Danganronpa: The Animation Staffel 1 – Review

„Alptraum-Akademie“

Über den Einfallsreichtum von japanischen Geschichten kann man immer wieder erstaunt mit dem Kopf schütteln. Vor allem, weil sich gefühlt zwei Drittel der Geschichten eigentlich nur mit dem Leben als Schüler auseinandersetzt. Man hat immer ein bisschen das Gefühl, dass jeder in Japan seiner Schulzeit nachtrauert oder sie unbedingt in zig neuen, manchmal auch absurden, Versionen neu erleben will. ASSASSINATION CLASSROOM, BLUE EXORCIST, CLANNED, KILL LA KILL, ANGEL BEATS! Und FOOD WARS! sind nur ein paar Animeserien-Vertreter, welche eine Schule als Handlungsort gewählt haben. In diesen Serien wird nicht langweilig die Schulbank gedrückt, sondern man wird als Zuschauer auf fantastische Abenteuer geschickt und manchmal geht es gleich um die Existenz der gesamten Menschheit. DANGANRONPA spielt ebenfalls an einer Schule, obwohl man hier kein einziges Mal einer Unterrichtsstunde bewohnen muss, denn hier geht es um meisterliche Detektivarbeit nach dem Whodunit-Prinzip.

© Filmconfect Anime

Handlung

Makoto Naegi erwacht in einer Schule mit 14 weiteren Schülern. Es ist nicht nur eine Schule, sondern die hoch angesehene „Hope’s Peak Academy“. Er kann sich aber nicht mehr erinnern, wie er dorthin gekommen ist.  Seinen Mitschülern geht es auch so und das Gebäude ist eher ein Bunker als ein öffentliches Schulhaus. Per Fernseher meldet sich ein sprechender Bär bei den Schülern. Monokuma heißt das Stofftier mit dem zweigeteilten Aussehen. Er verkündet, dass die Schüler auf Lebenszeit gefangen sind. Entlassen wird man nur, wenn es einem gelingt einen Mord zu begehen und damit ungestraft davonzukommen. Alle sind geschockt, aber es dauert gar nicht lang bis der erste Schüler aufgeschlitzt wird. Jetzt gilt es nicht nur den Mörder zu entlarven, sondern auch das Geheimnis hinter dem launisch-sadistischen Bären zu lüften.

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Traum- oder Alptraum

Vorweg muss man erwähnen, dass DANGANRONPA seinen Ursprung als Videospiel hat. Visual Novel nennt man das Genre in dem eher Dialoge geführt werden und es nicht auf die feinmotorischen Geschicke des Spielers ankommt. Diese dramaturgische Grundlinie kann man auch ganz deutlich in dieser Anime-Umsetzung wahrnehmen. Es geschieht ein Mord, jede Menge kleine Hinweise werden entdeckt und dann gilt es im Strafprozess die Beweise richtig zu deuten. Unser Protagonist Makoto zaubert auch hierfür visuelle Unterstützung in Form von drei „Einspruch-Patronen“ auf den Bildschirm. Die machen im Videospiel vielleicht Sinn, in der Serien sind sie leider unnütz. Aber eine Geschichte ist nur so gut wie seine Charaktere.

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Die Hauptfigur ist unspezifisch definiert und unscheinbar. Der perfekte Avatar, damit jeder in die Rolle von Makoto und somit in die Detektivgeschichte schlüpfen kann. Alle anderen Mitschüler sind durch besondere Fähigkeiten geprägt. So werden diverse Klischees vom Baseballspieler (Leon Kuwata) über den Raufbold (Mondo Owada), die Super-Schwimmerin mit stattlicher Oberweite (Aoi Asahina) bis hin zum arroganten Schlaumeier mit Brille (Byakuya Togami) alle bedient. Manche sind sympathisch überdreht, manche recht schnell tot und bei manchen fragt man sich, warum sie so lange überleben. Die Handlung fokussiert sich auf wenige Figuren und spielt diese immer spannend gegeneinander aus. Vor allem Super-Detektivin Kyoko Kirigiri ist hier ganz klar der Sympathieträger. Sie bleibt nicht nur bis zum Ende geheimnisvoll, sondern ist mit die Cleverste in der Gruppe.

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Die Mordfälle

Mit jeder weiteren Folge gilt es einen Mord aufzuklären. Ein paar durchschaut man recht schnell, andere hingegen bleiben bis zur Lösung schwierig zu enträtseln. Aber man kann nicht behaupten, dass man als Zuschauer nicht alle Hinweise vor dem Strafprozess erhalten hat. Es werden wirklich alle Details für die Lösung des Falls vor dem Prozess erwähnt. Was immer erstaunlich stark in die Magengrube der Zuschauer schlägt, ist die Vollstreckung des Urteils. Wenn der wahre Mörder ertappt und von den Schülern als schuldig gesprochen wird, fällt Monokuma das Todesurteil. Schon fast mit SAW-Qualitäten geht es den Mördern an den Kragen und man fragt sich, was dieser Bär eigentlich für ein sadistisches Problem hat. Spätestens bei diesen Szenen ist jedem die FSK-16-Freigabe klar und über diesen Fakt hilft auch abnormales pinkes Blut nicht darüber hinweg. Das Ganze spinnt sich, trotz der episodenhaften Erzählweise, zu einem recht runden Ende zusammen. Vielleicht werden ein paar Plot-Twists am Ende zu viel geliefert, aber das ist man von Animes bereits gewöhnt.

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Das Release auf Blu-ray

Stylisch schick sind die vier Volumes von Filmconfect Anime zur ersten Staffel. Die Covers präsentieren wichtige Protagonisten der ersten Staffel von DANGANRONPA. Jedoch sind leider die FSK-Label aufgedruckt und keine entfernbaren Aufkleber. Dafür gibt es in jedem Volume ein kleines Booklet mit Zeichnungen. Da das vierte Vol. nur mit zwei Folgen aufwarten kann, gibt es einen Schlüsselanhänger, das Hope’s Peak High School Mitgliedsabzeichen mit Monokumas Kopf und vielen Extras zur deutschen Synchronisation. Diese ist sehr gut geworden, Spongebob-Synchronsprecher für Monokuma ist jedoch zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig, da man bei dieser Stimme den lieben, gutgelaunten Schwamm in Erinnerung hat und keinen mordlustigen Bären.

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Fazit

DANGANRONPA ist vielen Anime-Fans sicher ein Begriff und die können hier zum gelungen Release von Filmconfect greifen. Wer Spaß am Lösen von Mordfällen hat, wird mit dieser Animeserie auch viel Freude haben, muss jedoch mit Gewalt umgehen können. Spätestens nach den ersten paar Folgen ist jeder von der Suche nach dem Strippenzieher angefixt. Wir dürfen gespannt sein, was in DANGANRONPA DESPAIR ARC – Staffel 2 passieren wird.

Titel, Cast und CrewDanganronpa (2013 -)
Poster

Release
Staffel 1 (4 Volumes) Blu-ray bei Amazon bestellen:

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RegisseurJesse V. Johnson
Trailer

DrehbuchMakoto Uezu
MusikMasafumi Takada
Animations-StudioLerche
SchnittMatthew Lorentz
Filmlänge1. Staffel mit 13 Folgen à 24 Minuten
2. Staffel mit 13 Folgen à 24 Minuten
3. Staffel mit 13 Folgen à 24 Minuten
FSKab 16 Jahren

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