Brotherhood of Blades II Review

Brotherhood of Blades II – Filmkritik

„Klingen sind schärfer als Freundschaft“

Diese chinesische Filmproduktion gehört zum sogenannten Wuxiá-Genre (Wikipedia), welches den ritterlichen Helden mit Wushu-Fähigkeiten, eine moderne, sportliche Kampfkunst, in den Mittelpunkt stellt. Das Genre genießt hohe Beliebtheit in der chinesischen Literatur und dem Film. Hier gibt es so gut wie alles, von den Reitkämpfen über große Schlachten bis hin zu chinesischen Schwertkämpfen, die physikalische Gesetzmäßigkeiten auf die Probe stellen. Wer jetzt nonstop Martial-Arts-Kampfkunst von BROTHERHOOD OF BLADES 2 erwartet, wird enttäuscht werden, denn die Action konzentriert sich auf Klingenkämpfe und große Schlachten. Im Mittelpunkt solcher Geschichten steht der sogenannte „Xia“, ein fahrender Ritter, der gegen Tyrannei und korrupte Beamte kämpft. Somit ist er das chinesische Konterfei zum japanischen Samurai. Was man jetzt nur auf Filmebene so betrachten kann, hinkt im historischen Vergleich sicher stark nach.

Brotherhood of Blades II Review
© Pandastorm Pictures

Handlung

Unser Held in dieser Geschichte ist Shen Lian (Chang Chen), der als Leutnant der kaiserlichen Garde angehört. Als er einen Mordfall aufdecken will, kommt ihm aber eine andere Behörde in die Quere. Es entspinnt sich eine Spirale der Intrigen, die bis zum kaiserlichen Hof führen wird. Außerdem ist die Blutsbande, die Shen auf dem Schlachtfeld mit Wenzhao Lu (Yi Zhang) geschlossen hat, auf eine harte Probe gestellt, denn ein „Frauenzimmer“ verdreht dem ritterlichen Helden den Kopf. Zhai Bei (Mi Yang) malt nämlich nicht nur schöne Bilder, sondern kooperiert auch mit den Rebellen.

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© Pandastorm Pictures

Fortsetzung

Wie man dem Titel entnehmen kann, gab es bereits einen Vorgängerfilm BROTHERHOOD OF BLADES (2014), ebenfalls mit Chang Chen in einer der Hauptrollen. BROTHERHOOD OF BLADES 2 erklärt jetzt die Geschichte, wie er zu den kaiserlichen Assassinen gekommen ist. Dieser Teil steht seinem älteren Bruder in nichts nach. Vor allem der aufwändigen Gestaltung der Requisiten, Kostüme und Innenräume sieht man das hohe Budget an. Die Kämpfe sind schnell und actionreich, aber fallen im gesamten Film etwas rar aus und können in ihrer Ästhetik nicht mit HERO oder TIGER & DRAGON mithalten. Dennoch liegen sie weit über dem Durchschnitt. Vor allem das Szenenbild ist wunderschön inszeniert, was man immer wieder genießen kann, wenn die eigenen Gedanken von der Geschichte abdriften. Das ist das größte Problem von BROTHERHOOD OF BLADES II für westliche Quereinsteiger, denn hier wird eine Vielzahl von Charakteren behandelt, die auch immer mal ihre Zugehörigkeit ändern. Intrigen, Lügen und doppeldeutige Aussagen prägen den Dialog, was bei den ungewöhnlichen Namen erhebliche Konzentration fordert. Da kann man selbst als geübter Asiafilm-Fan den Handlungsfaden verlieren. Aber wie erwähnt, die schönen Kulissen heben das wieder auf.


© Pandastorm Pictures

Die Liebesbeziehung ist für das Genre und die Produktionsnationalität wie gewohnt eher verklemmt. Da werden bedeutungsschwere Blicke ausgetauscht, weggelaufen und zurückgekehrt und eine Berührung zwischen Beiden kommt einem Skandal gleich. Die Action ist überdurchschnittlich stilvoll auf Film gebannt, jedoch ist BROTHERHOOD OF BLADES 2 für eine FSK 16 doch ein ziemlich zahmes Pflänzlein, mehr als animierte Blutspritzer und blutige Garderobe ist nicht zu sehen. Aber das sind alles bekannte Dinge, die bereits beim vorherigen Teil gelobt oder bemängelt wurden. Der Regisseur Yang Lu setzt hier weiterhin auf sein bewährtes Handwerk, lediglich die zu oft verwendete Handkamera des ersten Teils wurde nun zum Glück sparsamer eingesetzt. Wer den Abspann bis zum Ende schaut, bekommt noch eine kleine Hidden Scene aus der Geschichte der messerscharfen Bruderschaft.

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© Pandastorm Pictures

Fazit

Ein durchaus gelungenes chinesisches Requisitenspektakel, welchem zum Mittelteil etwas die dramaturgischen Impulse fehlen. BROTHERHOOD OF BLADES II kann durchaus auch für Quereinsteiger einen Blick wert sein, denn die Hauptrolle ist durch Chang Chen (RED CLIFF, MR. LONG) charismatisch wie auch schauspielerisch gelungen besetzt.

Die Blu-ray

Das Cover der Blu-ray @ Pandastorm Pictures

Bild und Ton überzeugen auf ganzer Linie. Die ästhetisch hochwertigen Bilder kommen auf der Blu-ray von Pandastorm Pictures zu voller Geltung. Leider ist die Veröffentlichung in Sachen Extras auf Sparflamme. Na ja, eigentlich ist gar keine Flamme zu sehen. Ein Making-of und ein paar Einblicke in den aufwändigen Drehprozess gehören schließlich zu so einem Kampfkunstfeuerwerk dazu. Das Bonusmaterial ist somit auf Trailer-Diät.

 

Eine Review zu BROTHERHOOD OF BLADES findet ihr bei den Kollegen von Die Nacht der lebenden Texte.

Titel, Cast und CrewBrotherhood of Blades 2 (2017)
OT: Xiu chun dao II: xiu luo zhan chang
PosterBrotherhood of Blades 2 Kritik zum Film

Release
ab dem 09.11.2018 auf Blu-ray und DVD erhältlich
Bei Amazon kaufen (Affiliate Link)
RegisseurYang Lu
Trailer
DarstellerChen Chang (Shen, Lian)
Mi Yang (Bei, Zhai)
Yi Zhang (Lu, Wenzhao)
Shih-Chieh King (Wei Zhongxian)
Jiayin Lei (Lun, Pei)
Zhilei Xin (Ding, Baiyang)
DrehbuchShu Chen
Yang Lu
Yang Yu
MusikKenji Kawai
KameraQiming Han
SchnittYiran Tu
Liyun Zhu
Filmlänge120 Minuten
FSKab 16 Jahren

 

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