Cliffhanger Filmkritik 25th Anniversary Edition

Cliffhanger – Filmkrititk & 25th Anniversary Edition Review

„Der Berg ruft“

Nur noch wenige Meter, die Muskeln sind im ganzen Körper angespannt und kurz vorm Bersten, alles tut weh und gehalten wird man nur von einem Seil, das irgendwie zu dünn aussieht, als dass es den Sturz in die unendlichen Tiefen wirklich aufhalten könnte. All dies nur für den einen Moment des Triumphs über den Berg. Die Faszination Klettern ist immer noch etwas Besonderes und erfreut sich stetigem Zuwachs. Während die einen den Fitness- und Sport-Aspekt in den zahlreichen Kletterhallen bevorzugen, zieht es auch viele Sportler in die Natur. Hier wird man für die körperliche Anstrengung mit einem unglaublichen Ausblick vom erklommenen Berg belohnt. Viele Anfänger unterschätzen dabei oft die Höhe, das Wetter und die Anstrengung. In Solchen Fällen rücken dann die Profis der Bergwacht an, um die Gestrandeten aus den Fängen der Natur zu retten. Mit dem Ziel die Schönheit, aber auch Gefahren, die dieser Beruf mit sich bringt,so realistisch wie möglich in einer spannenden und actiongeladenen Geschichte zu erzählen, haben sich 1993 Sylvester Stallone (ROCKY, RAMBO, CREED) und Renny Harlin (STIRB LANGSAM 2, DEEP BLUE SEA) zusammengesetzt. Herausgekommen ist der Abenteuerfilm CLIFFHANGER. Anlässlich des 25. Geburtstags seiner Kinopremiere, veröffentlicht Studiocanal eine ungeschnittene und aufgearbeitete Version auf Blu-ray und im 4K-Format.

Cliffhanger Filmkritik 25th Anniversary Edition
© Studiocanal

Inhalt

Den Bergretter und Kletterexperten Gabe Walker (Sylvester Stallone) ereilt das, vor dem sich viele Rettungskräfte fürchten: Routine. Ein vermeintlich einfacher Rettungseinsatz in den Rocky Mountains endet jedoch tragisch. Die Freundin seines besten Freunds Hal (Michael Rooker) stürzt in den Tod. War es Gabes Schuld? Hätte er etwas anders machen müssen, um diese Katastrophe zu verhindern? Die Schuld wiegt schwer auf ihm und am liebsten würde er die Berge hinter sich lassen. Davon hält seine Freundin Jessie (Janie Turner) allerdings gar nichts, sie kann sich nicht vorstellen ihr Leben einfach so aufzugeben. Bevor die beiden eine Endscheidung treffen können, wie es weiter gehen soll, werden sie von einem Notruf unterbrochen. Ein Flugzeugabsturz und denkbar schlechte Wetterverhältnisse verlangen es, dass Gabe und Hal sich aufmachen, um nach Überlebenden zu suchen. Das die Beiden sich damit in ganz andere Gefahren als üblich stürzen, wissen sie noch nicht.

Cliffhanger Filmkritik 25th Anniversary Edition
© Studiocanal

Zeitlose Action

1993 ist Stallone einer der Action-Stars überhaupt. Die Rocky- und Rambo-Filme haben ihn weltweit als Schauspieler und Drehbuchautor berühmt gemacht. Auch bei CLIFFHANGER hat er das Drehbuch beigesteuert und damit den erfolgreichen Regisseur Renny Harlin überzeugt mit ins Projekt einzusteigen. Die beiden verfolgen eine klare Vision: Ein realistischer Actionfilm, der die Faszination Berg neu und modern zeigt, zusammenhalten von einer spannenden und treibenden Story. Ersteres haben sie tatsächlich auf beeindruckende Weise realisiert. CLIFFHANGER kann sich auch mit heutigen Actionblockbustern messen. Zu verdanken ist das voranging dem massiven Produktionsaufwand mit teuren Luftaufnahmen und die technisch komplexen Szenen an den steilen Bergwänden haben dazu geführt, dass CLIFFHANGER mit 70 Millionen US-Dollar einer der teuersten Filme seiner Zeit wurde. Hinzu kommen, die für damaligen Verhältnisse, intensive Post-Produktion und Spezial-Effekte, welche sich auf jeden Fall gelohnt haben. Obwohl der Film in den Rocky Mountain spielt, wurden die Bergszenen in Italien gedreht. Die abwechslungsreiche Landschaft der Dolomiten bietet genau das, was Stallone und Harlin sich vorgestellt hatten. Besonders die charakteristischen Steilhänge sind beeindruckend und furchterregend zugleich.

Cliffhanger Filmkritik 25th Anniversary Edition
© Studiocanal

Ein Dreh der alles abverlangt

Bis zu dreitausend Meter gehen die Wände der Dolomiten in die Höhe und stellten somit nicht nur das Technikteam vor Herausforderungen. Eine der ersten Szenen ist der Fall einer Person in die Tiefe. Hierfür musste eine Stuntfrau in schwindelerregender Höhe wirklich mehrere Meter in die Tiefe fallen. Diese Aufnahmen wurden dann mit Aufnahmen einer Stuntpuppe und der Hilfe von Computern zu dem kompletten Absturz, welcher im Film zu sehen ist zusammengefügt. Auch von den Schauspielern wurde einiges abverlangt, der unter Höhenangst leidende Stallone musste für die Rolle also ganz schön die Zähne zusammenbeißen. Für eine Szene bei der Stuntman Simon Crane an einem Seil zwischen zwei fliegenden Flugzeugen klettert, gab es sogar einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde. Einen besonderen Stellenwert für CLIFFHANGER hat jedoch Wolfgang Güllich. Der weltberühmte und einflussreiche Bergsteig- und Kletterexperte, übernahm die Kletterstunts für Stallone und andere Schauspieler, ohne ihn und sein Team wären viele Aufnahmen nicht zustande gekommen. Bei aller Filmtechnik, manche Dinge funktionieren eben nur in echt. Umso tragischer ist es, dass Güllich die Premiere des Films nicht mehr erleben konnte. Man könnte es als einen schlechten Scherz des Lebens bezeichnen, dass der Kletterer, der in schwierigen Touren auch ohne Seil unterwegs war, bei einem Autounfall in der Nähe von Ingolstadt ums Leben kam.

Cliffhanger Filmkritik 25th Anniversary Edition
© Studiocanal

Abseits der Action schwach

Während die Aufnahmen und Stunts des Films heute immer noch beeindrucken können und somit einen kleinen Teil zum Vermächtnis des Kletterers beisteuern, muss man dem Drehbuch und der Geschichte einige Schwächen verzeihen. Der angepeilte Berg-Thriller hat zwischen den Actionsequenzen vor allem mit eindimensionalen Charakteren und teilweise ungewollt lustigen Dialogen zu kämpfen. Auch, dass Stallone als Gabe Walker nur mit Shirt bekleidet durch einen Schneesturm mit Blizzard-Eigenschaften klettert, kann man nur als Actionheld-Superkraft abstempeln. Hier war dann doch der Realismus weniger im Fokus als versprochen. Auch die Bösewichte des Films angeführt von Qualen (John Lithgow) bringen wenig Dynamik in die steife Handlung, überraschende Wendungen gibt es leider keine.

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© Studiocanal

25th Anniversary Edition – Ganze 8 Minuten mehr

Cliffhanger Filmkritik 25th Anniversary Edition
Die 25th Anniversary Edition // © Studiocanal

Sehr erfreulich ist es, dass die FSK in den letzten Jahren ihre alten Schränke mal richtig aufräumt. So kommt es, dass viele ältere Filme vom Index verschwinden und die Chance auf eine Neuauflage bekommen. So ist es auch 2013 bei CLIFFHANGER geschehen. Die bisher indizierte FSK-18-Version gibt es nun als Uncut-Blu-ray ab 16 Jahren zu erwerben. Hier bekommt man gegenüber der gekürzten Fassung fast 8 Minuten mehr Action, welche sich überwiegend auf das Sterben einiger Bösewichte konzentriert. Aber sie tragen nichts zur Handlung bei, geben jedoch dem ganzen Film kernige und unerwartet brutale Momente. Neben den geschnittenen Szenen gibt es in der 25-Jahre-Anniversary-Version natürlich Bonusmaterial: Jede Menge Making Of’s, Interviews mit den Schauspielern und Regisseur Renny Harlin, Audiokommentare von der Technikcrew und dem Original-Trailer. Die Bildqualität ist, wie sich das für eine Blu-Ray gehört, in gestochen scharfen 1080p. In erster Linie profitieren hiervon die Landschaftsaufnahmen mit deren Totalen. Etwas unschön hingegen wirken die, für heutige Verhältnisse, billigen Computeranimationen und Hintergründe. Hierfür kann man aber weniger dem Film oder der Neuauflage die Schuld geben, sondern der technischen Entwicklung. Tontechnisch ist auch alles auf einem guten Standard: Die deutsche und englische Tonspur bringen satten 5.1 Sound, so dass einem das Frösteln kommt, wenn der Wind durchs Wohnzimmer braust. Über die 4K-Version kann ich leider wenig sagen, da mir hierfür die Gerätschaften fehlen, aber ich nehme an, dass auch hier von Studiocanal, wie bei RAMBO oder THE FOG nicht gespart wurde.

Fazit

Neubewertung und Jubiläum sei dank, können Action- und Stallone-Fans einen klassischen 90er-Jahre-Action-Blockbuster nun zu Hause in wunderbarer Qualität wiedererleben. Technisch ist CLIFFHANGER auch heute noch beeindruckend und die Naturgewalt Berg wurde selten so schön in Szene gesetzt. Abstriche muss man wie üblich bei der Geschichte machen, diese wird jeden Neuling kaum überraschen. Kletter- und Actionfans können trotzdem getrost zuschlagen, denn Spaß macht CLIFFHANGER allemal.

 

Titel, Cast und Crew

Cliffhanger - Nur die Starken überleben (1993)
OT: Cliffhanger

Poster

Release

Kinostart 29.7.1993
25th Anniversary Blu-ray & 4K-UHD (Uncut) : ab dem 08.11.2018
Bei Amazon kaufen (Affiliate-Link)

Regisseur

Renny Harlin

Trailer

Besetzung

Sylvester Stallone (Gabe Walker)
John Lithgow (Qualen)
Michael Rooker (Hal Tucker)
Janine Turner (Jessie Deighan)
Rex Linn (Richard Travers)
Caroline Goodall (Kristel)
Leon ( Kynette)
Craig Fairbrass (Delmar)

Drehbuch

Michael France
Sylvester Stallone

Kamera

Alex Thomson

Musik

Trevor Jones

Schnitt

Frank J. Urioste

Filmlänge

113 Minuten

FSK

ab 16 Jahren

 

 

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