Der Schrecken schleicht durch die Nacht (1958) Review

Der Schrecken schleicht durch die Nacht – Filmkritik

Jack Arnold, dessen phantastische Filme aus den 50er Jahre bis heute einen gewaltigen Kultstatus genießen, führte auch bei diesem Science-Fiction-Film aus dem Hause Universal Regie. Fulminante Filme wie TARANTULA, DER SCHRECKEN VOM AMAZONAS, GEFAHR AUS DEM WELTALL, DAS GEHEIMNIS DES STEINERNEN MONSTERS (zu dem er die Story schrieb, Regie führte hier aber John Sherwood, Arnold‘s Regie-Assistent) und vor allem DIE UNGLAUBLICHE GESCHICHTE DES MR. C haben bis heute nichts von ihrer Faszination verloren und werden hoch gehandelt, nicht nur bei seinen Fans. Ebenso wie Roger Corman hatte auch Arnold immer wieder mit knappen Budgets und sehr engen Zeitplänen zu kämpfen. Was beide auszeichnet, ist ihr hoher technischer und handwerklicher Standard und dass sie, trotz schwierigster Umstände, faszinierende Filme erschufen.

Der Schrecken schleicht durch die Nacht (1958) Review
© Koch Films

Inhalt

Professor Blake (Arthur Franz) erhält zur Untersuchung aus Madagaskar einen vorzeitlichen Fisch, der sich seit Millionen von Jahren nicht mehr weiterentwickelt hat. Als das gefrorene Objekt angeliefert wird, läuft blutiges Tauwasser aus der Kiste und der Schäferhund eines Studenten leckt es auf. Innerhalb kürzester Zeit verwandelt sich der Hund in eine wilde Bestie mit messerscharfen Zähnen. Blake sperrt das mutierte Tier in einen Käfig zur Untersuchung, doch am nächsten Tag ist der Hund wieder ganz normal. Kurz darauf verletzt sich auch der Professor an dem Fisch, als er ihn in einen Kühlraum bringen will. Schwester Molly verbindet die Wunde und bringt den schwächelnden Professor mit ihrem Auto nach Hause. Inzwischen sucht auf Blakes Freundin, Madeline Howard (Joanna Moore), nach ihm. Als sie seine Wohnung erreicht, findet sie ein Bild der Verwüstung vor. Im Garten liegt der bewusstlose Professor und am Baum daneben hängt die tote Molly. Die Polizei steht vor einem Rätsel, denn die Spuren am Tatort ergeben keinen Sinn. Der Professor ist bei den Ermittlungen auch keine große Hilfe, denn er kann sich seit seiner Verletzung an nichts mehr erinnern.

Der Schrecken schleicht durch die Nacht (1958) Review
© Koch Films

Jack Arnold erzählt …

Wir haben hier, in einer etwas abgewandelten Light-Version, zwei bekannte Standard-Motive des fantastischen Films vereint: Zum einen den „Mad-Scientist“ und zum anderen das beliebte „Dr. Jekyll and Mr. Hyde“ Thema. Beide sind in der Figur von Professor Blake vereint. Die Story ist simpel gestrickt und innerhalb kürzester Zeit ist klar, was uns am Ende erwartet. Laut Jack Arnold war es aus zeitlichen Gründen vor Drehbeginn nicht mehr möglich noch Änderungen an der Story vorzunehmen. Von pseudowissenschaftlichne Kommentare über unfreiwillige Komik ist in DER SCHRECKEN SCHLEICHT DURCH DIE NACHT alles dabei. Dass die Creature-Effekte recht billig aussehen, sollte bei dem verschwindend geringen Budget klar sein. Die Schauspieler werden den meisten sicherlich bekannt vorkommen, da sie in diversen Serien in jenen Zeit kleinere und größere Rollen hatten. Trotz allem wirkt ihr Spiel immer etwas hölzern und künstlich, was wohl auch an der sehr kurzen Drehzeit liegen kann. Das für diese Zeit klassische Frauenbild (Schreien, bis sie ohnmächtig werden, sobald Gefahr in Verzug ist) wird grandios bedient.

Der Schrecken schleicht durch die Nacht (1958) Review
© Koch Films

Fazit

Dass der Film nicht unbedingt zu Arnolds Lieblingen gehört, verrät der Regisseur in einem kurzen Interview, welches bei den Extras enthalten ist. Auch über die Umstände, warum das so ist, gibt er bereitwillig Auskunft. Ich kann mich da nur Arnolds Meinung anschließen, dass er schon bessere Filme gedreht hat. DER SCHRECKEN SCHLEICHT DURCH DIE NACHT ist in keiner Weise mit den oben genannten Meisterwerken von Arnold zu vergleichen. Jedoch verbreitet er einen gewissen Charme und eine Naivität, wie sie in jenen Jahren öfters zu finden war und die ihn dann doch wieder sympathisch machen.

Der Schrecken schleicht durch die Nacht (1958) Review
© Koch Films

 

Die Blu-ray

Als gelungen bei dem Blu-ray-Release von Koch Films finde ich die Idee, gleich zu Beginn die Wahl des Bildformats zu haben. Im Sortiment befindet sich das Kinoformat 1,85:1 und  auch das Vollbildformat 1,33:1. Ein tolles Feature und bitte gern mehr davon. Wer in den 70ern und 80ern, so wie ich, die Filme von Jack Arnold in den öffentlich-rechtlichen Sendern gesehen hat, der kann sich mit Sicherheit auch an die kleine Serie danach erinnern: „Jack Arnold Erzählt!“. In diesen, meist um die 15 Minuten langen Interviews mit dem Regisseur, ging es immer um den zuvor ausgestrahlten Film. Von dieser kleinen Serie sind auch zwei Exemplare auf der Blu-ray. Vielen Dank dafür Koch-Films!

Insgesamt belaufen sich die Extras auf: Jack Arnold erzählt: „Der Schrecken schleicht durch die Nacht“, Jack Arnold erzählt: „Karriereüberblick“, Trailer, deutscher Vorspann und eine Bildergalerie.

Titel, Cast und CrewDer Schrecken schleicht durch die Nacht (1958)
OT: Monster on the Campus
Poster

Release
ab dem 24.01.2019 auf Blu-ray erhältlich
Bei Amazon kaufen (Affiliate Link)
RegisseurJack Arnold
Trailer
DarstellerArthur Franz (Prof. Donald Blake)
Joanna Moore (Madeline Howard)
Judson Pratt (Lt. Mike Stevens)
Nancy Walters (Sylvia Lookwood)
Tony Donahue (Jimmy Flanders)
Alexander Lockwood (Prof. Gilbert Cole)
DrehbuchDavid Duncan
MusikJoseph Gershenson
KameraRussell Metty

SchnittTed J. Kent
Filmlänge76 Minuten
FSKab 12 Jahren
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20

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