Averngers Infinity War Hulk

Avengers: Infinity War (2018) – Filmkritik

„Greatest Hits-Album der Ewigkeit“

Ich bin mir bewusst, in letzter Zeit viel über die neusten Marvel-Filme gemeckert zu haben. THOR: RAGNAROK war leider nur eine Lachnummer, CAPTAIN AMERICA: CIVIL WAR eine Verfehlung des Themas und BLACK PANTHER war mir leider so unsympathisch, dass ich ihn nicht mal mehr sehen wollte. Allein GUARDIANS OF THE GALAXY VOL.2 konnte mich, trotz des Alles-Könnenden-Überbösewichts, mit seinen liebvollen Charakterzeichnungen, dem richtigen Timing für Emotionen und mit dem perfekten Humorlevel gänzlich überzeugen.

Nun geht es in die Schlacht um die Infinity-Steine! Der Handlungsstrang, der nun seit 18 Marvel-Filmen immer in die Geschichten der Comic-Helden eingeflochten wurde: Eine Schlacht gegen Überfeind Thanos (Josh Brolin) und der Schutz der Infinity-Steine inklusive des halben Universums. Die geballte Kraft der Comic-Helden steht nun ins Kinohaus und trotz meiner stetigen Kritik am Oligarchen Disney und dem Franchise MCU, muss ich gestehen, mich dennoch etwas darauf gefreut zu haben. Das werbemedial angekündigte Finale auf der großen Leinwand hat mich nicht enttäuscht.

Averngers Infinity War Thor Rocket Raccoon
© 2018 – Marvel Studios

24 Marvel-Helden sind auf dem Kinoposter zu AVENGERS: INFINITY WAR zu sehen. Das bedeutet bei 150 Filmminuten, kommt jede Figur auf ganze sechs Minuten Screentime. Klingt nach nicht viel, aber es soll eh weniger gequatscht und mehr ausgeteilt werden. Überraschenderweise bekommt jedoch der Oberschurke Thanos die meiste und auch interessanteste Filmzeit, was definitiv die richtige Entscheidung war. Den Rest der Crew um Iron Man, Captain America und Star-Lord, kennen wir ja bereits. Thanos’ grausamer Plan ist simpel, hat aber auch einen interessanten philosophischen Ansatz und dadurch bleibt das ganze Geschehen anspruchsvoller als erwartet. Problematisch für mich ist immer noch, dass die Superkräfte der jeweiligen Steine zu übermächtig sind. Man denke an den Stein von Dr. Strange, der die Zeit zurückdrehen kann – diese Fähigkeit allein schafft bereits einen gottesähnlichen Status. Dadurch leidet erheblich die Spannung, weil alles möglich wird und nichts endlich ist. Aber es geht hier um ein nahendes Finale, die Schauspieler können nicht ewig an Seilen vor grünen Wänden hin- und hergezogen werden. Robert Downey Jr. und Don Cheadle sieht man bei AVENGERS: INFINITY WAR ihre 10-jährige Marvel-Mitgliedschaft mittlerweile trotz Make-up deutlich an.

Averngers Infinity War Black Panther Steve Rogers Black Widow
© 2018 – Marvel Studios

Es geht den zwei Dutzend Helden an den Kragen und das gleich von Anfang an. Man wird sofort ins Geschehen geworfen, die Action ist knackig inszeniert und die Kooperationskämpfe sind gut choreographiert. Das ist es, was die Avengers eben ausmacht: Sie kämpfen mit ihren Stärken zusammen gegen einen übermächtigen Gegner. Da können auch klebrige Spinnennetze einem Übergegner lästig werden und ihn ablenken. Die jeweiligen Stationen auf den Reisen der Teams und die Planeten der Schlachten sind endlich wieder mal fein designed und zeigen viel Liebe zur klassischen Sci-Fi-Optik. Der Humor kommt trotz der ernsten Lage nicht zu knapp, was aber vor allem den Guardians und Spider-Man zu verdanken ist. Tony Stark, als Headliner dieses Superhelden-Festivals, wurden auch ein paar gute Lacher in den Dialog geschrieben. Der Rest der Bande muss ordentlich Backpfeifen an Außerirdische verteilen und jeder bekommt seine Szene, in der er glänzen kann. Jedoch kommt beim Bestaunen dieser CGI-Dauer-Kämpfe die Frage nach einer sinnvoller Handlung auf und es ist nicht zu leugnen, dass sich hier der ein oder andere Protagonist selbst sabotiert, um das Ende des Films so hinzubiegen.

Averngers Infinity War Guardians of the Galaxy
© 2018 – Marvel Studios

Dem Ende muss man Mut zusprechen, besonders in einem Zeitalter, in dem Informationen in Millisekunden von A nach B gesendet werden. Aber es wird auch der erste Marvel-Film sein, der trotz der spektakulären Sequenzen viele seiner Zuschauer unzufrieden nach Hause gehen lässt. Es ist nicht im Interesse dieser Industrie, seine Fans vollständig zufrieden aus dem Kinosaal zu entlassen. Somit wurde ich, neben der Erwartung einen gut inszenierten Blockbuster zu sehen, auch nicht enttäuscht, dass Disney/Marvel niemals etwas auf seinem finanziellen Höhepunkt beendet. Das Rad dreht sich immer weiter und ich bin wieder in der Rolle des prophetischen Irren am Wegesrand, der die Film-Menschheit vor einem riesigen Wesen warnt, das nur mit seinem goldenen Handschuh und einem Fingerschnippen die Plätze für andere kreative Blockbuster um die Hälfte reduziert. Vielfalt auf einem Kinoposter bedeutet eben noch lange nicht Vielfalt im Jahresprogramm der Lichtspielhäuser.

Averngers Infinity War Thanos
© 2018 – Marvel Studios

Wertes Marvel-Filmstudio, ihr habt euch einzigartig in die Filmgeschichtsbücher geschrieben, aber bitte macht Platz für die nächsten Geschichten, die erzählt werden möchten, denn die stehen wirklich unendlich zur Verfügung und nicht das Geld der Kinozuschauer.

© Christoph Müller

Titel, Cast und CrewAvengers: Infinity War (2018)
PosterAvenegrs Infinity War Kinoposter
Kinostartab dem 26.04.2018 im Kino
ab dem 06.09.2018 auf 4K-UHD,Blu-ray und DVD
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RegisseurAnthony Russo
Joe Russo
Trailer
BesetzungJosh Brolin (Thanos)
Robert Downey Jr. (Tony Stark / Iron Man)
Chris Evans (Steve Rogers / Captain America)
Chris Pratt (Peter Quill / Star-Lord)
Tom Holland (Peter Parker / Spider-Man)
Scarlett Johansson (Black Widow)
Chris Hemsworth (Thor)
Tom Hiddelston (Loki)
Zoe Saldana (Gamora)
Benedict Cumberbatch (Dr. Stephen Strange)
Chadwick Boseman (T'Calla / Black Panther)
Dave Bautista (Drax)
Paul Bettany (Vision)
Elizabeth Olsen (Wanda Maximoff / Scarlet Witch)
Karen Gillian (Nebula)
Sean Gunn Rocket Racoon
DrehbuchChristopher Markus
Stephen McFeely
Comicvorlagebasiert auf der Comicvorlagen der "Marvel Comics" von Stan Lee und Jack Kirby
KameraTrent Opaloch
MusikAlan Silvestri
SchnittJeffrey Ford
Matthew Schmidt
Filmlänge149 Minuten
FSKab 12 Jahren

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