf hypnotisiert Donna und macht sie dabei unbemerkt zu seiner Sklavin. Nach dem üblichen Biss hat Donna plötzlich Appetit auf Katzen und ihr Freund kann das gar nicht verstehen. Er sucht Hilfe bei Dr. Hayes (Roger Perry). Beide machen sich auf, mehr über den Grafen in Erfahrung zu bringen.

Qualitativ ist der Film eher schwach, es gibt unscharfe Szenen, billige Kulissen und die Story ist auch als dünn zu bezeichnen. Die Schauspieler sind mehr Amateure als Profis, von Robert Quarry einmal abgesehen, die ihre dümmlichen Dialoge uninspiriert abspulen. Das Finale ist dann auch mehr absurd als logisch, vor allem, da man die Kräfte des Grafen vorher so sehr gepuscht hatte. Vermutlich macht gerade dieser Schmuddellook das Besondere des Filmes aus. Hervorheben möchte ich aber Quarrys Darstellung des Vampirgrafen, die mir hier sehr gut gefallen hat: Modern, intelligent und Böse. 1971 gab es einen zweiten Teil der auf den Namen DIE SIEBEN PRANKEN DES SATANS (THE RETURN OF COUNT YORGA) hört. Das Teil wurde zwar als Fortsetzung vermarktet, ist aber im Grunde nur ein Remake des ersten Teiles. Robert Quarry sollte damals als Nachfolger für Vincent Price bei AIP (American International Pictures) aufgebaut werden, weil AIP die Gagen für Price einfach zu teuer wurden. Die Amerikaner schaffen mit ihrem Count Yorga, was die Hammer-Studios mit ihrem Dracula (Christopher Lee) nicht mehr zuwege brachten: Sie transportieren den Vampir-Grafen, der sich hier Yorga nennt, mit allem was dazu gehört in die moderne Zeit. Mittlerweile sehen die meisten Kritiker und auch Fans der Hammer-Studios die letzten beiden Dracula Filme von 1972 (DRACULA JAGT MINI-MÄDCHEN (DRACULA A.D. 1972) und 1973 (DRACULA BRAUCHT FRISCHES BLUT (THE SATANIC RITES OF DRACULA) mit anderen Augen. Denn so schlecht wie ihr Ruf in den letzten Jahren war, sind sie nun wirklich nicht. Man kann eher sagen, dass Publikum war noch nicht reif für diese neue Version des Vampir-Grafen.

Wo wir gerade bei Dracula sind: 1974 erschien mit DAN CURTI‘S DRACULA eine weitere Verfilmung von Bram Stokers Roman, in dem diesmal Jack Palance, der amerikanische Bösewicht aus vielen Western und Krimis, die Rolle des Grafen übernahm. Leider wird diese Produktion immer wieder unterschlagen, zu Unrecht. Diese sehenswerte Umsetzung hat es in sich und zeigt uns einen lebensmüden und trauernden Grafen. In eindringlichen Bildern wird die gequälte und verzweifelte Gestalt des Vampirs, dem verzweifelnden Ehemann gegenüber gestellt. Hollywood Altstar Jack Palance schafft es gekonnt, diesen schwierigen Balanceakt zwischen Verzweiflung und Blutdurst überzeugend auf die Leinwand zu bringen. Das Setting und die Kostüme sind zeitgerecht und fallen sehr üppig aus. Außerdem gibt es einige Rückblenden in die Vergangenheit des Grafen, als er noch Menschlich war, grandios. Curtis und Palance nehmen das vorweg, was Jahre später sein Regiekollege Francis Ford Coppola mit BRAM STOKER‘S DRACULA in neuen und unglaublichen Bildern weiterführt. Das Drehbuch zu DAN CURTIS DRACULA schrieb der bekannte Autor Richard Matheson. Im Gegensatz dazu ist die Verfilmung von 1979 DRACULA‘79 von John Badham mit Frauenschwarm Frank Langella als Vampir-Graf absurd. Eine dümmliche Story, die rein gar nichts mit der Vorlage gemein hat. Mächtige Kulissen, schön durchgestylte Sets und Kostüme, die aber das Ruder nicht herum reißen konnten. Lediglich ein Donald Pleasence als Dr. Seward kann hier noch überzeugen. (SF)

Platz 28: HEXENSABBAT (THE SENTINEL, 1977)

Das Fotomodell Alison (Christina Raines) sucht eine neue Wohnung. Sie findet sie in einem alten viktorianischen Backsteinhaus, in dem außer ihr nur ein blinder Priester (John Carradine) lebt. Trotz der Tatsache, dass nur die Beiden in dem großen Haus leben, trifft Alison nach und nach immer mehr merkwürdige und verschrobene Hausbewohner, die sich bei ihr vorstellen. Nach einigen unruhigen Nächten und mysteriösen Vorkommnissen, beschwert sich Alison bei ihrer Maklerin über die merkwürdigen Bewohner. Die Maklerin ist seltsam irritiert und versichert ihr weiterhin, dass nur der Priester, direkt über ihr, der einzige Mitbewohner in dem Haus sei. Gemeinsam mit ihrem Freund Michael (Chris Sarandon) versucht Alison hinter das Geheimnis des seltsamen Gebäudes zu kommen. Sie ahnt nicht, was für ein Grauen sie dort erwartet.

In der ersten Hälfte bleibt der Horror sehr subtil und versteckt sich im Hintergrund. Regisseur Michael Winner lässt sich viel Zeit, seine Story zu entwickeln und beschäftigt sich vermehrt damit, die einzelnen Charaktere vorzustellen sowie den Ort des Geschehens zu erkunden. Vor allem die sehr skurrilen Figuren in dem Haus sind ein Genuss. Allen voran Burgess Meredith als Charles Chazen und das lesbische Paar Gerde Engstrom (Sylvia Miles) und Sandra (Beverly D‘Angelo). Erst in der zweiten Hälfte geht es dann so richtig ans Eingemachte. Sobald die ersten Inkarnationen auftauchen, greift das nackte Grauen um sich und Gänsehaut ist garantiert. Mit einem präzisen Blick fängt Winner das Unheimliche ein und hat auch ein paar heftige Schockeffekte in seinem Repertoire. Das Drehbuch basiert auf den gleichnamigen Roman des Amerikaners Jeffrey Konvitz. Besonders von den Filmen ROSEMARIES BABY (ROSEMARY‘S BABY, 1968) und DER EXORZIST (THE EXORCIST, 1973) hat sich Regisseur Michael Winner inspirieren lassen. Mit seinen unheimlichen Bildern erzeugt er eine unheilschwangere Atmosphäre des Grauens, die von Sekunde zu Sekunde dichter wird. Auch von den Sets, dem Licht und der Art und Weise der Darstellung erinnert HEXENSABBAT sehr stark an die oben genannten Vorbilder. Dass der Film bis heute den Ruf eines Skandalfilms hat, liegt am Finale. Dafür hat Michael Winner auf echte, missgebildete Menschen zurückgegriffen, die sich aber freiwillig dafür gemeldet hatten und mit einer Gage entschädigt wurden. So wie einst Tod Browning für seinen Klassiker FREAKS von 1932. Besonders spannend ist für mich auch die Besetzung des Filmes, wo sich Hollywood Altstars und junge, aufstrebende Künstler versammelt haben. Um nur ein paar Namen zu nennen: José Ferrer, Ava Gardner, John Carradine, Eli Wallach und Burgess Meredith. Auf der Seite der damaligen aufstrebenden Künstler sind Namen wie Christopher Walken, Jeff Goldblum, Tom Berenger und Beverly D‘Angelo. Auch wenn die „Neuen“ nur wenig Screentime haben, stechen sie trotzdem durch ihre starke Performance hervor. Besonders Christopher Walken als Detective Rizzo und die bezaubernde Beverly D‘Angelo als Sandra. Eine wunderbare Mischung. (SF)

Platz 27: PIRANHAS (PIRANHA, 1978)

Im Zuge der enormen Popularisierung des filmischen Tier-Horrors Mitte der 1970er-Jahre (siehe DER WEISSE HAI) ließ Roger Corman einen seiner kommerziell erfolgreichsten Filme drehen. PIRANHA stellt dabei den ersten (alleinigen) Regie-Credit von Spielkind Joe Dante (GREMLINS) dar. Mit diesem überaus freundlichen Menschen durfte ich selbst einige Tage persönlich verbringen und gab im Anschluss an jenes Kino-Festival in Dresden (2013) samt großer Werkschau von Dantes Filmen auch den ersten deutschen Sammelband über den Künstler mit heraus. PIRANHA ist demnach wahrlich nicht sein persönlichster oder auch gelungenster Film – dies gebührt etwa EXPLORERS, MATINEE oder dem späteren THE HOLE – aber er bleibt ein Kultfilm, eine virtuose Kollaboration mit seinem Mentor Corman als Produzent, ein Genrebeitrag mit natürlich viel „Biss“, der bis heute viele Fans hat.

Das Mediabook

Als Auftragsarbeit ist PIRANHA simpel, aber effektiv in Szene gesetzt. Dantes Gespür für Dramaturgie, Verspieltheit und Abwechslung sind bereits durchweg zu spüren. Unterschwellige Sozialkritik mit sarkastischem Beigeschmack bringt genügend Fleisch auf die Knochen des Skripts (verfasst von Dantes Freund und späterer Indie-Ikone John Sayles). PIRANHA ist ein mehr als solides creature feature, das wichtige Bausteine des Tier-Horrors integriert: Umweltverschmutzung, Schwarmbildung, tödlicher Instinkt – die Rache der Natur am Menschen, der im Anblick des von ihm mit verursachten Schreckens wortwörtlich untergeht. Trotzdem macht der Film Spaß und gilt mit seiner gelungenen Mischung aus viel Entertainment und genügend Substanz immer noch als Vorzeigeprodukt für folgende, oftmals weniger gelungene Vertreter des Genres (einschließlich James Camerons Regiedebüt, der die Fortsetzung drehte).

Bei seinen Autogrammen auf Plakaten und DVD-Covers variiert Dante übrigens gern die übliche Formel. Bei DAS TIER (THE HOWLING, 1981) heißt es zumeist „Beast Whishes“, bei PIRANHA „Best Fishes“. (SJ)

Platz 26: DAS LETZTE HAUS LINKS (THE LAST HOUSE ON THE LEFT, 1972)

„Wes Craven ist ein Stümper“, sagt Stefan F – Stefan J will ihn dennoch in der Liste der besten 1970er-Horrorfilme haben.

HÜGEL DER BLUTIGEN AUGEN ist ganz klar ein Kult-Klassiker, doch wir wollen uns vom Gros der Listen immer auch etwas absetzen. Daher erwähne ich lieber diesen frühen Beitrag von Scream-Master Craven, dessen Langfilmdebüt. DAS LETZTE HAUS LINKS ist ein bedrückender und offen brutaler Film über Verschleppung und Vergewaltigung, mit der anschließenden, unausweichlichen Rache. Das „Stümperhafte“ ist womöglich die auffällig simple Herangehensweise dieses Films, wobei damit nicht der gekonnt düster-dreckige Look gemeint ist, der gelungen zum Feel dieses Backwood-Slashers beiträgt. Nein, das Simple ergibt sich vielmehr aus der absoluten Unverhohlenheit, überhaupt keine dramaturgischen Finessen anzubieten. DAS LETZTE HAUS LINKS ist völlig geradlinig, durchaus vorhersehbar (ab einem gewissen Punkt) und stützt sich neben seinen Qualitäten des gelungenen Spiels der Darsteller sowie der unmittelbaren Kameraführung vorsätzlich auf seine Schreckensmomente, die zum Ende hin gar absurdes Ausmaß annehmen.

Über DAS LETZTE HAUS LINKS wurde international viel geschrieben. Neben journalistischen Taglines wie „Eine widerliche Brutalitätenshow“ (Lexikon d. internationalen Films) oder auch „Der Film ist viermal besser, als man erwartet“ (Roger Ebert) gibt es wichtige akademische Abhandlungen, etwa von Julia Köhne und Tilo Renz: And the Roads lead to Nowhere. Die Jungfrauenquelle und Last House on the Left als Transformationen. In: F.LM. Texte zum Film (Universität Frankfurt, 2003). Absolut lesenswert. Während etwa HEXEN BIS AUFS BLUT GEQUÄLT im Sommer 2017 gar von der FSK ungekürzt freigegeben wurde, landete DAS LETZTE HAUS LINKS im Oktober desselben Jahres zumindest auf der „leichteren“ Liste A des Index für jugendgefährdende Medien. Demnach könnte bald eine vollständige Rehabilitierung ins Haus stehen. Gelungen restauriert und in drei Schnittversionen verfügbar, präsentiert sich dieser Schocker bereits in England via Arrow Video, wobei die Limited Edition immer noch verfügbar ist. (SJ)

Platz 25: DER TEUFEL AUF RÄDERN (THE CAR, 1977)

„Autos mit Seele“ war das Thema einer Seminararbeit meines Freundes Flo/Sepp bei unserem Studium der filmischen Künste in Regensburg. (Gruß an dieser Stelle, Flo!) Ebenso interessant wie sein Text, der diverse Genres und Ausprägungen von personifizierten Vehikeln beleuchtet – von KNIGHT RIDER über Carpenters CHRISTINE bis zu Disneys CARS – ist der Text von Peter Osteried in einem schicken Mediabook von Koch Films, das vergangenes Jahr veröffentlicht wurde. Mehr Extras als in allen bisherigen Editionen von THE CAR sowie ein klasse HD-Bild lassen uns hier bereits eine klare Empfehlung aussprechen. Aber nun zum Film selbst.

Das Mediabook von Koch Films

James Brolin, Vater des Josh, spielte in den 1970ern in einigen wichtigen Filmen mit, so auch WESTWORLD (1973) und UNTERNEHMEN CAPRICORN (1978). In THE CAR hatte er es mit einem besonders fiesen Gegner zu tun: Dem Teufel selbst in Autogestalt. Welchen Weg dieses motorisierte Böse benutzt, um die Menschen zu ärgern/töten, muss wohl nicht gesondert erwähnt werden. Dass aber das KFZ gerade in der weitflächigen Auto-Nation USA einen ganz besonderen Stellenwert einnimmt, darf man noch einmal kurz betonen, um das effektvolle Ausmaß des Schreckens zu beschreiben, den dieser Film gerade auf das nordamerikanische Publikum hatte. Aus dem geliebten Wagen wird der widrigste Gegner. Statt das menschliche Leben auf der Straße zu (be)fördern, verbreitet das Gefährt Angst und Terror und lässt die Menschen um ihr Leben rennen. Die (extra für diesen Film gebaute) Limousine, Inbegriff des Komfortablem, wird zum Phantom, zum Schreckgespenst. Ähnlich wie bei Steven Spielbergs TV-Film DUELL (DUELL, 1971) bleibt das Gefährt schemenhaft bzw. sieht man als Zuschauer nie den Lenker des Fahrzeugs. Die Perversion des amerikanischen Ikonen-Bilds ‘Automobil’ bringt in einigen Szenen Substanz – und darf durchaus als Kritik am Fortschritt der Industrienation(en) gesehen werden. Trotzdem verliert THE CAR nie sein Ziel aus dem Blick und hält als garstiger High-Concept-Film, als aufpolierte Version zahlreicher vorangegangener B-Filme genau das, was er verspricht: geradlinige, temporeiche Unterhaltung mit ausreichend Bezügen zum Horrorfilm.

So geraten in THE CAR weitläufige amerikanische Straßen, Parkplätze vor Supermärkten und Freizeitparks zu Orten des Grauens. Geschickt spielt der Film mit dem Bild des Unscheinbaren, des nicht zu Erwartenden – einen freilaufenden Killer mit Messer und Maske würde man des Tags sofort als Störfaktor entlarven, nicht so das Auto. THE CAR bietet viel Atmosphäre, gelungene Kameraarbeit und Schnitt sowie solide Action. Das Finale allein macht den Film bereits sehenswert. Doch wir empfehlen in als Ganzes. (SJ)

-> Längere Filmbesprechung von Christoph

Platz 24: LIPS OF BLOOD (LÈVRES DE SANG, 1975)

Ein Vampir-Märchen in poetisch, elegischen Bildern, die den Zuschauer umhüllen wie ein fiebriger Alptraum. Ein junger Mann namens Frederik (Jean-Loup Philippe) sucht seine große Liebe, eine geheimnisvolle Frau in Weiß (Annie Belle). Er ist sich nicht sicher über seine Träume, in denen diese Frau immer wieder auftaucht. Vor langer, langer Zeit hatte Frederik sich verlaufen und fand Schutz in einer verlassenen Schlossruine. Dort begegnete ihm die Frau in Weiß. Oder wartete sie etwa auf ihn? Die Unbekannte beschützt den verängstigten Jungen in jener Nacht und gab ihm einen Platz zum Schlafen. Oder ist es gar kein Traum? Seine Mutter (Natalie Perrey) ist bei der Klärung der Vorkommnisse auch nicht hilfreich, sie streitet alles ab. Erst ein Foto dieses Ortes aus seinem Traum, das er zufällig auf einer Party sieht, bringt ihn auf die richtige Spur und der Wahrheit näher. Seine Suche führt ihn zu morbiden, unheimlichen Orten. Geheimnisvolle Friedhöfe und verlassene Straßen, die von bezaubernden, halb nackten Vampiren und gefährlichen Killern bewohnt werden. Diese filmgewordene Lyrik gleitet wie in Trance dahin und versetzt den Zuschauer mit seiner schwermütigen Romantik in einen sinnlichen Rausch. Das ist kein Film für Mainstream- und Blockbuster-Fans, nichts für schnelle und hektische Momente. Diesen Film sollte man fühlen mit allen Sinnen, jenseits jeder Logik.

Wer die Filme von Jean Rollin kennt, der weiß genau, auf was er sich da einlässt. Allen anderen kann ich nur raten, einen Versuch zu starten. Viel nackte Haut, eine Erzählstruktur jenseits der Hollywood bekannten Muster, düstere, sinnliche Bilder verpackt in einer verwirrenden Story, durchgeführt mit minimalem Aufwand und Budget.

Mit DIE EISERNE ROSE (LA ROSE DE FER) von 1973 ist LIPS OF BLOOD für mich der beste Jean-Rollin-Film. Weitere Filme des umstrittenen Franzosen aus den Siebzigern sind unter anderem DIE FOLTERKAMMER DES VAMPIRS (REQUIEM POUR UN VAMPIRE, 1971), DEMONIACS – DIENERINNEN DES SATANS (LES DEMONIAQUES, 1974) und FOLTERMÜHLE DER GEFANGENEN FRAUEN (LES RAISINS DE LA MORT, 1978). (SF)

Platz 23: AMITYVILLE HORROR (THE AMITYVILLE HORROR, 1979)

Regisseur Stuart Rosenberg setzt in seinem Film weniger auf Schockeffekte als auf Atmosphäre. Gewitter, Schatten, Unwetter, unheimlicher Keller und Geräusche. Trotz dieser Schlichtheit schafft es Rosenberg, eine beängstigende Atmosphäre zu erzeugen, die seine Wirkung nicht verfehlt. Vor allem James Brolin, in der Rolle des George Lutz, überzeugt in der Darstellung der unheimlichen Veränderungen, die das Haus in ihm bewirkt. Auch der restliche Cast kann überzeugen und ist mit bekannten und lang gedienten Schauspielern bestückt: Da wären zum Beispiel Margot Kidder, Rod Steiger, Murray Hamilton und auch Don Stroud.

Die Familie Lutz, George (James Brolin) seine Frau Kathleen (Margot Kidder) und die zwei Kinder Greg (K. C. Martel) und Matt (Meeno Peluce), beziehen ein idyllisches Landhaus in Amityville. Was zuerst wie das Paradies aussieht, verwandelt sich in der Nacht zu Hölle. Seltsame Geräusche durchdringen jeden Winkel, aus den Wänden kommt Blut. Als George sich auf die Suche nach der Quelle des Unheimlichen macht, findet er im Keller schnell sein Ziel. Kurzerhand wird ein Priester zur Hilfe gerufen, Pater Delaney (Rod Steiger), doch der Besuch in dem Höllenhaus kostet ihn fast das Leben.

Was wir hier haben, ist das klassische Gespensterhaus, wie es schon in unzähligen Filmen porträtiert wurde. Jedoch hat dieses Haus noch einen sehr bösen Unterton, der alles und jeden erfasst. Wo früher nur Gespenster hausten und mit Ketten rasselten, haben wir nun das wirklich Böse unter uns. Nicht greifbar, nicht besiegbar und auch nicht erklärbar. Das Drehbuch von Sandor Stern basiert auf den Bestseller von Jay Anson der wiederum auf angeblich wahre Tatsachen beruhen soll. Bisher gab es insgesamt 13 weitere Filme der Reihe, aber als sehenswert würde ich lediglich noch Teil zwei AMITYVILLE II – DER BESESSENE (AMITYVILLE 2-THE POSSESSION) von Damiano Damiani bezeichnen. 2005 gab es ein Remake mit Ryan Reynolds unter dem Titel AMITYVILLE HORROR – EINE WAHRE GESCHICHTE (THE AMITYVILLE HORROR), Regie führte hier Andrew Douglas. (SF)

Platz 22: BLUT AN DEN LIPPEN (LES LÈVRES ROUGES, 1971)

Wieder einmal geht es um Verlangen und zügellose Triebe, die befriedigt werden wollen, vor allem geht es aber um Macht. Ob in einer Beziehung von Mensch zu Mensch oder von Vampir zu Mensch, es geht immer um Macht, die nur einer haben kann, der andere muss sich unterwerfen oder sterben. Delphine Seyrig, die hier die Gräfin Bathory in einer atemberaubenden Art und Weise spielt, dominiert den Film bis zum Ende und zeigt eine ihrer besten Leistungen vor der Kamera. Fantastische Kulissen, besonders diese endlose Leere in dem Hotel in Ostende und die atemberaubenden Kostüme, verleihen dem Film seine optischen Reize. Begleitet vom lesbischen Vampirmythos um die Gräfin Bathory zeigt Regisseur Harry Kümel dem Vampirismus ganz neue Wege auf. Dieses dekadente Märchen für Erwachsene spielt mit der dunklen Seite der Sexualität, verpackt in eleganten Bildern. Eine stimmungsvolle, aber auch extrem blutige Variante des Vampir-Filmes. Ein kleines, schmutziges Filmchen, wie gemacht für die in den 70er Jahren bekannten Bahnhofskinos.

Die Blu-ray von Bildstörung

Valerie (Danielle Ouimet) und Stefan (John Karlen) möchten heiraten und machen einen kleinen Zwischenstopp in einem Luxushotel an der Küste von Ostende. Die Saison ist längst vorbei und sie sind die einzigen Gäste weit und breit. In der gleichen Nacht kommen jedoch noch zwei weitere Reisende an: Die unheimliche Gräfin Bathory (Delphine Seyrig) mit ihrer Sekretärin Ilona (Andrea Rau). Stefan ist sofort fasziniert von den Neuankömmlingen, die wiederum ein starkes Interesse an Valerie zeigen. Am nächsten Tag gibt es die erste Tote, eine junge Frau, blutleer und mit einer großen Wunde am Hals.

By the way lesbischer Vampirfilm: 1974 erschien die britisch-spanische Produktion VAMPYRES. Viel nackte Haut und Unmengen von Kunstblut kombiniert mit wunderbar düster, poetischen Bildern und einer psychedelischen Story. Nein, ich spreche nicht von einem weiteren Jean-Rollin-Film. Hier ist der Spanier José Ramón Larraz der Regisseur, der die typischen Topas des Vampirfilms mit erotischen Bildern voller ungezügelter Triebe zu einem ganz besonderen Cocktail des 70er-Jahre-Horrors vermischt. 2015 versuchte sich Victor Matellano, ebenfalls spanischer Herkunft, an einem Remake. Das hatte aber nichts mehr von der prickelnden Erotik und düsteren Poesie des Originals. Es fehlt dem Werk an jeder Spur von Spontanität und Innovation, die das Original auszeichnet. Auch bei den Hammer-Studios wurden die lesbischen Vampire in den Mittelpunkt gerückt, unter anderem mit der „Karnstein-Trilogie“. Der erste Film der Reihe war GRUFT DER VAMPIRE (THE VAMPIRE LOVERS) von 1970 mit der bezaubernden Ingrid Pitt. Es folgten noch NUR VAMPIRE KÜSSEN BLUTIG (LUST FOR A VAMPIRE) und DRACULAS HEXENJAGD (TWINS OF EVIL) beide von 1971. Ebenfalls 1970 brachten die Briten ihre eigene Bathory Version mit COMTESSE DES GRAUENS (COUNTESS DRACULA) auf die Leinwand. (SF)

Platz 21: DIE SCHWESTERN DES BÖSEN (SISTERS, 1972)

Brian De Palmas früher Kinofilm SISTERS ist bereits eine überaus gekonnte Hommage an das atmosphärische wie spannende Kino Alfred Hitchcocks. Hitchcock war freilich Vorbild für viele Künstler nach ihm, aber wohl kaum einer vollbrachte eine derart bildlich-überzeugende Bewunderung wie De Palma mit seinen Filmen. OBSESSION (1976), DRESSED TO KILL (1980), BODY DOUBLE (1984), SNAKE EYES (1998), sie alle stehen im Zeichen Hitchcocks – und stehen doch für sich selbst, so auch SISTERS.

SISTERS ist eine absolute Empfehlung, ein garstig-spannender und obendrein sehr gut gespielter Thriller. Margot Kidder (BLACK CHRISTMAS, SUPERMAN) und Jennifer Salt (MIDNIGHT COWBOY, THE WEDDING PARTY) bewiesen damals nicht nur Roger Ebert, dass sie mit ihrem großen Talent „zwei Ausnahmen“ unter vielen hübschen Darstellerinnen seien, welche zumeist nicht gut spielen könnten. In dem psychologisch aufreibenden wie bedrückenden SISTERS porträtieren vor allem Kidder und Salt die ganze Bandbreite seelischer (Ver-)Störung. Darüber hinaus lebt De Palmas Film von seinen Stilmitteln (bezeichnend: split screens) sowie häufig verunsichernden Wendungen, die zum Miträtseln und Fingernägelkauen anregen. SISTERS ist ein dichter, intelligenter Thriller – eine anspruchsvolle Schauermär für ein erwachsenes Publikum. (SJ)

Platz 20: CARRIE: DES SATANS JÜNGSTE TOCHTER (CARRIE, 1976)

Brian De Palma inszenierte 1976, nach dem Drehbuch von Lawrence D. Cohen, die erste Stephen-King-Verfilmung nach dessen gleichnamigen Roman.

Die schüchterne Carrie White (Sissy Spacek) wohnt noch bei ihrer fanatisch-religiösen Mutter Margaret (Piper Laurie). Ein Puritaner ist gegen Margaret naiv und harmlos. In der Schule wird sie gehänselt (heute würde man sagen gemobbt) und gedemütigt. Beim Duschen in der Schule hat Carrie ihre erste Menstruation, sie gerät in Panik, doch ihre Mitschülerinnen machen sich nur lustig über sie. Als Carries Mutter davon erfährt, hält sie die Blutungen für das Ergebnis sündiger Fantasien, wie ihre gesamte körperliche Entwicklung zur Frau und sperrt sie in einer kleinen Kammer ein. Je mehr Carrie versucht, ihre Schüchternheit und dem Zugriff ihrer Mutter zu entkommen, desto stärker werden ihre telekinetischen Fähigkeiten, die sie eines Tages an sich bemerkt. Nur Carries Mitschülerin Sue (Amy Irving) verteidigt sie in der Schule. Da der Abschlussball vor der Tür steht, hat Sue eine Idee und bittet ihren Freund Tommy (William Katt) zusammen mit Carrie auf den Ball zu gehen. Chris (Nancy Allen) hingegen, Carries ärgste Feindin, heckt unterdessen mit ihrem Freund Billy (John Travolta) einen weiteren teuflischen Plan aus, um Carrie zu demütigen. Niemand ahnt, dass dieser Plan in einer Katastrophe für die gesamte Schule mündet.

Der Film seziert das menschliche Verhalten bis in die tiefsten Ecken der Psyche und präsentiert es mit all seinen Scheußlichkeiten auf der Leinwand. Der gnadenlose und brutale Umgang mit Außenseitern und die Demütigungen, die sie ertragen müssen. Wie ein fieser Schlag in die Magengrube präsentiert sich der Film und hinterfragt geschickt unsere sozialen Umgangsformen und (Schein)Moral. Brian De Palma, der ein großer Fan von Alfred Hitchcock ist, hat auch in diesem Film wieder zahlreiche Anspielungen auf sein großes Vorbild versteckt. Gerade die Duschszene erinnert in einigen Einstellungen an PSYCHO (PSYCHO, 1960), ebenso die tyrannische Mutter, die in beiden Filmen allgegenwärtig ist. Der Film, wie auch die Schauspielerinnen Sissy Spacek und Piper Laurie, bekamen Auszeichnungen für ihre umwerfende Leistung. Beide wurden 1977 für den Oscar nominiert. (SF)

Platz 19: ERASERHEAD (ERASERHEAD, 1977)

David Lynch und ERASERHEAD in ein Genre pressen zu wollen, das wäre so sinnlos wie der Versuch, die Sterne mit den Händen vom Himmel zu holen. Es funktioniert einfach nicht. Am ehesten ist die Kategorie „completely sui generis“, was so viel heißt wie: Der Film steht ganz für sich alleine, er passt zu keinem bekannten Genre. Ebenso schwer fällt es auch die Handlung von ERASERHEAD in vernünftige Worte zu fassen.

Henry Spencer (Jack Nance) lebt in einer Welt ohne jegliche Anzeichen von Natur, es gibt nur Gebäude, flackernde Lichter und Industrie. Er erfährt bei einem Essen mit den Eltern seiner Ex-Freundin Mary (Charlotte Stewart), dass diese ein Kind zu Welt gebracht hat, welches wohl von ihm ist. Auf Druck der Eltern kümmern sich die Beiden um das deformierte Baby. Aus lauter Verzweiflung und Überforderung gibt Mary jedoch bald auf und lässt Henry und das Baby allein zurück. Henry versucht irgendwie, mit dem Kind zurechtzukommen und verliert immer mehr den Bezug zu seiner Umwelt. Eines Tages wird das Kind krank und Henry sieht keinen anderen Weg als es zu töten. Das ist jedoch nur ein kleiner Teil der Story, denn es passiert noch viel mehr, neben der eigentlichen Handlung.

Der Zuschauer sitzt während des Films mitten in Henrys Kopf und sieht sein Innenleben direkt vor sich auf der Leinwand. ERASERHEAD hat seine eigene, in sich geschlossene Film-Logik, die mit Nichts was uns bekannt ist, vergleichbar wäre. Mann muss es selber sehen, fühlen und entdecken. Lynch meinte einmal in einem Interview, dass er ERASERHEAD erfühlte, nicht erdachte. Wer den Regisseur kennt, der weiß genau auf was für ein Abenteuer er sich da einlässt. Es ist eine Vermischung von Traum und Wirklichkeit, bei dem die Grenzen fließend sind. Es beginnt schon damit, dass wir keine Möglichkeit haben, den Ort und die Zeit der Handlung festzustellen. Oder gar die merkwürdige Wohnsituation von Henry, der inmitten von Industrie sein Haus hat. Auch ist der Versuch des Zuschauers, Parallelen zwischen Henrys Leben und seinem eigenen Alltag zu ziehen, zum Scheitern verurteilt und erzeugt ein Gefühl von Desorientierung und nackter Angst.

Die Entstehungsgeschichte von ERASERHEAD zog sich über viele Jahre, ungefähr ab 1970 begann Lynch mit der Arbeit und er war mehr als einmal kurz davor aufzugeben. Bei seiner ersten Vorführung wurde der Film von den Kritikern zerrissen, jedoch auf diversen Festivals gefeiert. Nach und nach lief ERASERHEAD in Kinos und erwarb sich dabei über mehrere Jahre einen positiven Ruf, der ihn bis nach Europa brachte. Ich will mich hier gar nicht weiter in belanglosen Sätzen verlieren und dem Versuch ERASERHEAD in irgendeiner Art und Weise einen Sinn abringen zu wollen. Stattdessen möchte ich euch nur noch ans Herz legen, sich diesen Film in Ruhe anzusehen und ein eigenes Urteil zu bilden. (SF)

Platz 18: DIE BRUT (THE BROOD, 1979)

DIE BRUT ist ein entscheidender Eintrag in Cronenbergs Œuvre. 1979 noch mit einem ʻXʼ-Rating veröffentlicht, folgte der Film den Low-Budget-Erfolgen, den als frühe body horrors verehrten SHIVERS (1975) und RABID – DER BRÜLLENDE TOD (1977). Doch anders als diese Beiträge wirkt DIE BRUT viel reifer, erwachsener. Das liegt am Thema selbst, wie auch an der Nachhaltigkeit, mit welcher die allesamt hervorragenden Darsteller der Geschichte Tiefe verleihen. Die fünfjährige Tochter (Cindy Hinds) des alleinerziehenden Vaters Frank Carveth (Art Hindle) ist das stille, traurige Zentrum der Erzählung. Warum Kinder verwirrt, verstört und losgelöst vom Alltag sein können, hat viele Ursachen. (Cronenberg, das muss man gesondert erwähnen, entwickelte den Plot in direktem Bezug auf sein eigenes, damals in die Brüche gehendes Eheleben.) Die Mutter ist nicht mehr da, für Candice bleibt dies tragisch, auch wenn Frank alles erdenklich Gute für seinen kleinen Nachwuchs bewirkt. Auch lernen wir das „Institut für Psychoplasmatik“ kennen, deren Leiter Dr. Raglan (Oliver Reed) seine Fähigkeiten im Bereich psychologischer Therapie präsentiert. Es geht um die Transformation vom Gedanklichen zum Körperlichen, quasi Cronenbergs Leitmotiv seit seinen Frühwerken à la CRIMES OF THE FUTURE (1970) über SCANNERS (1981) bis hin zu A DANGEROUS METHOD (2011). Auffällig wird in DIE BRUT in drei unterschiedlichen Einstellungen der fiktive Buchtitel The Shape of Rage in den Fokus gerückt, der später auch für Cronenbergs Biografie verwendet wurde.

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Weniger auf die vordergründige Darstellung des Körperhorrors, samt seinen Ekzemen, Wunden und Auswüchsen (vgl. DIE FLIEGE) kommt es Cronenberg hier an, als vielmehr auf die Offenlegung seelischer Wunden: Wenn die Mutter mit wuterfülltem Herzen quasi eingesperrt und abgeschottet von der Außenwelt dahinvegetiert; wenn Candice in immer größere Trauer verfällt; wenn schließlich kleine Biester („Die Brut“) auftauchen, die in ihren kindgroßen Schneeanzügen an den roten Gnom aus Nicolas Roegs WENN DIE GONDELN TRAUER TRAGEN erinnern. Und dann doch wieder – in guten Abständen, aber heftig – der garstige Cronenberg mit roter Farbe. Mit einfachen Mitteln wird grausige Gewalt erzeugt. DIE BRUT schlägt zu, mit gläsernen Kugeln, mit hölzernem Spielzeug… Szenen die für die amerikanische R-rated Fassung geschnitten werden mussten, die jedoch seit einiger Zeit auch hierzulande in der vollständig ungekürzten, HD-restaurierten Version enthalten sind. (SJ)

Platz 17: BLUTGERICHT IN TEXAS (THE TEXAS CHAIN SAW MASSACRE, 1974)

Der Amerikaner Tobe Hooper inszenierte mit BLUTGERICHT IN TEXAS Anfang der 70er Jahre einen Film, der einschlug wie eine Blendgranate. In Zeiten von SAW, HOSTEL und MARTYRS wird den meisten Zuschauern BLUTGERICHT IN TEXAS harmlos erscheinen, denn alle Brutalität und Gewalt passiert im Off der Kamera, abseits des Blickfeldes der Zuschauer. Trotz allem, lebt der Film immer noch von seinem brutalem Ruf, den er sich in jenen Jahren durch zahlreiche Verbote und Beschlagnahmungen in vielen Ländern erwarb. Der geneigte Zuschauer muss sich nur in unserem Best-of umsehen, was in den Siebzigern an Horror-Filmen auf den Markt kam, um zu erahnen, welche Wirkung der Film beim damaligen Publikum und auch bei den Kritikern hatte. Begriffe wie krank, pervers und gewaltverherrlichend, machten im Zusammenhang mit dem Streifen die Runde.

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Die Story ist simpel und schnell erzählt: Eine Gruppe von Freunden, Kirk (William Vail), Pam (Teri McMinn), Jerry (Allen Danzinger), Franklin (Paul A. Partain) und seine Schwester Sally (Marilyn Burns) sind auf der Suche nach dem Haus von Sallys und Franklins Großeltern. Auf der Fahrt durch dass ländliche Texas geht ihnen in der Nähe eines alten Schlachthofes das Benzin aus. Auf der Suche nach Treibstoff fallen sie der letzten dort lebenden Schlachter-Familie in die Hände. Die haben sich in den letzten Jahren auf das Töten und Verspeisen von Menschen spezialisiert.

Tobe Hooper, der auch am Drehbuch zu BLUTGERICHT IN TEXAS beteiligt war, erschuf einen Film, der seiner Zeit weit voraus war. Atmosphärisch dichte Bilder, eine Stimmung von andauernder psychischer und physischer Gewalt, die den Zuschauer packen und selbst nach Ende des Films nicht so schnell loslassen. Die „tour de force“ der Jugendlichen wurde in späteren Jahren zum Standard-Muster, auch für den Slasher-Film. Ebenso der maskierte Psychopath, den wir schon vom Giallo her kennen und der sich hier „Leatherface“ nennt, gespielt von Gunnar Hansen, da er seine Maske aus Menschenhaut hergestellt hat. Die sogenannte Kannibalen-Familie bekommt in den folgenden Jahren noch so einige Gelegenheiten auf der Kinoleinwand. Die Bekanntesten dürften die Freaks aus WRONG TURN (WRONG TURN, 2003) sein, die so erfolgreich waren, dass sie gleich ihr eigenes Franchise starteten. Fast zur gleichen Zeit rollte der sogenannte Torture-Porn-Horror in Deutschland mit SAW (2004) an und führte das weiter, was im ländlichen Texas nur angedeutet wurde.

BLUTGERICHT IN TEXAS hatte dieselbe Wirkung wie einst ein DRACULA (HORROR OF DRACULA, 1958) oder FRANKENSTEINS FLUCH (THE CURSE OF FRANKENSTEIN, 1957) von den legendären Hammer-Studios. Diese beiden Filme zeigten zu ihrer Zeit auch in extremster Form Blut (in Farbe!), Gewalt und Sex. Ein Aufschrei des Entsetzens ging durch die Kinos und der Ruf nach Verbote war in aller Munde. Aber die Wandlung im Horror-Film, die Gewalt aus dem Off zu zerren und direkt ins Auge des Betrachters zu transportieren, war nicht mehr aufzuhalten. Auf Video wurde der Film in Deutschland unter dem Titel KETTENSÄGENMASSAKER veröffentlicht. Es gab noch drei weitere Fortsetzungen und im Jahr 2003 ein Remake (Michael Bay als Produzent) und ein Prequel. Ein Ende ist nicht in Sicht. Über die Qualität der Filme kann man sich streiten. (SF)

Platz 16: JESSY – DIE TREPPE IN DEN TOD (BLACK CHRISTMAS, 1974)

Ein unbekannter Mörder treibt sein Unwesen im amerikanischen „Schwestern-Haus“, dessen weibliche Bewohner ausgelassen und alkoholisiert-befreit Weihnachten feiern. Der erste Spießer-Papi kommt schon früh vorbei, als er seine Tochter vermisst – nichtsahnend, dass diese längst Plastiktüten-Inneres schnuppert.

Teen-Film- und Thriller-Spezialist Bob Clark lieferte mit diesem unter zwei Alternativtiteln (SILENT NIGHT, EVIL NIGHT/STRANGER IN THE HOUSE) erfolgreichen Slasher 1974 einen Etappensieg des Subgenres. Der damals zeitgenössischen Kritik, der Film biete wenig Neues, muss man den gelungenen Einsatz von Point-of-View-Shots und das Motiv serienhaftes Tötens an besonderen (Feier-)Tagen entgegenhalten. BLACK CHRISTMAS färbte entscheidend auf die späteren Kult-Hits HALLOWEEN (1978) und FREITAG DER 13. (1980) ab, die ohne ihn so nicht zu denken wären. Dabei wirkt der Streifen fast durchgängig gut gealtert. Was damals sicher ausnahmslos für Gänsehaut gesorgt hat, funktioniert noch heute ziemlich gut – auch wenn sich die erste Hälfte etwas viel Zeit lässt und ein paar Spannungslücken aufweist. Danach gewinnt die Story an Fahrt. Suspense und Schocks sind wohl platziert und ein unglaublich starkes Finale lässt kleinere Makel vergessen. Margot Kidder, John Saxon und Keir Dullea spielen schon gut, doch Olivia Hussey bietet als eines der ersten Final Girls der Horrorfilmgeschichte eine wahrhaft bravuröse Performance. JESSY – DIE TREPPE IN DEN TOD a.k.a. BLACK CHRISTMAS ist immer wieder eine Empfehlung wert, gerade weil er häufig in der Nennung vernachlässigt wird. Doch nicht so bei uns. (SJ)

Die Plätze 1-15, der besten Horrorfilme der 1970er Jahre gibt es hier –>

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