Als Jim Dolan kam (1967)

Als Jim Dolan kam (1967) – Filmkritik

„Shootout Trek“

Der Wilde Westen, unendliche Weiten, wir schreiben kein bestimmtes Jahr, sind jedoch Mitten in einer Zeit, in der ein Menschenleben nicht viel zählt. Dies sind die Abenteuer der Postkutsche Hickman, die mit ihrer zwei Mann starken Besatzung in die Stadt Jericho unterwegs ist, um für das Transportunternehmen Molly Lang neue Wege in ein zivilisierteres Leben zu ergründen. Viele Lichtjahre von einer perfekten Gesellschaft entfernt, dringt die Hickman, stellvertretend für ihre Besatzung, in Handlungen vor, die wir zwar schon hunderte Male gesehen haben, aber durch ein gut geschriebenes Drehbuch und klug gewählte Darsteller auch heute noch schätzen können.

Handlung und Figuren

In farbenfrohem Technicolor reitet ein einsamer Cowboy durch die Prärie auf die breit fokussierende Kamera zu. Er sucht schließlich Deckung hinter aufragenden Felswänden, um sich einen guten Überblick auf eine tief unter ihm liegende, ausgebaute Straße zu verschaffen. Spätestens jetzt, erkennen wir in ihm einen konzentriert agierenden Dean Martin. Bereits hier zeigt sich die spannende Ambivalenz seiner Hauptfigur Alex Flood. Seine charismatische Erscheinung zeigt uns sofort einen Leading Man, der sich seiner Souveränität gegenüber Natur und jeglicher Gesellschaftsform lässig bewusst ist. Bevor er seine Winchester wie ein professioneller Scharfschütze auf eine herannahende Postkutsche richtet, wirft er einem putzigen Streifenhörnchen noch eine Nuss vor die Pfoten. Mit seinem ersten Schuss auf die näherkommende Kutsche ist sogleich der finale Shootout zwischen ihm und seinem Konterpart unausweichlich eingeläutet. Der sitzt in der Figur des leicht lethargisch wirkenden Jim Dolan (George Peppard, unser späterer Hannibal aus dem A-Team) in genau dieser Kutsche. Er stellt sich später als Berufsspieler und Geschäftspartner des ehemaligen Marschalls Ben Hickman (John McIntyre, renommierter Nebendarsteller in großen Filmen wie PSYCHO, oder WINCHESTER `73) heraus, der sich als Lenker der beschossenen Kutsche eine Kugel einfängt und den darauffolgenden Sturz der Kabine nicht mehr verhindern kann. Es kommt zu einem duellartigen Beschuss zwischen Dolan und dem herannahenden Flood, der sich schließlich in die Felsen zurückzieht. Dolan hat dennoch kein gutes Gefühl während er Hickmans Wunde versorgt. An fast der gleichen Stelle, werden er und Flood am Ende wieder aufeinandertreffen.

Als Jim Dolan kam (1967)
© Koch Films

Flood ist der heimliche Herrscher über die Stadt Jericho. Ihm gehören neben dem örtlichen Saloon auch die Mehrheitsanteile an fast allen übrigen Gebäuden der Stadt, die er mit eiserner Hand zu „Recht und Ordnung“ führt. Als brutal charmanter Womanizer und trumpscher Immobilienpräsident hat er „seine“ Stadt fest im Griff. Da wird schnell mal der legal gewählte Sheriff „abgewählt“ und ein unbescholtener Bürger per Schnellgericht am nächsten Baum aufgeknüpft, weil er in Notwehr einen von Floods Männern ins Jenseits befördern musste. Jericho ist ein hartes Pflaster und auf dem besten Weg „great again“ zu werden.

Bis auf die toughe Molly Lang (Jean Simmons, THE BIG COUNTRY) stellt sich Flood niemand wirklich entgegen. Doch da Dean Martins Figur in ihr schon sehr lange eine zukünftige Eroberung auf verschiedenen Ebenen sieht, muss sie von ihm, außer ein paar Ohrfeigen, keine größeren Folgen für ihr mutiges Aufbegehren fürchten. Sie ist das verbindende Element zwischen Flood und Dolan. Mit der Postkutsche möchte sie sich ein eigenes Business aufbauen und so die Stadt langsam von der Diktatur Floods befreien. Doch Flood hat bereits Pläne sich auch dieses Geschäft einzuverleiben und Dolan so gar keine Lust sich groß in bestehende Konflikte einzumischen. Molly gibt jedoch nicht so schnell auf, um ihn und den verletzen Hickman für ihre Sache zu gewinnen: den Sturz von Flood und die Befreiung von Jericho.

Als Jim Dolan kam (1967)
© Koch Films

Der Film

Zunächst ist ALS JIM DOLAN KAM ganz klassischer Western mit seinen genretypischen Elementen. Ein aufrechter Held, ein skrupelloser Schurke, eine zwischen ihnen stehende Frau, die zum Motor ihres Handelns wird, eine Kleinstadt samt Saloon, eine Postkutsche als Symbol für fortschrittliche Mobilität und Informationsaustausch, sowie eine Gemeinschaft, die vor willkürlicher Gewalt, durch Gegengewalt in eine neue Ordnung geführt wird. Am Ende müssen sich die Antagonisten in einem finalen Duell gegenüberstehen, bei dem das Gute gewinnt. Mit dieser Struktur hat sich das uramerikanischste Filmgenre seit DER GROSSE EISENBAHNRAUB (1903) weitestgehend erfolgreich durch die einzelnen Kinojahrzehnte bewegt. Western waren in aller erster Linie Unterhaltungsfilme, oft am Reißbrett entworfen, billig produziert, aber mit jeder Menge Action und unkritischem Lobpreis auf die erfolgreiche Eroberung des Wilden Westens.

Und doch waren die herausragenden Beispiele für den amerikanischen Western immer Filme, welche die klassischen Regeln an bestimmten Stellen gebrochen haben. Gerade wenn es darum ging die Kehrseite eines stolz gelebten Pioniergeistes und seiner oft pervertierten Folgen kritisch in Frage zu stellen. In Meisterwerken wie DER RITT ZUM OX BOW (William Wellman, 1943), oder HIGH NOON (Fred Zinneman, 1952) wird z. B. die so hoch gepriesene Siedlergemeinschaft als feige, opportunistisch und sogar kriminell dargestellt. Der Held muss sich letztendlich gegen sie wenden, um sein eigenes Seelenheil zu bewahren. An diese Klasse reicht ALS JIM DOLAN KAM erzählerisch, wie inszenatorisch zwar nicht heran, dennoch haben wir hier einige interessante Aspekte, die diesen Film aus dem großen amerikanischen Westerneinerlei herausschauen lassen.

Als Jim Dolan kam (1967)
© Koch Films

Das Drehbuch und seine Darsteller

Durch einige sehr prägnant gebaute Szenen und äußerst klug geschriebene Dialoge setzt sich Drehbuchautor Sidney Boehm sehr kritisch mit den Strukturen einer über Jahrhunderte gewachsenen, von Männern geprägten, archaischen Besiedelungsgesellschaft auseinander. Jeder denkt hier zunächst an seinen eigenen Vorteil und folgt demjenigen, der ihm die attraktivste Überlebensrendite verspricht. Das macht er nicht einfach nur durch bloßes Anprangern bestimmter Umstände, sondern durch die sehr authentisch agierende Figur des Jim Dolan in Bezug zu den übrigen Figuren. Er lässt ihn zwar kritische und provokante Fragen stellen, stellt ihn dann aber nicht als naiven Gutmenschen dar, der das, was er hört unreflektiert kritisiert. Sein Jim Dolan zeigt gerade durch seine desillusionierte Grundhaltung eine gewisse verständnisvolle Weitsicht gegenüber dem Verhalten der einzelnen Figuren. Durch George Peppards sehr glaubhaft gespielte Figur erhalten wir als Zuschauer einen zweiten Blick auf das Geschehen und gleichzeitig einen auf uns selbst. Würden wir nicht ähnlich wie die Menschen dort reagieren, wenn mehr für uns auf dem Spiel steht?

Ein schönes Beispiel hierfür ist der Teil eines Dialogs zwischen Dolan und einem Arzt, der gerade den verletzten Hickman in Mollys Haus versorgt hat.

Dolan: Sagen Sie mal, werden hier öfter Leute aufgehängt?

Arzt: Keine Ahnung.

Dolan: Was hat denn der Bursche ausgefressen, der da unten hängt?

Arzt: Das weiß ich nicht.

….

Dolan: Lässt man hier immer die Leute über Nacht hängen?

Arzt: Hab ich nicht drauf geachtet.

Dolan: Hat das einen besonderen Grund, dass Sie nicht drauf achten?

Arzt: Ja, Mister Dolan. Ich habe Frau und Kinder.

Diese Antwort lässt Dolan dann unkommentiert so stehen. Es wirkt, als würde er diese genauso geben, wenn er in der gleichen Situation wäre. Kein heldenhaftes Plädoyer für das Eintreten gegen Tyrannei, keine Aufforderung zu einem edleren Verantwortungsbewusstsein. Er will kein Held sein, da er die Ausweglosigkeit eines Kampfes gegen einen übermächtigen Gegner, egal ob allein, oder mit Hilfe mutiger Mitbürger erkennt. Diese passive Haltung behält er auch gegenüber Molly bei. Statt sie in ihrem Bestreben es mit Flood aufzunehmen zu bestärken oder ihr gar direkt zur Seite zu stehen, rät er ihr stattdessen ihren Hauptanteil an der Poststation zu verkaufen, um nicht alles zu verlieren.

Dolan: 49 Prozent von irgendwas sind besser als 100 Prozent von gar nichts.

Als Jim Dolan kam (1967)
© Koch Films

Überhaupt sind die Szenen zwischen Molly und Dolan die stärksten in diesem Film. In Molly sehen wir eine erfrischend starke Frauenfigur, die schon einiges erlebt und so den Glauben an die scheinbare Überlegenheit von Männern verloren hat. Auf die Frage, ob sie schon lange allein lebe, antwortet sie.

„Nicht so lange, dass es mich irgendwie stört.“

So entsteht langsam nicht nur ein Ringen um Dolans Eingreifen in den Konflikt, sondern auch eins darum, sich seine Hilfe, die sie ja trotz ihrer schwer erkämpften Unabhängigkeit tatsächlich braucht, nicht einfach durch damals durchaus übliche körperliche Gefälligkeiten zu erkaufen, sondern durch Argumente und Mut. Diesen Kampf um eine gleichberechtigte Augenhöhe lösen Drehbuch, sowie beide Darsteller in einer brillant gebauten Trink-Duell-Szene. Wie beide versuchen den anderen mit perfekter äußerer Haltung und unter Beibehaltung der eigenen Standpunkte unter den Tisch zu trinken und gleichzeitig ein durchaus körperliches Interesse aneinander nicht zu offensichtlich werden zu lassen, hat allerhöchstes Screwball-Comedy-Format. Hier können es Jean Simmons und George Peppard mit großen Vorbildern wie Katherine Hepburn und Spencer Tracy à la PAT UND MIKE (George Cukor, 1952) aufnehmen. Wie Molly versucht, sich am nächsten Tag ihren Kater nicht anmerken zu lassen, wird von Jean Simmons mit kleinsten Gesten komisch und mitfühlend zugleich gespielt. Dass sich Georges Peppards Figur am Ende doch auf ihre Seite schlägt, ist bei der Art wie sie Entschlossenheit, Erotik und Witz in einen würdevollen Dreiklang bringt, absolut nachvollziehbar. Für diese Frau würde nicht nur er sämtliche Prinzipien über Bord werfen.

Die Stärke dieses Films liegt eindeutig auf den Dialogen und kammerspielartigen Szenen zwischen den einzelnen Figuren.

Wie gut ist Dean Martin?

Besonders Dean Martin geht sehr glaubhaft in der Rolle des narzisstischen Kleinstadtdiktators auf. Nach außen charmant und innerlich kalt kalkulierend, kreiert Martin hier einen beängstigenden Charakter. Mit der ihm ganz eigenen, leichtfüßigen Coolness bringt er diese Figur eindrucksvoll auf den Punkt. Neben seiner viel beachteten Rolle als alkoholabhängiger Hilfssheriff in RIO BRAVO (Howard Hawks, 1959) und den souveränen Auftritten in DIE VIER SÖHNE DER KATIE ELDER (1965) und in TODFEINDE (beide von Henry Hathaway, 1968) gelingt ihm hier eine weitere Facette einer starken Westernfigur. Seine Rededuelle mit George Peppard geben dem Film eine gewisse Größe, die der Film über die gesamte Länge jedoch nicht halten kann.

Als Jim Dolan kam (1967)
© Koch Films

Die Inszenierung

Mit Arnold Laven nahm ein erfahrener Filmproduzent für Kriegsdramen, Thriller und Western auf dem Regiestuhl Platz. Sein Werk als Regisseur umfasste bis dato sieben Spielfilme, die alle im eher härteren Thrillerbereich angesiedelt waren und heute kaum noch filmische Relevanz haben. Mit DAS LETZTE KOMMANDO (1962) drehte er jedoch einen recht angesehenen Western über den letzten Kampf des legendären Indianerhäuptlings Geronimo. Thematisch war Laven also keine schlechte Wahl für einen eher kritischen Westernstoff. Besonders mit einer elegisch inszenierten Faustkampfszene zwischen Dolan und einigen von Floods Handlangern unterstreicht er diese Annahme. Hier wird der Kampf Mann gegen Mann nicht wie sonst oft üblich als belustigend kurzes Show-Element präsentiert, sondern zu einem fast spürbar quälenden Gewaltakt bis aufs (Film-)Blut. Hier setzt er ein inszenatorisch eigenständiges Ausrufezeichen.

Doch die düstere, leicht nihilistische Grundstimmung des sehr gut geschriebenen Drehbuchs mag sich auf den ganzen Film gesehen, visuell nicht ganz einstellen. Gerade die Außen- und Innenaufnahmen fügen sich bildästhetisch nicht homogen ineinander. Zwar kann Kameramann Russell Metty (1961 oscarprämiert für SPARTACUS) für die beindruckenden Landschaftsaufnahmen spannende und kontrastreiche Bildausschnitte setzen, seine Innenaufnahmen, sowie die Szenen direkt vor Mollys Haus, folgen dagegen einer eher langweiligen Studioästhetik. Sie sind fast alle mit sehr kurzer Brennweite, also recht großer Tiefenschärfe gedreht. So wirken nahezu alle Bereiche im Bild gleich scharf. Zusammen mit einer recht gleichmäßigen Ausleuchtung entstehen hier kaum Kontraste und visuelle Gewichtungen. Das Bild wirkt somit insgesamt eher flach und spannungsarm. Das mag daran liegen, dass man das derzeit immer noch recht spektakuläre Technicolor-Breitwandverfahren optimal nutzen wollte. Je mehr man also sehen konnte, umso besser. Doch ein paar Schatten und dunklere Bildebenen hätten der gefahrvollen Grundstimmung deutlich besser gestanden als eine handwerklich solide, aber auch weitestgehend biedere TV-Ästhetik.

Banner Rough Night in Jericho

Da war der sich zeitgleich immer stärker entwickelnde Italowestern deutlich progressiver unterwegs. Hier wurden auch Innenräume in direkten Zusammenhang mit der sie umgebenen Landschaft gesetzt. Hell und ganz viel Dunkel entsprachen auch rein visuell der eher ernüchternden Grundstimmung ihrer Geschichten und Figuren. In einem US-Western waren John Ford und Kameramann Winton C. Hoch mit ihrer meisterhaften Bildgestaltung in DER SCHWARZE FALKE (1956) da schon deutlich weiter. Legendär der schnittlose Blick aus dem Inneren eines Hauses in die breite Landschaft des Monument Valley. Ironischerweise war genau dieser Film Hauptinspiration für die visuell starken Western aus Italien. Doch die Regie für ALS JIM DOLAN KAM als schlecht zu bezeichnen wäre ungerecht. Trotz fehlender Kontraste, auch in einigen Handlungsmomenten, zeigt Arnold Laven hier ein gutes Gespür für seine Darsteller. Die oft etwas starr wirkenden Szenen werden von den durchweg sehr guten Schauspielerleistungen vielschichtig belebt. Auch das muss man erst einmal hinbekommen.

Die Musik

Hier noch ein paar Takte zur Musik. Die komponierte mit Don Costa eher ein Außenseiter in Sachen Filmmusik. Er machte sich seinen Namen hauptsächlich als Produzent, Arrangeur und Komponist für Showgrößen wie Frank Sinatra, Barbara Streisand und einen gewissen Dean Martin. Durch ihn könnte er an den Job dieses sehr aufwendig orchestrierten Westernscores gekommen sein. Mit einem sehr eingängigen, im Americana-Stil komponierten Hauptthema begrüßt er uns während der oben bereits beschriebenen Titelsequenz. Leider wirkt die für sich genommen sehr schöne Partitur für die Größe dieses eher kammerspielartigen Films ein wenig überambitioniert. Das große Orchester wirkt an vielen Stellen unpassend und übertüncht eher, als zu unterstützen oder zu einem eigenständigen Erzählinstrument zu werden. Hier wäre weniger sicher mehr gewesen. Doch dies ist ein im US-Western häufig anzutreffendes Phänomen, welches nur wenige wie z. B. Elmer Bernstein (DIE GLORREICHEN SIEBEN) zu der Zeit ins richtigen Gleichgewicht setzen konnten. Da war auch hier fast zeitgleich der Italowestern mit Ennio Morricone (Sergio Leones DOLLAR-TRILOGIE und SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD) oder Luis Enriquez Bacalov (DJANGO) schon deutlich innovativer unterwegs. Erst Ende der 60er Jahre sollte sich durch progressivere Komponisten wie Jerry Goldsmith (NEVADA PASS) und Jerry Fielding (THE WILD BUNCH) auch die Musik im amerikanischen Western mehr in die Breite entwickeln. Spannend wäre wie JIM DOLAN mit dem Scoring einer dieser beiden Größen klingen würde. Denn parallel zu JIM DOLAN hatte Goldsmith 1967 mit dem auch insgesamt wesentlich runder wirkenden Westernklassiker DIE FÜNF GEÄCHTETEN (Regie: Jim Sturgess) gezeigt, wie man den klassischen Americana Score in eine neue Ära führt.

Kinoposter Rough Night in Jericho

Fazit

Mit ALS JIM DOLAN KAM (ROUGH NIGHT IN JERICHO) sehen wir einen größtenteils eher altmodisch inszenierten, aber streckenweise doch sehr unterhaltsamen US-Western. Neben wirklich sehr guten Darstellern erleben wir hier ein erschreckend aktuelles Szenario. Der momentan gesellschaftliche Wunsch nach mehr Sicherheit und Ordnung auf Kosten humaner Werte wie Toleranz und Nächstenliebe findet sich in diesem Film überdeutlich wieder. Auch heute lassen sich Mehrheiten von charismatisch, hemdsärmeligen Führern zum eher rechts gesetzten Kreuzchen auf politischen Wahlzetteln verführen. Zwar sehen diese alle nicht annähernd so gut aus wie Dean Martin, dennoch bekommt man eine sehr unmittelbare Ahnung vom schmalen Grat zwischen anfänglicher Faszination und unausweichlicher Unterdrückung. Unter diesem Gesichtspunkt ist die Anschaffung der aktuellen Blu-ray sogar wichtiger als man zunächst meint.

Die Blu-ray

Als Jim Dolan kam (1967) Blu-ray
Die Blu-ray von © Koch Films

Neben einem weitestgehend sehr scharfen und farbintensiven Bild präsentiert uns Koch Films hier eine eher übersichtliche Digital-Auswertung. Neben einer Bildergalerie unterschiedlichster Filmposter bekommen wir allerdings einen sehr charmanten Trailer präsentiert, in dem Dean Martin in seiner Rolle, selbstironisch in den Film einführt. Früher war es nicht unüblich, dass Filme etwas ausführlicher mit einem eigenen Filmteam als kleine Kurzdokus vorgestellt wurden. Das macht aus heutiger Sicht einen gewissen Reiz aus, da der aktuelle Trailer ja in erster Linie auf direktem Wege einen emotionalen Kickstart erzeugen soll. Als Gesamtpaket ist ALS JIM DOLAN KAM sicher kein Feuerwerk, aber auf den zweiten Blick eine unterhaltsame Veröffentlichungsflamme mit sozialem Tiefgang.

© Andreas Ullrich

Titel, Cast und CrewAls Jim Dolan kam (1967)
OT: Rough Night in Jericho
Poster
Releaseab dem 11.04.2019 auf Blu-ray
Bei Amazon bestellen:
RegisseurArnold Laven
Trailer
BesetzungDean Martin (Alex Flood)
George Peppard (Dolan)
Jean Simmons (Molly Lang)
John McIntire (Ben Hickman)
Slim Pickens (Yarbrough)
Don Galloway (Jace)
DrehbuchSydney Boehm
Marvin H. Albert
KameraRussell Metty
MusikDon Costa
SchnittTed J. Kent
Filmlänge103 Minuten
FSKab 12 Jahren

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