B: The Beginning Animeserie Nettflix

B: The Beginning- NETFLIX Originals Anime-Serien-Empfehlung

„Eine perfekte Welt mit dunklen Geheimnissen“

Der Druck auf Netflix durch den Konkurrenten Disney wächst derzeit enorm. Disney hat angekündigt, einen eigenen Streaming-Dienst zu veröffentlichen. Mit den vielen Disney-, Marvel- und jetzt auch FOX- Produktionen können sie auf jeden Fall einen reichhaltigen Katalog vorweisen. Netflix hat zum Gegenschlag ausgeholt und will es im Jahr 2019 bereits auf 50 % Eigenproduktionen in ihrem Angebot bringen. Dass Filme und Serien im Anime-Format dort Platz in der Auswahl finden, freut den Fan des japanischen Zeichentrick sehr, denn viele deutsche Blu-Ray-Releases sind, auf Grund der hohen Lizenzgebühren, immer noch zu teuer. Diese Ankündigung von Netflix, die 50 (!) Animeserien und -filme beinhalten soll, hört sich jedoch auch nach liebloser Fließbandarbeit an. Wird es vielleicht auch, wenn man zum Beispiel an die furchtbare Serie „Neo Yokio“ denkt. Ihr müsst aber nun, aus Angst um den Qualitätsverlust oder mangelndem Überblick, euer Netflix-Abo nicht kündigen, denn mit dem kreativen, intelligenten und spektakulären „B: The Beginning“ ist die Liste mit den besten Anime-Serien für dieses Jahr um einen Platz reicher geworden!


© Netflix Originals

Inhalt „B: The Beginning“

Das Inselkönigreich Cremona, unserer Welt und Entwicklung nicht unähnlich, besteht aus einem gelungenen Mix von 20er-Jahre-Architektur, 60er-Jahre-Fahrzeugen und der Technologie des 21. Jahrhunderts. Eine mysteriöse Serienmordreihe zieht ihre Kreise in dieser farbenprächtigen Welt, die sich sicherlich einige Inspirationen aus dem Ghibli-Universum geholt hat. Killer B tötet jedoch ausschließlich Schwerverbrecher und Mörder und hinterlässt am Tatort sein Zeichen, ein B. Die Abteilung RIS (Royal Investigation Service) mit der charmant chaotischen Lily Hoshina befasst  sich mit dem anspruchsvollen Fall schon seit einiger Zeit. Um mehr Fähigkeiten im Bereich Profiling zu erhalten, wird ihr der wortkarge, aber clevere Keith Flick zugeteilt, der verschlafen und arrogant wirkt sowie eine Schwäche für weibliche Gesäßmuskulatur hat. Dann gibt es noch den Jungen Koku mit besonderen Fähigkeiten, wobei seine schwarzen Flügel nur ein kleiner Teil seiner Skills sind. Das hört sich sicherlich noch alles ultra-verwirrend und durcheinander an. „B: The Beginning“ wird jedoch mit dieser schwierigen Herausforderung, Krimi und Fantasy zu kombinieren, beispiellos fertig. Die Serie, mit nur 12 Folgen, nimmt ab der ersten Folge so viel Fahrt auf, die sie bis zu dem, für japanische Zeichentrick-Serien üblichen, ausufernden Finale durchhält.

Anime-Serie der anspruchsvollen Sorte

Durchhalten muss man bei „B: The Beginning“ eigentlich nur bei zwei Dingen: Zum Ersten muss man die deutsche Synchronsprecherin Daniel Reidies für die Nebenfigur Kaela Yoshinaga ertragen. Sicherlich hat sie eine markante Stimme, aber bei deren Frequenz sträuben sich mir permanent die Nackenhaare. Seitdem ihre kreischende Helium-Stimme als Hawk bei „Seven Deadly Sins“ mich zum Wahnsinn getrieben hat, kann ich sie nicht mehr hören. Was sehr schade ist, da die deutsche Synchronisation der Serie, mit Stimmen von Robin Brosch als Kamui, Sasha Draeger als Flick und Saskia Bellahan als Lilly, eine hohe schauspielerische Leistung beweist.
Ebenfalls durchhalten muss der Zuschauer mit der äußerst anspruchsvollen Geschichte, die munter mit einer Vielzahl von Zeitsprüngen und Flashbacks erzählt wird. Die verborgene Fantasiewelt wird immer komplexer und manche wichtigen Details werden nur ein einziges Mal erwähnt. Das bedeutet: Aufpassen, bei jeder Minute. Wer sich dieser Aufgabe stellt und eine halbe Stunde vor dem Fernseher auch mal ohne den Blick auf das Smartphone durchhält, wird hier eine seiner neuen Lieblings-Anime-Serien finden. Sie hat den Witz und das komplexe Worldbuilding von „Blood Blockade Battlefront“ und die Ernsthaftigkeit mit dem Intellekt von „Death Note“ (erste Staffel).  Der Hinweis sei hiermit gegeben, ab Folge 6 werden dann auch die ersten Zusammenhänge und Vergangenheiten der Charaktere erzählt.


© Netflix Originals

Erzählerische Qualität vom Drehbuch bis zum Soundtrack

Was besonders gut bei „B: The Beginning“ gelungen ist, dass die Geschichte in den entscheidenden Momenten den richtigen Figuren folgt. Die Serie beginnt mit der Hauptfigur Lily, wechselt dann zum von Schicksal geforderten Koku und endet mit dem tragischen Keith Kazuma Flick. Auch wenn die Serie mit 12 Folgen je 25 Minuten verhältnismäßig kurz kommt, ist hiervon jede Sekunde mit Informationen und einer intelligenten Erzählweise verknüpft. Das lässt die Frage nach der Grundlage als Graphic Novel oder Manga aufkommen. Es gibt jedoch hierfür keine Antwort, denn die Idee kam von Katsuya Ishida und mit den Regisseuren Kazuto Nakazawa (Aninmationen in „Kill Bill Vol.1“ und „Samurai Champloo“) und Yoshinobu Yamakawa hat er diese in ein Serien-Drehbuch weiterentwickelt.
Die Anime-Serie hat ebenfalls einen vielschichtigen Soundtrack von Filmkomponist Yoshiro Ike vorzuweisen, welcher der Geschichte in seinem Variationsreichtum in nichts nachsteht. Der Abspannsong bzw. Theme Song „The Perfect World“ wurde vom MAN WITH A MISSION-Frontman  geschrieben und Marty Friedman (Megadeth) eingesungen. Ich habe keiner der Abspann-Skip-Automatismen von Netflix nachgegeben, ein wirklich starker Song. Und wenn wir ehrlich sind, ein guter Intro/Outro-Song bei einer Anime-Serie ist schon fast die halbe Miete! Überzeugt euch selbst:

Wann kommt Staffel 2?

Wenn die erste Staffel von „B: The Beginning“ über einen hinweggerauscht ist, stellt man sich, trotz geschlossenen Endes, diese Frage. Leider ist im aktuellen Netflix-Großangriff von Eigenproduktionen noch kein Urteil über eine zweite Staffel gefällt worden. Das Animationsstudio Production I.G und Ideengeber Kazuto Nakazawa haben in einem Interview definitiv ihre Bereitschaft für eine weitere Staffel signalisiert. Wir halten euch auf dem Laufenden und drücken die Daumen für ein weiteres Kapitel. Inhaltlich wurde mit der Hidden-Scene nach dem Abspann von Folge 12 der Weg in eine zweite Staffel auf jeden Fall geebnet.

Fazit

Eine komplexe Erzählstruktur mit einer ideenreichen Welt voller liebenswerter Figuren sind die größten Stärken von „B: The Beginning“. Wer Serienmörder-Krimis mit Fantasy-Elementen mag, hat hier seine neue Lieblings-Anime-Serie gefunden. Die zum Ende hin zunehmende Gewalt und anspruchsvolle Erzählweise ist jedoch definitiv nichts für Anime-Anfänger. Für mich, die Anime-Entdeckung des Jahres!

Titel, Cast und Crew

B:The Beginning (2018)

Poster

B The Beginning Poster


Veröffentlichung

seit 02.03.18 im Stream auf NETFLIX

Regisseur

Kazuto Nakazawa

Trailer

Japanisch mit englischem Untertitel

Synchronsprecher

Keith Kazama (Sascha Draeger)
Kamui (Robin Brosch)
Koku (Daniel Kirchberger)
Lily Hoshina (Saskia Bellahn)
Eric Toga (Mark Bremer)

Drehbuch

Katsuya Ishida (Idee)

Musik

Yoshiro Ike
Titelsong "The Perfect World" von Marty Friedman

Studio

Production I.G

Serienlänge

1 Staffel mit 12 Folgen (je 25 Minuten)

FSK

ab 16 Jahren
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20

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