Bungo Stray Dogs – Dead Apple (2018) | Filmkritik

Wie es sich für eine erfolgreiche Animeserie gehört, muss auch ein Spielfilm her. Nach Staffel 1 und 2 betritt BUNGO STRAY DOGS bereits Filmgefilde. Es ist alles dabei, was für eine abgeschlossene Filmhandlung dazugehört: ein, nein zwei, bösartige Übergegner, ein Untergangsszenario, der Zweifel an den Fähigkeiten unserer Helden und ein riesiger Drache. Man muss jedoch jeden Unerfahrenen vor dieser Welt der besonderen Fähigkeiten warnen, denn BUNGO STRAY DOGS: DEAD APPLE ist für Quereinsteiger zweifellos ein Sprung ins eiskalte Wasser bzw. in diesem Fall in dichten, trüben Nebel.

© KSM Anime

Handlung

Yokohama liegt im dichten Dunst und ist menschenleer. Ein mysteriöser Nebel hat sich über die Metropole gelegt. Im Vorfeld haben sich weltweit bereits dutzende Menschen mit besonderen Fähigkeiten umgebracht. Meist in einer solchen Art und Weise, dass immer ihre besonderen Fähigkeiten eine Rolle spielten. Im Hintergrund scheint jedoch jemand seine Fäden zu ziehen, denn immer kurz vor einem Selbstmord tauchen mysteriöse Nebelschwaden auf. Dazai ist sofort klar, wer für die „Selbstmorde“ verantwortlich ist: Der Collector. Nicht nur die Detektive sind in Gefahr, sondern auch die Hafenmafia. Werden sie wieder zusammenarbeiten müssen, um gegen diesen übermächtigen Gegner zu bestehen?

BUNGO STRAY DOGS: DEAD APPLE
© KSM Anime

Eine extralange Folge?

BUNGO STRAY DOGS: DEAD APPLE teilt sich schön in drei Akte ein. Nach einem Prolog in Dazais Vergangenheit und erste Berührungspunkte mit Fyodor Dostoyevsky, geht es im ersten Akt mit dem typischen Kriminalformat um die Selbstmorde rund um die Welt. Doch dann setzt das Drehbuch die Daumenschrauben an und hüllt Yokohoma in mysteriösen Nebel. Jetzt müssen sich alle Befähigten mit ihren gefährlichen Talenten auseinandersetzen, die sie selbst sogar angreifen. Es wird sich herausstellen: Was ist jeder einzelne ohne seine besondere Fähigkeit überhaupt wert und wird er einen Kampf dagegen gewinnen? Das erinnert ein bisschen an Retro-Games wie Mortal Combat, wo man im finalen Kampf auch mal gegen sich selbst antreten musste. Für unsere Haupt- und Entwicklungsfigur Atsushi Nakajima kommt dieser Kampf genau richtig, da er sich nun endlich mit dem Menschentiger in sich versöhnen muss. Im dritten finalen Akt gibt es einen tollen Twist, der Atsushi für die kommende Entwicklung noch komplexer und vor allem wichtiger werden lässt.

Chūya Nakahara // © KSM Anime

Auch in DEAD APPLE müssen die Detektei und die Hafenmafia wie schon gegen die Gilde ungewollt zusammenarbeiten, weil der Gegner einfach zu übermächtig ist. Der Fokus bei der Mafia liegt auf Ryunosuke Akutagawa mit seiner Rashōmon-Fähigkeit und dem Gravitationskünstler Chūya Nakahara. Im großen Finale hat Nakahara auch den coolsten Auftritt, wobei der Showdown sogar Kaiju-Qualitäten aufzuweisen hat.

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Das Universum wird größer

Insgesamt verbreitet DEAD APPLE echtes Kinoabend-Flair, aber auch das BUNGO-STRAY-DOGS-Universum wird, zum Beispiel mit dem geheimnisvollen Bund „Die Ritter des Uhrenturms“, weiter geöffnet. Diese europäische Geheimorganisation sorgt sogar noch für eine echte Anime-Blockbuster-Eigenschaft als Bonus: Der drohende Abwurf einer Atombombe.

Dreh- und Angelpunkt ist wieder einmal Osamu Dazai, der zu Beginn direkt in die Arme des Gegners läuft. Aber Dazai hat wieder einiges vorausgesehen und spielt sich leider etwas zu viel als mächtiger Mann im Hintergrund auf. Vor allem hat man nun den Eindruck, dass er nicht nur Atsushi Nakajima und Ryunosuke Akutagawa um den Finger gewickelt hat, sondern auch Chūya Nakahara. Hier liegt eindeutig zu viel Handlungsgewicht auf der charmanten Figur. Durch sein Talent des Alles-Vorhersehens ist er leider ein ziemlicher Spannungskiller. Gut, dass sich der junge Atsushi langsam von ihm zu emanzipieren weiß und sowieso eher ein Auge auf Izumi geworfen hat.

BUNGO STRAY DOGS: DEAD APPLE
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Die Blu-ray

Für Sammler der BUNGO-STRAY-DOGS-Reihe bringt KSM Anime wieder Glanz in die Sammlung. DEAD APPLE kommt im stilvollen Schuber daher. Leider ist die darin enthaltene O-Card recht widerspenstig und schwer herauszunehmen. Synchronisation und Bild sind wieder einmal top. Als Extra gibt es ein 28-seitiges Booklet über die neuen Figuren und Charaktere. Der Hardcover-Schuber reiht sich sauber in die Regale zu den beiden vorherigen Staffeln ein.

BUNGO STRAY DOGS: DEAD APPLE
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Fazit

Wo sich die Serie manchmal zu sehr auf unnütze Aspekte konzentriert und man bei den vielen neuen Figuren mitunter den Überblick verliert, macht der erste Spielfilm alles genau richtig. Man kommt jedoch an der vorherigen 24 Folgen nicht vorbei, sonst werden die feinen kleinen Spannungen zwischen den Charakteren und auch mancher Humor an einem vorbei gehen. BUNGO STRAY DOGS: DEAD APPLE macht von Anfang bis Ende in seiner komprimierten Erzählweise enormen Spaß und hätte ohne Probleme auch auf der großen Leinwand sein Publikum gefunden.

© Christoph Müller

TitelBungo Stray Dogs
OT: Bungō Sutorei Doggusu
文豪ストレイドッグス
RegisseurTakuya Igarashi
Poster
ReleaseStaffel 1 erschien am 29.08.2019 bei KSM Anime
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Staffel 2 erschien am 23.01.2020 bei KSM Anime
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BUNGO STRAY DOGS - GREEN APPLE: THE MOVIE erschien am 20.02.2020 bei KSM Anime
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Trailer


DrehbuchYoji Enokido
Art DirectorYumiko Kondou
MusikTaku Iwasaki
SchnittShigeru Nishiyama
UmfangStaffel 1 12 Folgen mit je ca. 25 Minuten
Staffel 2 12 Folgen mit je ca. 25 Minuten
Bungo Stray Dogs - Green Apple: The Movie 90 min
AltersfreigabeAb 16 Jahren freigegeben

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