Der Nachtportier (1973) – Filmkritik & Review des Mediabooks

„Die dunkle Schönheit des Augenblicks“

Erinnerungsbilder

Im Folgenden zunächst nur ein paar Eindrücke bzw. ein grober Umriss der Handlung des Films DER NACHTPORTIER (IL PORTIERE DI NOTTE / THE NIGHT PORTER, Italien 1973, R: Liliana Cavani). Den Film – und das sei hiermit allen Interessierten vorab nachdrücklich empfohlen – muss man einfach selbst, möglichst unvoreingenommen, erleben, ihn spüren, um sich gänzlich in seine gewalttätige und zugleich sehr zärtliche Atmosphäre einzufühlen. Wien 1957, Schauplatz dekadenter Versuchung und zugleich ein Ort der Vergangenheitsflucht und -bewältigung. Der einstige SS-Offizier Maximilian Theo Aldorfer (Dirk Bogarde) arbeitet in einem Hotel als Nachtportier und hält somit den Schlüssel für die Sehnsüchte und Leidenschaften höchst verschiedener Persönlichkeiten sprichwörtlich in seinen Händen. Er vermittelt Liebesdienste an eine reiche Gräfin, erfüllt weitere Wünsche. Sein Auftreten ist professionell, kontrolliert und diskret – bis er eines Tages die deutlich jüngere Lucia (Charlotte Rampling) vor sich stehen sieht, ihr, wie wir Zuschauenden erst nach und nach vollumfänglich begreifen, wiederbegegnet, denn die beiden teilen eine schicksalhafte Vergangenheit.

© Wicked Vision

In bedeutungsvoller Montage („meaningful montage“, vgl. Annette Insdorf, 1983, S. 27 ff., 125 ff.) verwebt Liliana Cavani mit ihrem Cutter Franco Arcalli erzählte Vergangenheit und Gegenwart zu einem virtuosen Ganzen. Es ist sicher nicht falsch, von Beginn an zu betonen, dass DER NACHTPORTIER zunächst fast ausschließlich über Blicke bzw. Einstellungen erzählt. In seiner Melodramatik verzichtet das Werk konsequent auf überflüssigen Dialog und ist auf formalästhetischer Ebene von zutiefst filmischer Qualität. Die Bilder sprechen ihre eigene Sprache. In bedeutungsschweren Aufnahmen wird das unerwartete Aufeinandertreffen zwischen Maximilian und Lucia filmisch formuliert: erst im gedanken/bildlichen Rekapitulieren deren gemeinsamer Vergangenheit entlang von langen Blickwechseln, dem augen/blicklichen, von intensiver Erinnerung durchtränktem Wieder-Sehen der Figuren verstehen wir das ganze Ausmaß ihrer außergewöhnlichen Beziehung, während sie begreifen, dass sie die Vergangenheit niemals loslassen wird. Die jüdische Lucia war während des Krieges Gefangene im Konzentrationslager, in dem Max arbeitete. Nach anfänglichen Liebesdiensten für ihn entwickelte sich im Laufe der Zeit – und entgegen aller Regeln – eine ernsthafte Liebesbeziehung zwischen den Beiden, die dann mit Ende des Krieges abrupt endete. Nun, in den Gemächern des Wiener Hotels, wo Max erneut die Kontrolle hat, kann die sadomasochistische Beziehung zwischen den Beiden erneut entflammen. Doch die Vergangenheit birgt mehr als den Wunsch nach Wiederbelebung des zuvor Verdrängten. Ein weiteres Mal wird jene riskante und zutiefst aufopfernde Leidenschaft entfacht…

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Der Schlüssel zur Nacht

Ich möchte hinsichtlich der kurzen Interpretation bzw. einiger weniger kritischer bis analytischer Zeilen, die an dieser Stelle sonst so gerne einbringe, größtenteils verzichten und auf das mehr als beachtliche Zusatzmaterial der aktuellen Mediabook-Edition von DER NACHTPORTIER verweisen (das im nächsten Absatz noch genauer vorgestellt wird). Vielleicht nur so viel zum Film selbst. DER NACHTPORTIER ist für die Meisten vermutlich – wie für mich selbst – anders als alles, was man bisher gesehen hat. Er verdichtet grausame Holocaust-Vergangenheit und faschistische Ästhetik zu einem intimen Liebesdrama, bei dem das sexuell-leidenschaftliche Schicksal zweier Individuen an die Stelle des soziopolitischen Schicksals von Ländern bzw. Kulturen gesetzt wird. Das heißt keineswegs, dass die Rolle der Nazis im Film verklärt oder die Täter-Opfer-Beziehung beliebig interpretiert wird. Vielmehr beweist Cavani als linksintellektuelle Künstlerin außergewöhnliches Gespür für die Ängste und Triebe von einzelnen, wenigen Figuren, die zu besonderer Zeit an besonderem Ort wieder zusammenkommen und ein gemeinsame Erinnerung teilen. Es sind die Schattenseiten der Lebens, die die Regisseurin interessieren, wofür sie den Schlüssel zur Nacht bereithält. Besonders eindrucksvoll, neben den körperintensiven, jedoch nie zu freizügigen Sexszenen, wirkt hier vor allem die Schlussphase nach, in dem die Hauptfiguren an ihre existenzielle Grenze gehen. Zusammen mit ihnen „durchleiden“ wir ihr Schicksal, spüren es. DER NACHTPORTIER ist eine Ode gegen das Vergessen und für die Leidenschaft, für ein (geheimes) Leben gegen alle Widerstände, während wie nach dem schlimmsten Krieg von allen. Da davon auszugehen ist, dass ihn wohl die Meisten heute erstmals für sich entdecken, kann man sagen: er bietet eine neue Sichtweise, einen intimen Blick auf ein „anderes“ Leben. Er verstört und berührt gleichermaßen, wirkt mutiger als die meisten gegenwärtigen Produktionen. Er ist eine dunkel glänzende Perle aus einer mutigen, progressiven Phase des internationalen Kinos – vielleicht der mutigsten überhaupt, wie ich immer gerne anmerke. Nach fast 50 Jahren ist nun endlich die Zeit reif für den Schlüssel zur Nacht.

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Das Mediabook von Wicked Vision

Das UHD-Mediabook

Es gibt Veröffentlichungen, die schwimmen als „Mitläuferkategorie“ in der großen Masse der Heimkino-Editionen mit und man muss sich ob ihrer Erscheinung häufig ernsthaft fragen; dann gibt es gute bis sehr gute Veröffentlichungen, die in sorgfältig ausgearbeiteter Optik (Bildqualität), Haptik (Material, Verpackung) und inhaltlichem Zusatzmaterial ihren Kaufpreis rechtfertigen und dem Sammler Freude bereiten; und dann gibt es Veröffentlichungen, die absolut beispielhaft die Möglichkeiten hochqualitativer Heimmedien demonstrieren bzw. einen Maßstab setzen. Das 3-Disc-Mediabook von DER NACHTPORTIER gehört zu letzterer Einstufung.

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Zunächst zum Film selbst (Qualität Video, Audio). Der 1973 auf körnigem 35mm-Film gedrehte bzw. produzierte Film ist entsprechend der Intention seiner Macherin in kühlen Farben gehalten. Blau-, Grautöne und unscheinbare Brauntöne dominieren das Bild, Oberflächen aus Stein und Holz sowie nicht gerade lebensfrohe Farben der Kostüme gehören rein visuell zu Cavanis Erzählkosmos in DER NACHTPORTIER. Wie der Name schon sagt: es ist ein dunkler Film. Diese Eigenschaften werden in der neuen Restauration durch Wicked Vision bestmöglich wiedergegeben. Hier darf auch einmal konkret betont werden: nicht alles, was einmal vom renommierten Label Criterion Collection veröffentlicht wurde, beansprucht Makellosigkeit, denn während beim US-Label ein sichtlich unpassender Grünstich bei der HD-Auswertung vorlag, ist bei dieser in Deutschland produzierten UHD-Weltpremiere glücklicherweise nichts mehr davon zu spüren. Liliana Cavani selbst war bei der Produktion dieser neuen Edition involviert und segnete – durchaus anders als manch verspielter Regisseur zuvor – gewissenhaft und in Anlehnung an den Look des originalen Kino-Interpositiv das Bild ab. Das heißt, es wurde auch auf eine übertriebene Bildstabilisation verzichtet: bereits zu erkennen bei den Vorspanntiteln, wenn man, wie damals im Kino, minimale Bewegungen der Schrift vernimmt, da ja einst der Bildlauf im analogen Projektor eine „organische“, lebendigere Qualität besaß wie heute beim Digital Cinema. Das Bild, obgleich vortrefflich in 4K vom Original-Filmnegativ gescannt, wurde nicht noch nachträglich per Software „nachgeschärft“ oder in seiner Farbgebung manipuliert; einzig störende Verunreinigungen wurden beseitigt, jedoch ist eben auch hier und da eine winzige Flicker-Stelle bemerkbar, ein feiner Strich in der Ecke des Bildausschnitts. Über den gesamten Film ist die (photographisch und photochemisch beeinflusste) Schärfe und Räumlichkeit des Filmbilds durch ein feines Filmkorn gekennzeichnet, was die Genese bzw. das Alter des Mediums nicht verschleiert, sondern sie im gebührenden Rahmen ausstellt. Diese Restauration gehört mit zu den besten eines 1970er-Jahre-Films, die ich je zu sehen bekam: klar, authentisch, ohne jeglichen Verlust der filmischen Atmosphäre. Zum Ton bleibt noch zu sagen, dass er hier im intendierten Stereoklang vorliegt, wahlweise auf Deutsch und Englisch sowie mit optionalen deutschen und englischen Untertiteln. Da der Film über weite Strecken ruhige und eher leise gesprochene Passagen aufweist, empfiehlt es sich, den Heimkinoton generell nicht zu leise einzustellen und auf diesem Niveau zu halten.

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Die Extras. Es gehört viel dazu, selbst einen populären Film mit wirklich erhellendem Bonusmaterial auszustatten und einer neuen Käuferschaft schmackhaft zu machen. Dies gelingt immer wieder, aber auch nicht allzu oft. Häufig verständigt man sich auf sogenannte Fan-Favoriten (im Genrefilmbereich), bei der man sich eines gewissen Publikums sicher sein kann. Deutlich anspruchsvoller aber ist es, einen über Jahre gescholtenen, zensierten und auch fehlinterpretierten Film, der erst wiederentdeckt werden muss, in einer definitiven, ja ultimativen Edition anzubieten. Der renommierte Film- und Kulturwissenschaftler Prof. Dr. Marcus Stiglegger hat dies mit den Label-Verantwortlichen für DER NACHTPORTIER getan, was nicht verwundert, wenn man weiß, dass ein Szenenbild des Films seine erste Buchpublikation ziert („Sadiconazista“, 1999). Stiglegger kuratierte das Bonusmaterial, was von zwei Texten im Booklet (von ihm selbst geschrieben), über Video-Essays, Interviews und Audiokommentar auch inhaltlich zielführend alles anbietet, was man sich von einer vollends gelungenen Edition wünschen kann.

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In seinem ersten Text liefert Stiglegger eine biografische Skizze der Regisseurin und gibt der Zuschauer- bzw. Leserschaft auf sechs Seiten einen Überblick über das „libertine Kino der Liliana Cavani“. Bereits hier wird klar: Cavani trat seit ihren frühen Werken für ein offenes, in seiner Kunst freies Kino ein, das zugleich regime- und ideologiekritisch war. Es waren radikale Stoffe, die sie reizten, zusammen mit ihren Darsteller*innen – siehe auch Mickey Rourke im oft übersehenen FRANCESCO (1989) – erschuf sie grenzüberschreitende Bilder und Performances, mit verzehrenden Ganzkörper-Einsätzen der Akteure. Der erste Text ist an Information sehr dicht, doch sehr verständlich geschrieben; die Skizze berücksichtigt alle wichtigen Stoffe, einschließlich Literaturvorlagen, mit denen sich Cavani im Laufe ihrer Karriere beschäftigt hat, und stellt heraus: sie ist die oft verkannte Schöpferin eines persönlichen und berührenden Kinos, das Einschränkungen, Angst und Gewalt nie verkannte, sondern sich aus einer befreien Position gezielt damit auseinandersetzte. „Libertin“ bedeutet etwa: zu den Freigelassenen gehörig.

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In seinem zweiten Text „Die Pforte zur Nacht“ wagt der Autor auf zwölf analytischen Seiten einen tieferen Blick in die Philosophie des Films. Details aus „Sadiconazista“ kehren hier entsprechend wieder, sind aber speziell für diese Edition in einem eigenen, einzelnen Text aufbereitet und zugänglich gemacht. Stiglegger schlägt übergreifend eine Lesart des Films im Sinne Nietzsches vor, gleichwohl benennt er auch die Problematik einer solchen (uneingeschränkten) Lesart und knüpft somit in den finalen Seiten die entscheidende Verbindung zu Freud, in dessen thematisch-motivischer Tradition DER NACHTPORTIER offenkundig auch steht. Dazwischen wird auf gut vier Seiten die gesamte Filmhandlung analysiert, einige markante Einstellungen bzw. Szenen erfahren detaillierte Betrachtungen. Dieser Text ist gleichermaßen wertvoll wie anspruchsvoll, es ist ein durch und durch kritischer, analytischer und wissenschaftlicher Text. Als Einstiegslektüre – im Gegensatz zum ersten einordnenden Text zum Kino Cavanis – ist er somit nicht geeignet. Vielmehr zeigt „Die Pforte zur Nacht“, wie weit uns die (sehr) guten Film mitnehmen können, wo ihre philosophischen Deutungsebene(n) liegen können. Der Text setzt voraus, dass man Willens ist, sich möglichst intensiv und tiefgründig mit Filmkunst zu beschäftigen. Wenn der erste Text im Booklet als Einstieg zum gesamten Bonusmaterials gesehen werden muss, dazwischen – und selbstverständlich erst nach Sichtung des Hauptfilms – sämtliche audiovisuelle Extras auf den Discs folgen können, dann steht der zweite, längere Booklettext am Ende einer potenziellen intensiven Rezeptionskette zu DER NACHTPORTIER. So jedenfalls unsere Empfehlung an alle, die sich hinsichtlich der Reihenfolge unsicher sind.

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Der spielfilmlange Audiokommentar von Dr. Robert Sommer und Dr. Gerd Naumann begleitet uns szenenspezifisch und filmübergreifend durch die düster-faszinierende Welt von DER NACHTPORTIER. Erschöpfend wird über die Produktionsgeschichte, die Rollen und Biografien der wichtigsten Darsteller*innen sowie über die Bedeutung von Kamera, Montage und Musik gesprochen. Der Audiokommentar ist informativ und sehr angenehm zu hören, wenngleich vereinzelt noch ein bisschen mehr auf bestimmte Szenen bzw. Einstellungen (Bildsprache) hätte eingegangen werden können. Insgesamt jedoch ein sehr guter Audiokommentar, der dem Film gebührend begegnet und das erzählerische Thema durchgängig mit Sachlichkeit und Kenntnis behandelt. Der Audiokommentar ist übrigens als einziges Extra auf allen Discs enthalten, da die drei Scheiben – UHD, Blu-ray und DVD – jeweils den kompletten Spielfilm enthalten und die Verteilung der Extras angepasst wurde: 1. UHD: Spielfilm plus Audiokommentar (sowie Trailer), wobei hier der hohe Speicherplatz der UHD-Blu-ray (66 GB) bestmöglich für die 4K-Version des Hauptfilms genutzt wird; 2. Blu-ray: Spielfilm plus sämtliche AV-Extras; 3. DVD: Spielfilm plus Audiokommentar, Vintage-Interview Cavani sowie Filmgespräch mit Stiglegger und Treut.

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Sehr interessant sind die Video-Essays bzw. Interviews. Im thematischen Video-Essay „Der Nachtportier als Sadiconazista“ (Blu-ray) entwickelt Stiglegger entlang von mehreren Unterkapiteln und stets mit prägnanten Filmbeispielen eine audiovisuelle Chronologie der „Sexualisierung des Faschismus im Film“. Es darf als filmkulturhistorisches Herzstück der Extras auf der Scheibe gelten, weil es den Blick in verschiedene Richtungen erweitert und unterschiedliche Werke, von der Geburt aus den Trümmern im italienischen Neorealismus (ROM, OFFENE STADT, 1945) über teils historische Dramen von Vischonti oder Pasolini bis hin zum Exploitationfilm und SadicoNazista-Zyklus in Italien Mitte und Ende der 1970er Jahre beschreibt. Die Beobachtungen fußen dabei auf der historisch belegbaren (Kleidungs-)Ästhetik der Nazizeit, speziell der SS-Uniformen und die in der filmischen Popkultur exorbitant verwendete schwarze Bekleidung der NS-Zeit. Auch das in Stigleggers Kernthese bzw. im Titel verankerte, nachweisbare Phänomen der Sexualisierung einer faschistischen Ästhetik wird bereits am Beispiel von zeitgenössischen – internationalen – Plakaten während des Krieges in der Darstellung des Nationalsozialismus als vor allem männlich-monströse und auch sexuell aufgeladene Macht des Bösen, besonders gegenüber Frauen und Kindern, aufgezeigt. Da der Videoessay stark (film)kulturhistorisch und motivisch ausgerichtet ist, soll an dieser Stelle auch die besondere Leistung der Regie bzw. Montage erwähnt werden, wenn hier über die Gesamtlaufzeit von 40 Minuten im Sekundentakt zahllose Bilddokumente (Filmstills, Portraits, Fotografien) eingeblendet werden, die das Gesprochene (in HD, abwechselnd aus zwei Perspektiven) thematisch zielführend und situationsgenau unterstützen. Dieses Extra zeigt vorbildlich die vollen Möglichkeiten eines Videoessays, hier wurden keine Mühen gescheut.

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Im brandneuen, exklusiv für diese Edition produzierten Gespräch mit der deutschen Regisseurin und Autorin Dr. Monika Treut spricht Stiglegger mit ihr über die schwierige Rezeptionsgeschichte des Films (Blu-ray, DVD). Das Gespräch bietet einen neuen, sehr ernsthaften und aufschlussreichen Zugang zur Wirkungsweise von DER NACHTPORTIER, der die Gemüter gespalten hat und seinen Status als Kunst vielerorts immer wieder behaupten musste. Selbstverständlich werden auch Geschlechterfragen behandelt, Treut gilt ja als anerkannte Avantgardistin des New Queer Cinema. Das sympathische wie fokussierte Gespräch ist ein Zeugnis über die nie endende Wichtigkeit der (Kunst-)Freiheit und dem Willen, an einem fortschrittlichen und mutigen Kino festzuhalten.

Die Regisseurin des Films selbst, Liliana Cavani, kommt übrigens gleich bei zwei Gelegenheiten zu Wort, einmal in einem Vintage-Interview (Blu-ray, DVD) sowie in einem exklusiv für diese Edition produzierten, brandneuen Interview (Blu-ray), geführt vom italienischen Filmjournalisten und Autor Eugenio Ercolani. Beide Interviews bieten jeweils eigene Aspekte. Zu guter Letzt wird die Edition noch um ein Interview mit Hauptdarstellerin Charlotte Rampling (Blu-ray) ergänzt.

Hinweis: Stand Veröffentlichung dieser Besprechung ist das Mediabook bereits seit einiger Zeit ausverkauft – es gibt aber immer noch die Möglichkeit, an einzelne mehr oder weniger erschwingliche Exemplare zu kommen. Fundierte Recherche im Internet wie ggf. direkter Kontakt zum Label tragen hierzu ihr Übriges bei. Im Frühjahr soll eine etwas abgespeckte, günstigere Variante mit weniger Discs und ohne Buchteil, jedoch mit derselben Menge an audiovisuellem Bonus erscheinen.

© Wicked Vision

Fazit

Mit dem inhaltlich wie haptisch perfekt ausgearbeiteten 3-Disc-Mediabook von DER NACHTPORTIER hat Wicked Vision nachweislich eine der Top-Heimkino-Veröffentlichungen 2021 vorgelegt. Der Film ist optimal restauriert, übertrifft in seiner Qualität das Criterion Release deutlich, und liegt auf hochqualitativen Medien (UHD, Blu-ray) vor. Die sorgfältig kuratierten Extras beschäftigen sich intensiv mit dem Film und seiner kulturellen Bedeutung, lassen verschiedene Stimmen (Macher, Schauspieler, Akademiker) zu Wort kommen – kurzum: sie begleiten auf höchstem Niveau das besondere filmische Erbe von Liliana Cavanis lange vernachlässigtem Werk, das es unbedingt wiederzuentdecken gilt. Diese vortreffliche, hierzulande produzierte Mediabook-Edition bietet dazu die bestmögliche Gelegenheit – weltweit.

© Stefan Jung

Titel, Cast und CrewDer Nachtportier (1974)
OT: Il portiere di notte
Poster
Releaseseit dem 24.09.2021 im Mediabook (UHD+Blu-ray+DVD) exklusiv von Wicked Vision
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ab dem 25.02.2022 als Blu-ray und DVD

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RegisseurLiliana Cavani
Trailer

Englisch
BesetzungDirk Bogarde (Max)
Charlotte Rampling (Lucia)
Philippe Leroy (Klaus)
Gabriele Ferzetti (Hans)
Giuseppe Addobbati (Stumm)
Isa Miranda (Countess Stein)
Nino Bignamini (Adolph)
Marino Masé (Atherton)
Amedeo Amodio (Bert)
DrehbuchLiliana Cavani
Italo Moscati
KameraAlfio Contini
MusikDaniele Paris
SchnittFranco Arcalli
Filmlänge118 Minuten
FSKab 16 Jahren

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