Die besten Horrorfilme der 2000er Jahre | Platz 1 – 15

Die besten/wichtigsten Horror-Filme der Jahre 2000-2010

Hier vervollständigen wir die Liste mit den besten Horrorfilmen der 2000er um die Plätze 1-15. Ihr könnt auch hier noch einmal einen Blick auf die Plätze 16-30 werfen.

Die nachfolgende Liste erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, sie soll lediglich anhand der wichtigsten Filme die Entwicklung des Horrorfilms verdeutlichen. Zudem ist die Reihenfolge nicht zwingend als „in Stein gemeißelt“ zu verstehen.

 

Platz 15: DAS WEISENHAUS (EL ORFANATO, 2007)

Der nächste Film ist das erfolgreiche Regiedebüt des Spaniers Juan Antonio Bayona. Hinter Guillermo del Toros, er arbeitete auch als Produzent bei DAS WAISENHAUS mit,  PANS LABYRINTH (EL LABERINTO DEL FAUNO, 2006) ist DAS WAISENHAUS der zweiterfolgreichste spanische Film aller Zeiten. Das internationale Kinopublikum war begeistert, die Kritiker jedoch uneins. Sicher ist, dass wir mit Bayonas Film eine fantastische Spukgeschichte aus Spanien vorliegen haben, die nicht verpasst werden sollte. Gleichzeitig ist DAS WAISENHAUS Teil des „Haunted-House“ Revival, das seinen Ausgangspunkt im Jahr 1998 mit dem Film RING – DAS ORIGINAL (RINGU) in Japan hatte und sich ähnlich wie ein Virus über die ganze Welt verbreitete. Geisterfilme gab und gibt es schon seit den ersten zaghaften Schritten in der Filmgeschichte. Zumeist noch in Form von Komödien wie SPUK IM SCHLOSS (THE CAT AND THE CANARY, 1927) oder als Familienunterhaltung mit DAS GESPENST VON CANTERVILLE (THE CANTERVILLE GHOST, 1944). Viele der ernsteren Versionen können selbst heute noch überzeugen und werden als Klassiker gefeiert wie etwa DER UNTERGANG DES HAUSES USHER (LA CHUTE DE LA MANSION USHER, 1928), DAS HAUS DES GRAUENS (THE OLD DARK HOUSE, 1932) oder DER UNHEIMLICHE GAST (THE UNINVITED, 1944). Das „Haunted-House“ ist ein Thema, dass niemals seinen Reiz verlieren wird.

Laura (Belén Rueda) kehrt mit ihrem siebenjährigen Sohn Simón (Roger Príncep) an den Ort ihrer Kindheit zurück, ein Waisenhaus abseits der Stadt, in dem sie aufgewachsen ist. Zusammen mit ihrem Mann Carlos (Fernando Cayo) will Laura das alte Gebäude wieder in Betrieb nehmen. Eines Tages erzählt Simón von seinen neuen unsichtbaren Freunden. Schnell wird Laura klar, dass es sich dabei um Kinder aus ihrer eigenen Vergangenheit handelt, die ihr Sohn zu kennen glaubt. Als Simon spurlos verschwindet, begibt sich Laura auf die Suche und entdeckt dabei die Spur einer schrecklichen Tragödie.

Guillermo del Toros THE DEVIL‘S BACKBONE (EL ESPINAZO DEL DIABLO, 2001) spielte bereits in einem spanischen Waisenhaus. Darin beschäftigt er sich neben Geistern und furchtbaren Tragödien auch und vor allem mit Faschisten und dem Franco-Regime, ebenso in seinem späteren PANS LABYRINTH. Oberflächlich betrachtet vermeidet Juan Antonio Bayona mit seinem Film diese Thematik. Doch bei genauerem Hinsehen fällt dem Betrachter schnell das Gegenteil auf, denn hier geht es um die Verdrängung der Vergangenheit. Und die ist in Bezug auf die schreckliche Zeit des Bürgerkrieges und des Franco-Regimes in Spanien noch immer aktuell. Einige Filmemacher haben es sich zur Aufgabe gemacht, ihre Mitbürger an eben jene vergangenen Albträume zu erinnern, was Juan Antonio Bayona mit DAS WAISENHAUS dann auch mehr als gelungen ist. Denn wer die Vergangenheit vergisst, ist dazu verdammt, sie endlos zu wiederholen. (SF)

Platz 14: [REC] (2007)

Im Zuge meiner #FluxChallange habe ich mich ausführlich mit [REC] auseinandergesetzt. Für eine genauere Beschreibung und Analyse verweise ich auf diesen Artikel (Link zu [REC]). Hier wiederholen wir lediglich die kurze Inhaltsangabe für alle, die nicht wissen, um was es geht:

Ein zweiköpfiges Reporterteam, Moderatorin Angela Vidal (Manuela Velasco) und ihr Kameramann Pablo (Pablo Rosso), drehen eine neue Episode der bekannten spanischen Fernsehdokumentation „Während sie schlafen“. Diesmal zu Gast bei einer Feuerwache in Barcelona. Als endlich der lang erwartete Notruf eintrifft, dürfen die Reporter den Einsatz begleiten. Aus einem Haus in der Stadt wurden schreckliche Schreie gemeldet, die Polizei befindet sich schon vor Ort. Gemeinsam arbeitet sich das Rettungsteam mit den Reportern im Schlepptau bis zur mutmaßlichen Wohnung vor. Im Inneren finden sie eine ältere, blutüberströmte Frau, die sofort einen der Polizisten attackiert und durch einen Biss in den Hals schwer verletzt. Bei dem Versuch, den verletzten Mann aus dem Gebäude zu schaffen, bemerkt das Rettungsteam, dass inzwischen das komplette Haus vom Militär hermetisch abgeriegelt und umstellt wurde. Ein Verlassen ist nicht mehr möglich und die Infektion breitet sich unter den Anwesenden unaufhaltsam aus.

Eine Apokalypse auf engstem Raum, in Form eines Kammerspiels inszeniert. Drei durchaus erfolgreiche Fortsetzungen folgten: [REC] 2 (2009), [REC] 3: GENESIS (2012) und [REC] 4: APOCALYPSE (2014). Wie bei jedem erfolgreichen nicht US-Spielfilm üblich, folgte auch diesmal das unabwendbare Remake mit dem Titel QUARANTÄNE (2008) sowie dessen Fortsetzung QUARANTÄNE 2: TERMINAL (2011). (SF)

Platz 13: THE MIDNIGHT MEAT TRAIN (2008)

Für den Japaner Ryuhei Kitamura (VERSUS, 2000) ist THE MIDNIGHT MEAT TRAIN seine erste große Hollywoodproduktion, ursprünglich für den Regieposten vorgesehen war der Franzose Patrick Tatopoulos. Das Drehbuch entstand auf Basis der Novelle „Der Mitternachts-Fleischzug“ (zu finden in „Das erste Buch des Blutes“, 2008), verfasst vom bekannten englischen Autor Clive Barker. Barker war nicht nur am Drehbuch beteiligt, er war auch als Produzent des Films tätig. Der in Liverpool geborene Schriftsteller ist neben seinem Beruf auch als Graphiker, Maler und Regisseur aktiv. Mit seiner bekannten Reihe der „Bücher des Blutes (Books of Blood, 1984-1985)“ machte er erstmals weltweit auf sich aufmerksam und gilt heute als einer der einflussreichsten Horrorautoren neben Stephen King.

Der Fotograf Leon Kaufman (Bradley Cooper) möchte mit seiner Kamera das wahre Leben des Molochs New York einfangen. Bei seiner gefährlichen Suche nach immer neuen Motiven gerät er zufällig auf die Spur eines brutalen Serienmörders (Vinnie Jones), der bevorzugt nächtliche U-Bahnfahrgäste abschlachtet. Leon ist sofort fasziniert von dem Killer und versucht mehr über ihn zu erfahren. Doch der dreht den Spieß um, denn er hat die Witterung aufgenommen und ist nun hinter Leon her. Der Jäger wird zum Gejagten, doch das eigentliche Grauen wartet in den endlosen U-Bahn-Tunneln von New York auf sie.

Der Engländer Vinnie Jones (Vincent Peter Jones) spielt den stummen Killer in einer Perfektion und mit einer Abgebrühtheit, wie sie nur sehr selten zu finden ist. Sein markantes Erscheinungsbild hat ganz sicher einen großen Anteil daran. Seinen ersten Auftritt vor der Kamera hatte der ehemalige Fußballprofi (Englische Liga) im Alter von 33 Jahren in der britischen Komödie BUBE DAME KÖNIG GRAS (LOCK, STOCK AND TWO SMOKING BARRELS, 1998) unter der Regie von Guy Ritchie. Seitdem geht sein Weg stetig nach oben. Dabei bildet THE MIDNIGHT MEAT TRAIN eines der Highlights seiner noch jungen Karriere. Den perfekten Gegenpart bildet der US-Amerikanische Darsteller Bradley Cooper, der eher auf smarte Rollen gebucht ist. Einer seiner ersten bekanntesten Filme dürfte die HANGOVER (2009-2013) Reihe sein. Neben THE MIDNIGHT MEAT TRAIN sticht nur noch FALL 39 (CASE 39, 2009) aus dem Rahmen seiner Filmographie. THE MIDNIGHT MEAT TRAIN gehört zweifellos zu den besten Verfilmungen, die eine Clive-Barker-Geschichte als Vorlage benutzten, neben den üblichen Verdächtigen HELLRAISER – DAS TOR ZUR HÖLLE (1987), HELLBOUND – HELLRAISER 2 (1988), CABAL – DIE BRUT DER NACHT (NIGHTBREED, 1990) und CANDYMANS FLUCH (1992). (SF)

Platz 12: THE STRANGERS (2008)

Unsere eigenen vier Wände. Das bedeutet Privatsphäre, Geborgenheit und Sicherheit. Ganz nach der bekannten englischen Redewendung „My home is my castle“. Doch was passiert, wenn es fremden Personen gelingt, in diese scheinbare Sicherheit einzudringen? Genau, wir sind bei einem weiteren Sub-Genre des Horrorfilms gelandet, dem sogenannten „Home-Invasion“ Film. Auch wenn das Genre nicht gerade neu ist, wiederentdeckt passt da wohl eher, hat es in den letzten Jahren einige sehr interessante und vor allem spannende Werke hervorgebracht. Hier tauchen keinerlei übernatürliche Schrecken, fantastische Kreaturen oder mysteriöse Elemente auf, die die Alltäglichkeit der Situation untergraben. Es geht um das Gefühl des Ausgeliefertseins, einfach nur ohnmächtig zu beobachten, wie die vermeintlich sichere Wohnung von Unbekannten vergewaltigt wird. Und somit die behagliche Sicherheit der in ihr lebenden Personen plötzlich in fremden, skrupellosen Händen liegt. Ähnlich hilflos fühlten sich in diesen Jahren im echten Leben große Teile der Weltbevölkerung den zahlreichen Terrorangriffen eines gesichtslosen Angreifers ausgesetzt.

Nach der Hochzeit eines Freundes fahren Kristen (Liv Tyler) und James (Scott Speedman) in ihr abgelegenes Sommerhaus. Doch sie werden bereits erwartet. Zuerst klopft es an der Tür, dann erscheinen maskierte Gestalten im Wald. Als die Unbekannten sich daran machen, nach einer Möglichkeit zu suchen, ins Innere des Hauses zu gelangen, wird aus Unruhe schnell nackte Angst. Kristen und James sehen sich einer namenlosen, tödlichen Bedrohung ausgesetzt.

Mit beklemmenden Aufnahmen und ungewöhnlichen Kameraperspektiven gelingt es dem US-Amerikaner Bryan (Michael) Bertino, den blanken Terror und die Panik für den Rezipienten fühlbar darzustellen. Der Horrorfan Bertino ist nicht nur für die Regie bei THE STRANGERS verantwortlich, er verfasste auch das Drehbuch dazu. Getragen wird die komplette Story neben den maskentragenden Killern, vor allem von den beiden Hauptdarstellern: Herausragend ist hier ganz besonders die bezaubernde Liv Tyler, bekannt aus der HERR DER RINGE (LORD OF THE RINGS, 2001 – 2003) Trilogie sowie ARMAGEDDON – DAS JÜNGSTE GERICHT (1998). An ihrer Seite sehen wir Scott Speedman, unter anderem aus UNDERWORLD (2003) und XXX 2 – THE NEXT LEVEL (XXX: STATE OF THE UNION 2005), der mit vollem Einsatz dabei ist.

Filme, die dem Home-Invasion-Genre zugeordnet werden können, gab es schon vor THE STRANGERS. Das ist so weit nichts Neues, nur der Begriff Home-Invasion entwickelte sich erst in der Neuzeit. Besonders erwähnenswert sind Werke wie Stanley Kubricks UHRWERK ORANGE (A CLOCKWORK ORANGE, 1971), WER GEWALT SÄT (STRAW DOGS, 1971), DER SCHLITZER (LA CASA SPERDUTA NEL PARCO, 1980) oder FUNNY GAMES (1997) neben einigen weiteren bekannten Produktionen. Besonderes Augenmerk sollten Freunde von THE STRANGERS auf den französischen THEM (ILS, 2006) haben, da beide Filme sich in großen Teilen sehr ähneln. Einige Jahre später erschien THE PURGE – DIE SÄUBERUNG (2013) mit seinen zahlreichen Fortsetzungen, die für das Home-Invasion-Genre einen weiteren Schub bedeuteten.

Einen zweiten Teil mit dem Titel THE STRANGERS: OPFERNACHT (THE STRANGERS: PREY AT NIGHT, 2018) gibt es bereits. Doch bis auf die Killer hat der nichts mit seinem Original gemeinsam. Regie führt diesmal der Engländer Johannes Roberts (47 METERS DOWN, 2017). (SF)

Platz 11: THE DEVILS BACKBONE (EL ESPINAZO DEL DIABLO, 2001)

The Devils Backbone mexikanisches Kinoposter

Das Setting: ein abgeschiedenes Haus irgendwo in der spanischen Steppe. Wir schreiben das Jahr 1939. Das Haus ist verflucht, ein Geist in Form eines tödlich verletzten Jungen irrt in diesen Gemäuern umher, ein Haunted House, gespenstischer Southern Gothic inmitten des sandig-glühenden Terrains. Der kleine Carlos (Fernando Tielve) lebt als eines von mehreren Waisenkindern in diesem Haus. Zum Mikrokosmos der damaligen spanischen Gesellschaft zählen auch der Direktor Dr. Casares (Federico Luppi), die Lehrerin Carmen (Marisa Paredes) sowie der unbeherrschte, brutale Jacinto (Eduardo Noriega), der selbst als Waise dort aufgewachsen ist. Zuletzt ist da noch eine riesige Fliegerbombe, die als Blindgänger seither den Innenhof des Anwesens ziert, permanente Bedrohung vermittelt und in ihrer Silhouette dezent an eine Teufelskarikatur erinnert. (Das Drehbuch basiert auf dem Skript „The Bomb“ von Antonio Trashorras und David Muñoz und wurde von Guillermo del Toro entsprechend umgeschrieben, die Handlung u. a. von Mexiko nach Spanien verlegt.) Aber die eigentliche Bedeutung des „Rückgrats des Teufels“, des spina bifida, offenbart eine noch tiefer gehende, persönliche Dimension des Horrors in diesem Film.

Meisterregisseur Guillermo del Toro (PANS LABYRINTH; HELLBOY) bezeichnet THE DEVIL’S BACKBONE seither als seinen „ersten richtigen Film“, bei dem er also seine Vision ohne Kompromisse zum Leben erwecken konnte. Der Film verhandelt als period piece eine historische Geschichte im Kontext des spanischen Bürgerkriegs (Kostüme und Set-Design sind beachtlich), betrachtet vor diesem Hintergrund aber alles aus einer sehr persönlichen Perspektive, vorrangig aus Sicht der Waisen, und im Gewand des Genrefilms. Als Horror-Drama-Hybrid ist er dabei eng mit der Gothic fiction und hier insbesondere mit dem Geisterfilm verknüpft. Der Geist, hier im Film stets sichtbar umgeben von einer wahrhaft spirituellen Atmosphäre, fungiert zum einen als Schreckenssymbol, zugleich auch als Metapher für das zutiefst menschliche Drama. Wie zuvor in CRONOS (1993) und danach in PANS LABYRINTH (2006) verbindet del Toro höchst gelungen phantastische Erzählelemente mit dem Realismus der erzählten Gegenwart. So ist es insbesondere die schmerzvolle und erschreckende Gewalt zwischen den Menschen, die diese kleineren Werke des Machers stets reif und anspruchsvoll wirken lässt. Hinzu kommt bei THE DEVIL’S BACKBONE eine edle Bildgestaltung, voller Schattierungen und düsterer Atmosphäre. Paul Julian Smith bezeichnete den Film bei Erscheinen als einen „meisterlichen“ übernatürlichen Thriller von „visueller Brillanz“ (Sight & Sound, 12/2001) – dem ist nichts zu entgegnen. Entgegen den allgemein sehr positiven Kritiken blieb der kommerzielle Erfolg leider weitestgehend aus, erst im Heimkino avancierte das Werk zu einem Phänomen.

Während die drei soeben genannten Filme mitunter als Horror-Drama-Trilogie des Machers vermarktet werden (The Criterion Collection), die einmal Vampire, dann Geister, und daraufhin Faune und Feen als märchenhafte Wesen mit realgeschichtlichem Kontext verknüpft, sind vor allem THE DEVIL’S BACKBONE und PANS LABYRINTH Seite an Seite zu lesen. Del Toro bezeichnet sie als zwei Werke, die als ein sich reimender Vers angelegt sind, der eine zeitlich zu Beginn, der andere am Ende des spanischen Bürgerkriegs unter dem beginnenden Terror-Regime Francos und seiner faschistisch gestützten Nationalisten. Das Gespenstische, letztlich auch Sympathieträger, ist bei del Toro also stets im Kontext bzw. ergänzend zum realen Schrecken durch die Menschen zu sehen. Ein markantes Merkmal seiner besten Filme ist und bleibt die ausgeprägte Ambivalenz der Charaktere. Der Reichhaltigkeit, gerade auch von THE DEVIL’S BACKBONE, kann mit wenigen Absätzen kaum Genüge geleistet werden. Hier geht es zu meiner damaligen Kurzbesprechung des Films, auch anlässlich der vorbildlichen Heimkinoversion, die 2018 auf den deutschen Markt kam. (SJ)

Platz 10: HIGH TENSION (HAUTE TENSION, 2005)

Alexandra Aja ist eines der ersten Enfants terribles der französischen Neuen Welle des Horrors, für die noch in den 2000er-Jahren der Begriff „New French Extremity“ bemüht wurde. Es sind bewusste filmische Zuspitzungen und Überhöhungen, geboren aus einer generellen soziokulturellen Gewaltzunahme (politischer Machtmissbrauch, Polizeigewalt, generelle Gewaltbereitschaft, starker Rechtsruck, Aufstände), wie sie das Heimatland Frankreich seit der Machtübernahme durch den rechtspopulistischen Präsidenten Jacques Chirac ab 1995 immer wieder erschütterten. LA HAINE (1995, R: Mathieu Kassovitz) ging einst als Mileustudie und Drama daraus hervor, bereits in den ersten Spielfilmen von Gaspar Noé (MENSCHENFEIND, 1998; IRREVERSIBEL, 2002) kommt die Gewalt sehr drastisch zum Ausdruck. Doch mit HIGH TENSION spannte Aja den Bogen so weit, und blieb zugleich so geradlinig, dass dies nicht mehr als extremer Auswuchs innerhalb des Arthaus-Kinos gedeutet werden konnte: der vollumfängliche Splatterfilm in Verbindung mit Narrativen des Terrorfilms verteilte sich über diverse Festivals auf die großen Leinwände der Welt. Doch anders als der spätere FRONTIÈRE(S) von Xavier Gens anno 2007 ist Ajas Film im Narrativ völlig unpolitisch.

HIGH TENSION (dt. „Hochspannung“) gibt den Zuschauenden keine Gelegenheit zum Luftholen. Eine bestialische Hatz breitet sich vor unseren Augen aus, wenn die jungen Frauen Alex (Maïwenn) und Marie (Cécile de France) von einem namenlosen Killer, „le tueur“ – gespielt von MENSCHENFEIND-Hauptdarsteller Philippe Nahon – gejagt werden, der seine Opfer mit archaischen Waffen und bisweilen recht gewöhnlichen Gegenständen überwältigt. Die Morde in HIGH TENSION sind allesamt körperlich spürbar, mehr noch: sie haben einen perversen Drang. Ästhetisch erinnern die inszenierten Morde zumeist an ein sexuell motiviertes Ritual. Alles wird durchbohrt, penetriert, die Gewalt hat eine phallische Ausprägung. Umso effektiver ist der spätere Handlungsverlauf in diesem Film.

In Anlehnung an den Backwood-Horror, der im nordamerikanischen Kino der 1970er seine Blütezeit erlebte, lautet die Prämisse von Ajas handwerklich virtuosem Werk: „back to the roots“. Handgemachte Make-up-Effekte, literweise Kunstblut, zudem wird kaum mit CGI, dafür mit fotografischen Effekten gearbeitet. Verrenkte und abgetrennte Gliedmaßen, splitterndes Glas, das sich unter die Haut bohrt und einer der finstersten Blowjobs der Filmgeschichte. Dieser Film ist böse und hat Spaß daran, wir wiederum können nicht unsere Augen von ihm lassen. Für den Schnitt war Baxter mit verantwortlich, der fortan fast alles für Aja und auch Julien Maury und Alexandre Bustillo (INSIDE; KANDISHA) montierte. Die Darstellerinnen vollführen eine konsequente Transformation auf der Leinwand, von zunächst unscheinbar wirkenden, klischeebehafteten Opferrollen hin zu absolut aktiven, körperlich sehr starken Frauen (ein klares Kennzeichen der New French Extremity). Hier gehen die Figuren an ihre äußersten Grenzen. HIGH TENSION huldigt also den Vorbildern der 1970er und modernisiert sie zugleich: wo einst zumeist passiv wirkende Frauen die Opfer waren, übertreffen Alex und Marie noch die stärksten Final Girls der Filmgeschichte mit ihren unglaublichen körperlichen Darbietungen. In seiner Grundstimmung, wenn auch ungleich intensiver, erinnert der Film stark an die berühmten Originale THE TEXAS CHAIN SAW MASSACRE (1974, R: Tobe Hooper) und THE LAST HOUSE ON THE LEFT (1972, R: Wes Craven). In Bewunderung an den Regisseur des Letzteren sollte Aja später mit seiner Neuverfilmung THE HILLS HAVE EYES (2006) den internationalen Durchbruch schaffen. Vier Jahre später sorgte sein aufgepumptes Remake PIRANHA 3D (2010) für Furore. In dezenter Abgrenzung zu seinen Kollegen sollen Ajas Filme immer auch Spaß machen, das lässt sich der Macher nicht nehmen.

Es ist schwer, über HIGH TENSION zu schreiben, wenn man inhaltlich eigentlich nichts verraten will. Nur so viel: wie in vielen anderen Vertretern der New French Extremity wartet am Schluss eigentlich immer der große Knall. Die Filme, und besonders dieser hier, sind wie ein einziger heftiger Durchgang Sex, bei dem man immer weiter in Richtung Höhepunkt zusteuert. Sofern man sich darauf einlässt und die Filme auch entsprechend ernst nimmt, erlebt man eine Erfahrung, die man so schnell nicht mehr vergisst. (SJ)

Platz 9: THE LOVED ONES (2009)

Wenn es um den australischen Horrorfilm geht, wird immer wieder auf WOLF CREEK (2004) verwiesen, zu Unrecht, wie ich finde. Ja, der Film ist gut, aber es gibt bei Weitem bessere, wie z. B. DYING BREED (2009), HOUNDS OF LOVE (2016) oder eben der hier angeführte THE LOVED ONES. Nehmen wir allein die Bewertungen auf IMDb kommt THE LOVED ONES mit einer 6,6 und WOLF CREEK nur mit einer 6,2 daher. Das zeigt die Qualitäten, die in ihm stecken. Während WOLF CREEK die üblichen Backwoods-Klischees präzise abliefert, ist THE LOVED ONES eine bitterböse und rabenschwarze Horrorkomödie mit überragenden Darstellern, dazu kommen handfeste Splatter Einlagen, die schon beim Zusehen Schmerzen verursachen. Dazu bietet er neue Ideen und strotzt nur so vor genialen Einfällen von Regieneuling Sean Byrne. Ein kurzweiliger, makabrer und sehr blutiger Teenie-Splatter der seinesgleichen sucht:

Das schüchterne Mädchen Lola (Robin McLeavy) hat ihr Herz dem jungen Brent (Xavier Samuel) geschenkt und wünscht sich nichts mehr, als mit ihrem Schwarm zum Abschlussball zu gehen. Doch ihre Einladung wird ausgeschlagen, Brent ist für den Abend bereits vergeben, was sich kurz darauf als schlechte Idee erweist. Die Verehrerin lässt sich nicht zurückgewiesen und so findet sich Brent urplötzlich bei Lola zu Hause an einen Stuhl gefesselt wieder und wird auf brutale Weise von ihr und ihrem Vater (John Brumpton) gefoltert und gequält. Und das ist erst der Anfang einer grauenvollen Nacht die Brent nicht mehr vergessen wird. Denn was Lola will, das kriegt sie auch.

Für Sean Byrne ist THE LOVED ONES sein erster abendfüllender Spielfilm, zu dem er auch das spannende Drehbuch verfasste. Und dass sein Horror-Komödien-Teenie-Drama-Schauspiel mehr als nur gelungen ist, steht außer Frage. Neben seiner Arbeit beim Film dreht er sehr erfolgreiche Kurzfilme sowie die ein oder andere Fernsehwerbung für bekannte Marken. Der aus Tasmanien stammende Byrne (DEVIL‘S CANDY, 2015) reiht bei seinem Spielfilmdebüt eine kuriose Szene an die nächste, gefolgt von Gewalteruptionen sondergleichen. Daneben finden wir eine Handvoll versteckter Kritikpunkte, die sowohl das soziale Verhalten untereinander betreffen wie auch auf das komplizierte Geflecht einer Beziehung in jungen Jahren anspielen. Neben dem Endzeitdrama THESE FINAL HOURS (2013) bildet THE LOVED ONES aktuell die Speerspitze des neuen australischen Films. (SF)

Platz 8: AMERICAN PSYCHO (2000)

Der Serienkiller hat viele Gesichter. Sein inzestuöses Dasein aus den 70er-Jahren im amerikanischen Nirgendwo hat er längst hinter sich gelassen. Der Misanthrop fühlt sich in den Städten am wohlsten. Anonymität und ausreichend Opfer sind nur ein paar der Vorteile in einer Metropole zu leben. AMERICAN PSYCHO zeichnet das Bild eines sadistischen, ja schon teuflischen Triebtäters. Er wird nicht deswegen überführt, weil er so clever seine Morde plant, sondern weil er in einer gänzlich oberflächlichen Welt des Reichtums lebt und darin wie eine Chimäre wandeln kann, ohne Rechenschaft für sein grausames Verlangen zu fürchten. Er lebt in einer wahrlich anderen Welt.

Die 1980er-Jahre, der Kapitalismus auf dem Finanzsektor erreicht eine neue Stufe. In der Welt der Wall Street, edlen Restaurant, Zigarrenbars und Wolkenkratzern ist Patrick Bateman (Christian Bale) zu Hause. Dies ist sein Revier. Tagsüber trifft er sich mit Kollegen beim Lunch und diskutiert die Karriereleiter anhand der edelsten Visitenkarten aus. Das, was man unter harter Arbeit versteht, existiert für Bateman und seine Kollegen nicht. Die Arbeitszeit wird für eine Tischreservierung im angesagtesten Restaurant der Stadt, für die Schönheitspflege oder um den Designer-Anzug mit den richtigen Accessoires zu kombinieren, genutzt. Bateman lebt nachts noch ein anderes Dasein, ermordet Obdachlose und misshandelt Prostituierte. Als er seinen Kollegen Paul Allen (Jared Leto) mit einer Axt erschlägt, beginnt der Detective Donald Kimball (Willem Dafoe) in der Investment-Firma herumzuschnüffeln. Doch Bateman scheint unerreichbar.

AMERICAN PSYCHO von der Regisseurin Mary Harron erarbeitete sich über die Jahre einen kleinen Kultstatus, der vor allem der Darbietung von Christian Bale zu verdanken ist. Bale investierte enorm viel Vorbereitung in seine Rolle mit Sport, Mode und Schönheitspflege. Aber vor allem sein Spiel mit der verzerrten Persönlichkeit Batemans, der Ekel vor armen Menschen oder der Wut, die jemand auslöst, der sich gesellschaftlich an ihm vorbeischlängeln will, sucht seines gleichen. Spätesten in diesem Horror-Thriller wurde jedem Filmemacher klar, über welches Talent und welche Willenskraft der britische Schauspieler verfügt. Man kommt bei AMERICAN PSYCHO aber nicht an der Romanvorlage von Bret Easton Ellis aus dem 1991 vorbei. Der umfangreiche Roman lässt sich viel Zeit bis zur ersten Gewalttat und bietet seitenweise Markenfetisch von Kleidung und teuren Gegenständen. Der Leser verfällt in eine Art Trance des Oberklassekonsums und wird durch die immer brutaler werdenden Morde Batemans mit grausamen Fantasiebildern heimgesucht. Die Inszenierung versucht diese düstere Welt Batemans zu verstecken und nur anzudeuten. So bleibt der Zuschauer auch neugierig und wird in seiner eigenen voyeuristischen Perspektive bloßgestellt. Der Antiheld erzählt uns Zuschauer immer wieder aus dem Off von seiner Sicht auf seine Welt. Die Sätze sind meist direkt aus der Romanvorlage übernommen und zeigt noch einmal über welch schriftstellerisches Talent Bret Easton Ellis, trotz seiner nihilistischen Geschichten, verfügt.

Im Jahr 2000 nimmt die Verfilmung vorweg, was die ganze Welt zur Finanzkriese 2008 auf einmal erkennen muss. Der Finanzsektor ist durchsetzt mit falscher Moralvorstellung und voller Gier. Viele Aktienhändler und Finanzmanager steigen, ohne mit der Wimper zu zucken, über die Lebensgrundlagen des Durchschnittsbürgers hinweg. Patrick Bateman ist keine Anomalie in diesem System, sondern ein Parasit, der sich ohne Konsequenzen darin bewegen und mit seinem grausamen Handwerk entwickeln kann. Zum Ende wird nicht nur der Horror dem Zuschauer in einem Geständnis Batemans offenbart, sondern der Serienkiller muss selbst erkennen, dass er in seiner ganz persönlichen Hölle, der nicht enden wollenden Triebe auf ewig gefangen ist. (CM)

Platz 7: INSIDE (A I‘NTÈRIEUR, 2007)

Unter dem vielleicht führenden Dreigestirn der New French Extremity, HIGH TENSION (HAUTE TENSION, 2003), MARTYRS (2008) und INSIDE (À L’INTÉRIEUR, 2007), sticht letzterer als der wohl intimste und persönlichste hervor. Alle Filme sind brachial, extrem, in ihrer Machart mit jeweils spezifischer Tonalität. MARTYRS ist visionär und transgressiv, HIGH TENSION macht zugegebenermaßen pervers viel Spaß. Aber INSIDE bietet mit seiner augenscheinlichen Konzentration auf Schauplatz und Figuren den wohl dichtesten Beitrag: eine pure Alptraum-Mär aus Dunkelheit und Drastik.

Wie immer bei mir erfolgt auch hier nur ein verknappter Umriss. Gerade diesen Film sollte – wer sehr hartes Kino verträgt und, wichtig, entsprechend ernsthaft rezipiert – jede*r Interessierte möglichst unvoreingenommen schauen. In seiner enormen performativen Intensität, einem brutalen, sich bis zum Äußersten steigernden Katz-und-Maus-Spiel nach Home-Invasion-Muster, sieht INSIDE nicht mehr und nicht weniger als zwei Frauen, die in sich selbst das ultimative Goal gefunden haben. Der Film ist also extrem brutal, durch seine aktive, performative Erscheinung wirkt er z. B. gänzlich anders, weitaus bedrückender und schmerzvoller als alle voyeuristisch geprägten SAW-Filme zusammen. Dieser Film macht ernst! Sofern man ihn nicht vorher abbricht, vergisst man ihn ein Leben lang nicht. Wir können es in diesem Zusammenhang nur folgendermaßen formulieren: INSIDE ist seit 2009 bundesweit beschlagnahmt, in der gekürzten Version wohlgemerkt. Man kommt auf dem deutschen Markt an die integrale Version einfach nicht ran – und wird dies wohl auch noch längere Zeit nicht, denn die zunehmenden Spielräume bei den Einstufungen werden sich diesem Film vermutlich erst als einem der letzten annähern.

Aber unter volljährigen Cinephilen: was für ein Erlebnis ist bitte dieser Film!? Die Kameraarbeit, wenngleich der Film mit wenigen Mitteln umgesetzt ist, sucht ihresgleichen. Die Regisseure Julien Maury und Alexandre Bustillo erschaffen zusammen mit Kameramann Laurent Barès großzügige, bedrückende Flächen aus schwarzem Samt. Aus dem Dunkel der Nacht und der Räume erwächst das absolute Grauen. Die Macher verstehen es, aus dem minimalen Setting das Maximale an Spannung und Effekt herauszuholen. Das Kind im Mutterleib; die Frau im Auto; dann die Figuren in einem einzigen Haus, dort wieder in einzelnen, klaustrophobischen Räumen: der Titel ist Programm: „à l’intérieur (de la maison)“ ist im Französischen üblich für „im Inneren (des Hauses)“, „inside“ betont zudem das universale Ausmaß dieses bildhaften Begriffs. Das Verständnis von Schutz und Geborgenheit wird in denkbar extremster Weise in sein Gegenteil verkehrt. Das Innere von Körpern tritt deutlich hervor, und letztlich das der Seelen. Ohne das intensive Spiel der beiden weiblichen Hauptfiguren Sarah (Alysson Paradis) und „unbekannte Frau“ (Béatrice Dalle) hätte der Film keinen Motivator. Sie sind es, die werdende Mutter in den Farben Weiß zu Rot, und die „schwarze Madonna“, die farblich mit der Umgebung verschmilzt, die den Film letztlich unvergessen machen. Das Finale ist eines der denkwürdigsten, die das Horrorkino in den letzten zwei Jahrzehnten hervorgebracht hat.

2016 entstand ein spanisches Remake, bewusst deutlich entschärft inszeniert (hierzulande ungekürzt frei ab 16 Jahren) und mit einem eigenen, interessanten Ansatz, dessen Effekt aber recht bald im Laufe der Handlung erlischt; lassen wir die exorbitante Gewalt des Originals einmal bewusst außen vor: der neuen, seltsam auf Hochglanz polierten Version (R: Miguel Ángel Vivas) fehlt gänzlich die durchdringende Atmosphäre, die Maury und Bustillo mit ihrer zutiefst schwarzen Vision, mit ihren filmischen Räumen und der konsequenten Lichtsetzung erschaffen haben. Mit dem Original sind wochenlange, schlaflose Nächte garantiert! (SJ)

Platz 6: BUBBA HO-TEP (2002)

Das nicht nur die Briten Horrorkomödien können, sondern auch einige wenige US-Filmemacher, stellen sie mit BUBBA HOH-TEP eindrucksvoll unter Beweis. Niemand Geringeres als Don Coscarelli (DAS BÖSE (PHANTASM, 1979)) führt hier Regie. Der Humor ist zwar ein gänzlich anderer, plumper, direkter und manchmal auch etwas einfältiger als der schwarze aus dem Vereinigten Königreich. Doch wenn er gut dargebracht wird, gibt es kein Halten mehr. Vor allem mit dem Slapstick, also die Kombination von Dialogwitz und Situationskomik, begeistert die Zuschauer immer wieder. Ein großer Meister dieser speziellen Art der Komödie ist ganz sicher Bruce Campbell. Genau der Bruce Campbell, der einst mit TANZ DER TEUFEL (EVIL DEAD, 1981) einem Weltpublikum bekannt wurde und bis heute bei den Fans Legendenstatus genießt. Neben seinem TANZ DER TEUFEL gehört BUBBA HO-TEP zu seinen besten Filmen:

Elvis Presley (Bruce Campbell) hat mit seinem unbekannten Double Sebastian Haff (Bruce Campbell) die Rollen getauscht, da er genug vom großen Rummel hat. Zufrieden lebt er sein Leben und gibt ab und zu in kleinen Ortschaften einige Auftritte als angebliches „Elvis-Double“ zum Besten. Durch einen Unfall verschlägt es ihn in ein heruntergekommenes Altersheim, wo er seine letzten Tage in Ruhe genießen will. Zu allem Überfluss hat er neben einer schadhaften Hüfte auch noch ein großes Geschwür auf seinem besten Stück. Sein einziger Freund ist der schwarze Mitbewohner Jack (Ossie Davis), der glaubt, J.F. Kennedy zu sein. Die Idylle wird gestört als eine blutrünstige Mumie (Bob Ivy) auftaucht und nachts durch die Gänge schleicht, auf der Suche nach hilflosen Opfern. Der wiederbelebte Ägypter ist auf der Jagd nach Seelen, die er den Bewohnern rektal aus dem Körper saugt, gekleidet mit Cowboyhut und Stiefeln. Die beiden ungleichen Freunde machen sich auf, dem Schrecken ein Ende zu bereiten.

Die Kombination an Themen könnte nicht verrückter sein, doch es funktioniert zu 100%. Jeder Gag sitzt, die Darsteller sind in Hochform und auch die Story kann von der ersten bis zur letzten Minute überzeugen. Dazu gibt es den genialen Soundtrack von Brian Tyler (AVENGERS: AGE OF ULTRON (2015), FINAL DESTINATION 4 (2009)). Eine Fortsetzung mit dem Titel: BUBBA NOSFERATU: CURSE OF THE SHE-VAMPIRES war lange in Planung. Zeitweise wurde Ron Perlman als Bruce-Campbell-Ersatz ins Gespräch gebracht, doch schlussendlich fehlte es an der Finanzierung des Projekts. BUBBA HOH-TEP wird nicht nur Elvis Fans begeistern, sondern auch alle anderen, die Spaß an einer verrückten Komödie haben, die alles zu bieten hat, was der Horrorfan für einen gelungenen Abend benötigt. (SF)

Platz 5: THE OTHERS (2001)

In Horrorfilmen soll es bekanntlich nur um eine Emotion bei uns Zuschauerinnen und Zuschauern gehen: Angst. Es ist aber kaum möglich jemanden für ein solch lange Zeit dauerhaft Schrecken einzujagen und außerdem ist es eine recht einseitige Kommunikation. Deswegen haben sich viele Horrorfilme die Aufgabe gestellt ein Rätsel zu sein. Nichts ist so wie es scheint und der Killer ist dann doch nicht der gruselige Nachbar. THE OTHERS spielt förmlich damit, etwas vorzugeben zu sein, es aber gar nicht ist, nur um dann zum finalen Twist noch einen Aha-Effekt obendrauf zu setzen. Wenn man bedenkt, dass zum Beispiel THE SIXTH SENSE (1999) nur von einem überraschenden Twist lebt und dann ein recht eintöniger Gruselfilm übrigbleibt, ist THE OTHERS vom Spanier Alejandro Amenábar wesentlich vielschichtiger, feinfühliger und vor allem metaphorischer zu verstehen.

1945, ein Anwesen auf der Ärmelkanalinsel Jersey: Der gesamte Personalstab von Grace Stewart (Nicole Kidman) und ihren beiden Kindern Anne und Nicholas ist von einem Tag auf den anderen verschwunden. Zum Glück klingeln ein paar Tage später ein Gärtner, eine Haushälterin und eine stumme Dienstbotin an der Eingangstür und ersuchen eine Anstellung. Leicht wird es jedoch nicht bei den Stewarts zu arbeiten. Der Ehemann ist vor einem Jahr in den Krieg gezogen und somit versucht Grace die Kinder allein und streng gläubig zu erziehen. Außerdem leiden Anne und Nicholas unter einer empfindlichen Lichtallergie, so dass in jedem Raum die dicken Vorhänge stets zugezogen sein müssen. Aber auch die Zimmer, in denen sich die Kinder befinden, müssen abgeschlossen sein, damit sie nicht zufällig in einen lichtdurchfluteten Raum laufen. Doch in dem herrschaftlichen Anwesen scheinen noch Geister zu leben, die sich erst mit kleineren Geräuschen und dem Bewegen von Gegenständen auf sich aufmerksam machen, aber dann immer intensiver den Kindern wie auch Grace erscheinen. Als Grace ein altes Fotoalbum findet, in dem Fotografien von Verstorbenen abgebildet sind, scheint sich die Realität auf den Kopf zu stellen.

Auf seiner Oberfläche ist THE OTHERS ein Film über Geister und übersinnlichen Phänomene. Das Setting zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs und die trostlose Landschaft erzeugen direkt eine beängstigende, isolierte Atmosphäre. Spannend ist aber vor allem die Figur Grace, die von Nicole Kidman bis in die Nackenhaare intensiv dargestellt wird. Als streng religiöse Mutter glaubt sie an die höhere Macht von Gott, akzeptiert aber nicht, dass ihrer Kinder einen Geisterjungen namens Victor sehen. Somit verhandelt das mit viel Feingefühl entwickelte Drehbuch die Religion, als Glaube an etwas Übernatürliches, die aber keinerlei andere Arten von neuen Perspektiven zulässt. Die Sturheit und das eindimensionale Weltbild von Grace werden mit jedem Detail und gruseligem Moment zerlegt bis wir dann endlich zum Kern der Familie Stewart und ihrem Geheimnis vordringen. Die Inszenierung beweist auch wie wichtig es in Horrorfilmen ist, die Spannung auf Stille aufzubauen. Vor allem in diesem Jahrzehnt wird immer mehr auf permanente Soundbeschallung und Schrecken durch unerwartete Knallgeräusche, die es gar nicht gibt, gesetzt. THE OTHERS zeigt, wie wichtig es ist den Grusel sanft aufzubauen, dem man sich als Zuschauerin und Zuschauer kaum entziehen kann. Ein toller Film, dann man auch als Nicht-Genre-Fan mehr als einmal wiedersehen kann, denn es gibt immer wieder etwas Neues zu Entdecken. (CM)

Platz 4: HOTEL (2004)

Wenn es einen „leisen“ Horrorfilm gibt, dann ist es HOTEL. Hier findet der geneigte Zuschauer weder wilde Action, Monster oder gar Blut. Keine hitzigen Dialoge oder dramatischen Momente, nichts von all dem. Denn, der echte Horror entsteht nicht mit einer Unmenge an Blut oder mit den meisten abgetrennten Gliedmaßen. Nein, er erwächst bei jedem Einzelnen von uns im Kopf. Eine weitere Besonderheit an HOTEL ist, das die Geschehnisse rund um die Protagonistin mit kalten, sterilen und sehr statischen Bildern präsentiert werden, ähnlich einer Dokumentation. Das Finale serviert uns die österreichische Regisseurin Jessica Hausner nicht auf einem silbernen Tablett mit der alles erklärenden Lösung. Ganz im Gegenteil, von der ersten Minute an ist hier der Zuschauer zur Mitarbeit verdammt. Nur wer sich vollkommen auf die mysteriösen Bilder und das unglaubliche Geschehen mit Haut und Haaren einlässt, erfährt das echte Grauen und erkennt schlussendlich die Wahrheit, oder einen Teil davon. Sicherlich, Jessica Hausners HOTEL ist keine leichte Kost, und er verlangt sehr viel von seinem Betrachter. Abseits unserer Sehgewohnheiten platziert die Österreicherin ihre Bilder und fordert vom ersten Augenblick an volle Konzentration.

Irene (Franziska Weisz) tritt ihren neuen Job als Rezeptionistin eines renommierten Berghotels an. Schnell stellt sie fest, dass ihre Vorgängerin Eva auf mysteriöse Weise verschwunden ist. Immer tiefer dringt Irene in die Geschehnisse über Evas Abhandenkommen ein, bis sie sich selbst hoffnungslos in dem mysteriösen Netz verfangen hat. Neben dem Hotel spielt auch die Belegschaft eine unheimliche Rolle. Bald sieht sich Irene von einer geheimnisvollen Gefahr bedroht, der sie hilflos ausgeliefert scheint.

Doch von wo geht die Bedrohung aus? Vom Hotel oder vom Wald? Schleicht ein unheimlicher Mörder umher oder ist es der mörderische Geist der legendären Waldfrau, der seine Opfer fordert? HOTEL ist wie ein Blick in eine unbekannte Dimension, eine „Twilight Zone“, in der alles möglich scheint. Der unheimliche Wald, die geisterhaften Angestellten, schleichende Kamerafahrten, gespenstische Beleuchtungen und eine unterschwellige Geräuschkulisse erinnern an die grandiosen Werke eines David Lynch. Jessica Hausner bringt hier suggestiven Horror der Extraklasse auf die Leinwand, der noch lange nach Sichtung des Films die Nackenhaare aufstellen lässt.

Echter Grusel, wie oben schon erwähnt, entsteht in unseren Köpfen. Er erzeugt diesen wohligen Schauer des Grauens auf dem Rücken, er schafft es, dass wir uns verängstigt umdrehen, weil wir glauben, beobachtet zu werden. Ein Jump-Scare kann all das nicht, er bietet nur einen Sekunden-Schock, der genau so schnell vergessen ist, wie er kam. Echter Grusel benötigt keine sinnlosen Blutorgien oder brutalen Splatter. Das alles verliert spätestens nach der Vorführung seinen Schrecken. Das wahre Grauen hingegen verfolgt uns über Tage und Wochen, es lauert uns in einsamen Stunden auf und überrascht uns mitten in der Nacht. Und genau das schafft HOTEL, wenn man gewillt ist, in die bedrohliche „Twilight Zone“ einzudringen. Hausners Film ist nicht nur ein Geheimtipp, er ist eine Offenbarung und ein positives Kuriosum in der heutigen Zeit. (SF)

Platz 3: A TALE OF TWO SISTERS (JANGHWA, HONGRYEON, 2003)

Horrorfilme werden erst richtig spannend, wenn es nicht ausschließlich um das Überleben der Hauptfiguren geht. Der Sog funktioniert erst vollkommen, wenn wir Zuschauer zum Miträtseln aufgefordert werden. Wir befinden uns im Jahr 2003 und A TALES OF TWO SISTERS geht weit über die Frage „Wer ist der Killer?“ hinaus. Die südkoreanische Produktion geht einen Schritt weiter und erklärt nicht alles bis ins kleinste Detail, lässt Fragen offen, um sie vielleicht bei einem zweiten oder dritten Blick zu beantworten. Die düstere Reise auf dem Rücken des Geisterhaus-Horror-Subgenre zeigt vor allem, dass die eigenen Ängste und Probleme nie von Geistern und Dämonen verursacht werden, sondern von den die ein solches Haus betreten.

Nach ihrer Genesung in der Psychiatrie kehren die beiden Schwestern Su-mi (Lim Su-jeong) und Su-yeon (Moon Geun-young) mit ihrem Vater wieder nach Hause. Stiefmutter Eun-ju (Yeom Jeong-a) empfängt sie aufgeregt. Die Schwestern sind von ihrer neuen Mutter aber nicht angetan und die strenge Teilnahmslosigkeit des Vaters Mu-hyeon (Kim Kap-soo) hilft auch nicht weiter. Das große düstere Haus mit bunten Tapetenmustern scheint ein gruseliges Eigenleben zu führen, wie ein dunkles Geheimnis, das – wie auch die muffigen Räumlichkeiten – gelüftet werden will. Die wilden Launen der Stiefmutter machen das Leben der beiden Schwestern nicht besser, bis der Konflikt seinen blutigen Verlauf nimmt.

Für das Horrorfilmgenre kommt A TALE OF TWO SISTERS mit verhältnismäßig wenig Blut aus. Der Grusel ist rein psychologischer Natur. Nie weiß man, was die Figuren als nächstes tun werden oder welche Geisteskrankheit hinter ihrer Fassade lauert. Zudem birgt das Haus als Katalysator des Familienmelodramas jede Menge dunkle Ecken, knarzende Dielen und beunruhigende Orte. Die Kameraführung ist so zart und feinfühlig, dass man kaum wegschauen kann. Man will es aber, da sie wie auf Schienen in jede dunkle Nische kriecht und seinen Zuschauern die Nackenhaare aufstellen lässt. Der anspruchsvolle Psycho-Horrorfilm bietet bei erneuter Sichtung immer wieder neue Hinweise auf das Drama was sich innerhalb der Verwandtschaft abspielt. Selbst wenn ein großes Rätsel gelöst ist, gibt es noch andere zu entwirren. Zu erwähnen wäre noch, das Regisseur Kim Jee-woon zu den abwechslungsreichsten Filmemachern unserer Zeit gehört. Er dreht nicht nur jede Art Genre-Filme (Gangsterfilm: BITTERSWEET LIFE, 2005; Serienkillerfilm: I SAW THE DEVIL, 2010; Hollywoodaction: THE LAST STAND, 2013), sondern ändern immer wieder die erzählerischen Blickwinkel.

Stefan hat TALE OF TWO SISTERS im Zuge einer neuen Heimkino-Edition noch einmal ausführlich besprochen. (CM)

Platz 2: SHAUN OF THE DEAD (2004)

Edgar Wrights Horrorkomödie SHAUN OF THE DEAD gehört mit zum Besten, was der Horrorfilm in puncto Komödie zu bieten hat. Auszeichnungen gab es unter anderem als bester Film, beste Komödie, bester Horrorfilm, bestes Drehbuch, bester Haupt- und bester Nebendarsteller. Das SHAUN OF THE DEAD eine Hommage an George A. Romeros DAWN OF THE DEAD (1978) ist, ist ein offenes Geheimnis. Zudem wird der aufmerksame Beobachter zahlreiche Filmzitate auf das Genre vorfinden. Nachdem Romero sich Edgar Wrights Werk angesehen hatte, war er so begeistert, dass er Simon Pegg und Edgar Wright in Cameo-Auftritten in seinem neusten Zombie-Film LAND OF THE DEAD (2005) auftreten ließ. Während in Romeros DAWN OF THE DEAD die Überlebenden um ihr Leben kämpfen und das hauptsächlich im bekannten Kaufhaus, der ja auch ein Bezugs- und Kritikpunkt zur Konsumgesellschaft der lebenden Toten darstellt, läuft der Hase bei den Briten etwas anders. Hier sind die Zombies mehr als Beiwerk zu verstehen, um die komplizierten Lebenssituationen der Darsteller und deren verzwickte Beziehungen untereinander zu beleuchten. Der Überlebenskampf wird dann größtenteils auch nebenbei erledigt, was zahlreiche umwerfende Momente mit dem typisch britischen Humor parat hält. Der wichtigste Ort des Filmes ist diesmal kein Kaufhaus, sondern das gemütliche „Winchester Pub“. Wie schon beim Vorbild, gibt es auch hier einen großen Kübel Sozialkritik auf alle Ebenen. Die Atmosphäre, die Zombies, die Tricks und der Soundtrack, all das erinnert an große Hollywood-Produktionen und lässt nichts vermissen. Ganz im Gegenteil, der Rezipient fühlt sich gleich Zuhause bei diesem Meisterwerk. Das Ganze ist einfach nur grandios!

SHAUN OF THE DEAD bildet den Beginn der sogenannten „Blood-and-Ice-Cream-Trilogie“ (Cornetto-Trilogie), die von den beiden Stars Simon Pegg und Edgar Wright erdacht wurde. Der rote Faden, der die Filme verbindet, ist der hohe Blutzoll und das Verspeisen eines Cornetto-Eis. Der zweite Teil dieser grandiosen Trilogie bildet HOT FUZZ – ZWEI ABGEWICHSTE PROFIS (2007), den Abschluss THE WORLD‘S END (2013). Wie nicht anders zu erwarten hat SHAUN OF THE DEAD Filmemacher weltweit zu ähnlichen Werken inspiriert, wie beispielsweise die spanisch-kubanische Horrorkomödie JUAN OF THE DEAD (JUAN DE LOS MUERTOS), die zeigt nicht nur im Titel Ähnlichkeiten zur britischen Produktion, sondern auch im Inhalt. (SF)

Platz 1: SO FINSTER DIE NACHT (LAT DEN RÄTTE KOMMA IN, 2008)

Der schwedische Originaltitel bedeutet übersetzt „Lass den Richtigen herein“ (int. Verleihtitel LET THE RIGHT ONE IN) und fokussiert gekonnt auf das Grundthema: das Fremde wird in diesem wahrlich besonderen skandinavischen Horrorfilm zum Hauptakteur. Die Nacht gebiert ihre eigenen Geschöpfe, die raue und zugleich schöne Umgebung Schwedens bietet dafür den perfekten Schauplatz. Wie zugleich furchteinflößend, teils brutal, aber auch gefühlvoll diese Begegnung mit dem „Anderen“ vonstattengehen kann, dafür findet Regisseur Tomas Alfredson (DAME, KÖNIG, AS, SPION; DER SCHNEEMANN) genau die richtigen Bilder.

Die Nacht in ihrer ganzen Dunkelheit, in feinsten Abstufungen von Schwarz und Grau, dominiert hier durchgängig das Seherlebnis. Der junge, introvertierte Oskar (Kåre Hedebrant) lebt mit seiner Mutter in einer Wohnsiedlung. Er ist beständig Opfer von Schikane durch andere Kinder, wird als Außenseiter links liegen gelassen. Seinen inneren Rachegefühlen kann er physisch nicht entsprechen. Eines Abends, nach Sonnenuntergang, begegnet Oskar einem blassen, androgynen Kind: die nach eigenen Angaben „etwa zwölf“ Jahre alte Eli (Lina Leandersson) ist eine Vampirin. Doch davon wissen Oskar und wir zunächst nichts, wir nehmen sie als vorsichtige und eher freundlich gesonnene Gefährtin war. Zwei zunächst sehr zurückhaltende Geschöpfe treffen aufeinander und verbünden sich in ihrer Liebe und (gewaltvollen) Kraft gegen die widrigen Umstände in ihrem unmittelbaren Umfeld.

SO FINSTER DIE NACHT wird ein recht stiller und sehr gefühlvoller Film bleiben, doch immer wieder bricht das Grauen umso effektiver hervor. Ein bezaubernder Hybrid ist das, ein ganz und gar nicht blutleeres Coming-of-(R)Age-Horror-Drama – Schaurig-schön.

Der Film stellt als hochqualitatives Horror-Drama das Spiel der jungen Darsteller*innen, die exquisite Kameraarbeit und Regie klar in den Vordergrund. Aus der sorgsam aufgebauten Atmosphäre sprießt in einigen Szenen ein sehr intensiver Horrorfilm, der aber stets die Motivation seiner Charaktere nachzeichnet, ihre Seelenwelten ernst nimmt. Alfredson gelingt ein geradezu intimer Blick auf die Mechanismen von Gewalt und die Natur des Monströsen. Wie hier die Elemente geradezu spürbar gefilmt werden – Eis, Schnee, Blut, Haut, nicht zuletzt der sichtbare Atem, dessen gespenstischer Hauch sich durch die frostige Luft legt –, kann man sich immer wieder genussvoll anschauen. Ich kann mich glücklich schätzen, diesen Film damals im Winter 2008/2009 im Kino gesehen zu haben, es ist eines dieser Werke, die noch lange nachwirken und mit den Jahren immer wieder leise aber nachdrücklich „hier bin ich“ zu einem sprechen. Bereits 2010 erschien mit LET ME IN das US-Remake (R: Matt Reeves). Jörg Buttgereit, der berühmt ist für seine brutalen Filme, die zugleich von unsterblicher Liebe handeln, schrieb einst sehr würdig über das Original: „Die fast meditative Erzählung verleiht dem Film einen spröden Realismus […] Wie wirkungsvoll und grausam es sein kann, gewalttätige Details gerade nicht zu sehen, sollte man sich selbst im Kino ansehen.“ (epd Film 12/2008, 52 f.) Dieser Empfehlung, heute fürs Heimkino, haben wir nichts mehr hinzuzufügen. (SJ)

 

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