Mad Max 1-4 auf Blu-ray

Die Mad Max High-Octane-Collection

Sieben Stunden auf der Straße ins Nirgendwo

Das Wetter ist beständig unbeständig, wie schon den ganzen Sommer. Ein Grund drinnen zu bleiben und sich endlich der „High-Octane-Collection“ mit allen Mad-Max-Teilen auf Blu-ray von Warner Bros. zu widmen. Ich hatte die ersten drei Teile vor vielen Jahren, von der Zensur entstellt, auf den Privatsendern zur üblichen Schlafenszeit gesehen. Nach dem grandiosen Mad Max: Fury Road (2015) ist die Reihe wieder in meinen filmischen Fokus gerückt und außerdem war ich scharf auf die Black & Chrome Version von Fury Road. Beginnen wir jedoch beim Anfang.

 

Kinoplakat zu Mad Max von 1979

Mad Max (1979)

Ich musste beim Beginn unwillkürlich an, den vor Kurzem gesehenen, „Bad Taste“ (1987) von Peter Jackson denken. Vielleicht ist es in Neuseeland, oder dort in Australien, einfach so dermaßen langweilig, dass man gerne etwas Ablenkung der postapokalyptischen Art sucht. George Miller hat sie auf jeden Fall gefunden und mit wenig Geld, furchtlosen Stuntmännern und mit leeren, endlosen Straßen eine Zukunftsvision erschaffen, die so brutal und temporeich ist, dass der Film fast 40 Jahre später immer noch beeindruckt. Ein paar kleine Nebenszenen wirken doch schon etwas altbacken, aber die Motorradbande „Höllenjockeys“ sind ein so untypisch durchgenknallter Haufen wilder Hunde, dass ihre Bedrohung immer noch zu spüren ist. Mit dem 23-Jährigen Mel Gibson hinter dem Lenkrad als Max Rockatansky ist eine Schauspiel- und Kultikone geschaffen worden, die bist heute noch besteht. Die Höllenfahrt im roten Bereich endet nach bereits 1,5 Stunden gnadenlos. Mad Max ist nun bereit für die Endzeit und die letzte Szene, mit der Gnadenfrist, schreibt Filmgeschichte.

 

Mad Max 2 – Der Vollstrecker (1981)

George Miller hat sich nicht viel Zeit für die Fortsetzung gelassen, deswegen liegt gleich der zweite Teil bei mir im Player. Mad Max war in Australien ein Riesenerfolg und wurde international bekannt. Hollywood sah die Möglichkeit, noch mehr Geld zu verdienen und stockte das Filmbudget von low auf high, um den zweiten Teil kurze Zeit später in die Kinos zu bringen. Die Erde, besser gesagt das Wasteland, ist nur noch eine Steinwüste, auf der sich die kümmerliche Menschheit um die letzten fossilen Brennstoffe die Köpfe einschlägt. Max ist schon merklich gealtert und die finanzielle Spritze für den Film sieht man den Aufnahmen, den durchgeknallten Fahrzeugen und den aufwändigen Requisiten an. Die Gewalt der Handlung trägt klare Spuren der 80er Jahre und es beeindrucken die übersichtlichen Aufnahmen, wenn 20 Fahrzeuge gleichzeitig durch die Wüste donnern. Das Filmende mit einer 15-minütigen Verfolgungsjagd, die jede Menge Metallschrott zurücklässt, zeichnet Mad Max 2 als Actionkino der Extraklasse auch heute noch aus.

Mad Max 2 George Miller, Mel Gibson
George Miller und Mel Gibson beim Dreh zu Mad Max 2

 

Mad Max 3 – Jenseits der Donnerkuppel (1985)

Der Intro-Song von Popstar Tina Turner lässt erahnen, dass uns ein etwas gefälligerer Film erwartet. Max trifft auf eine von Schweineabgasen betriebene Stadt im Wasteland, wo er gleich in innenpolitische Kämpfe verwickelt und anschließend aus der Stadt verbannt wird. Daraufhin trifft er auf eine Art Peter Pan ähnliche Nimmerland-Oase voller Kinder, worauf der Film sich in einen Familienfilm verändert. Vielleicht dachte sich Miller, dass er genug Grauen und Dystopie geschaffen hat und nun den Fokus auf die Hoffnung bzw. die Kinder legen sollte. Nach geschlagenen 85 (!) Minuten setzt sich Max endlich hinter ein Lenkrad und eine Verfolgungsjagd auf Schienen beginnt. Wesentlicher Unterschied sind weniger Gewalt, fast schon stummfilmreife Schlägereien und ein Ende, das man mit einem Schulterzucken abtun kann.

Mad Max: Fury Road (2015) Black & Chrome

Keiner hätte gedacht, dass der auf „Happy Feet“ (2006) und „Ein Schweinchen namens Babe“ (1998) wandelnde George Miller zur benzingetränkten Endzeitschlacht zurückkehrt. Seine Erfahrung mit Computer-Effekten, kombiniert mit brachialen Stunteinlagen und perfekt besetzten Hauptrollen, brachten die Fury Road bei vielen auf die Position „Actionfilm des Jahrzehnts“. George Miller erklärt bei dieser Version in einer kleinen Einleitung, dass er damals Mad Max 2 zufällig in schwarz-weiß bei den Filmmusikaufnahmen gesehen hatte. Für ihn war es von da an ein Wunsch, Mad Max nicht nur die Farbe zu entziehen, sondern dem Film dadurch mehr ikonischen Charakter zu geben. Es lohnt sich wirklich, diese monochrome Version zu sehen. Vor allem die vielen Landschaftsaufnahmen in der Wüste, die Naturgewalten, aber auch die immer wieder beeindruckenden Schlachten erhalten dadurch den Fokus auf das Wesentliche. Szenen, die in der Nacht spielen oder Traumsequenzen enthalten, sind bewusst mit schwachen blauen oder gelben Schattierungen versehen, um die Handlung einzuordnen. Das geschieht jedoch stets stilbewusst und ohne in den Vordergrund zu rücken. Es fällt meist überhaupt erst nach einem Szenenwechsel auf.
Die Black & Chrome Fury Road ist wie ein Blick in die Vergangenheit, aber mit einer scharfen, skeptischen Version für die Zukunft der Menschheit, eine mythologische Erzählung im Reich des Walhalla. Wenn ich vor der Wahl stehen würde, ob bunt oder schwarz-weiß, könnte ich mich nicht wirklich entscheiden, beide sind beeindruckend.

Mad Max Fury Road Black & Chrome Tom Hardy Charlize Theron
Mad Max: Fury Road Black & Chrome Tom Hardy & Charlize Theron © 2012 Warner Bros. Entertainment Inc.

 

Fazit zur „Mad Max High-Octane-Collection“

Ein tolle Box, die jetzt auch für etwas weniger Geld als zur Veröffentlichung zu haben ist. Wer die Mad Max Reihe auch auf Blu-Ray haben möchte, kann hier bedenkenlos zugreifen. Ich habe es allein für die Black & Chrome Version von Fury Road getan und bereue es nicht. Mad Max ist sogar im australischen Originalton vorhanden und es gibt zwei zusätzliche Discs mit ausreichend Bonusmaterial zum ersten und zweiten Teil. Sonst kommt die Box ohne viel Liebe zum Mythos daher, aber das Preis-Leistungs-Verhälnis stimmt einfach!

 

 

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